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Wunder wie diese von Laura Buzo

Rezension von Christel Scheja

 

Die australische Autorin lebt mit ihrer Tochter in Sydney, wo sie auch schon zur Schule gegangen ist. Sie hat bereits als Jugendliche in vielen Jobs, unter anderem auch im Supermarkt gearbeitet und weiß daher, worüber sie schreibt. Nach ihrem Abschluss in Kunst und Sozialarbeit, arbeitet sie auch in letzterem. Immer wieder hat sie ihren gesamten Jahresurlaub aufgewendet, um Bücher zu schreiben. „Wunder wie diese“ ist das erste Buch, das auch in Deutschland erscheint.

 

Amelia kommt wie so mancher Teenager nicht mit dem knappen Taschengeld aus, das ihr die Eltern gewähren können. Deshalb besorgt sie sich schließlich einen Job im örtlichen Woolworth und fängt dort als Kassiererin an. Schon früh fällt ihr der gutaussehende und charmante Chris ins Auge. Er ist so, wie sie sich einen Freund vorstellt, mitfühlend, witzig und oft für einen da, wenn man ihn wirklich braucht. Aber es gibt ein schwerwiegendes Manko: Amelia ist erst vierzehn, Chris aber einundzwanzig. Mit den sechs Jahren Unterschied wird er sich wohl kaum mit ihr abgeben wollen.

Tatsächlich erkennt sie, dass Chris auch eher ein Auge auf Kathy geworfen hat, die schon etwas länger im Laden arbeitet. Und er lässt es sich nicht nehmen, auch mit anderen zu flirten und sie dann nicht zu beachten.

Dennoch kann Amelia ihre Gefühle nicht verleugnen und wird immer unsicherer – denn mit dem jungen Studenten läuft es trotzdem irgendwie gut, scheinen sie doch beide auf der gleichen Wellenlänge zu schwimmen. Doch wie denkt eigentlich Chris darüber, und wie kann sie das herausfinden?

 

„Wunder wie diese“ ist eine ganz normale Liebesgeschichte – aber gerade das macht ihren Reiz aus. Amelia und Chris sind lebendige Menschen, mit denen sich Leser leicht identifizieren können, oder die sie sogar kennen. Da ist das junge Mädchen, das erst beginnt, langsam auf eigenen Füßen zu stehen und lernt, für sich selbst verantwortlich zu sein, aber sich auch nicht vor den Gefühlen der ersten Liebe retten kann. Bei dem Wirrwarr von Empfindungen kann ihr auch die beste Freundin nicht helfen, aber dabei helfen, ein wenig mehr von der eigenen Weiblichkeit zu entdecken.

Die Geschichte ist weit davon entfernt, in Kitsch zu verfallen, gerade weil man auch erfährt, wie die Gegenseite denkt und fühlt. Chris wird genauso glaubwürdig geschildert wie sein weiblicher Widerpart. Auch hier zeigt sich, dass er seine Gefühle selbst noch nicht wirklich im Griff hat und im Grunde einem unerfüllbaren Traum hinterher rennt, nachdem ihn seine langjährige Freundin Michaela verlassen hat.

Gerade das Zusammenspiel der beiden Sichtweisen macht Spaß und verzaubert beim Lesen, fiebert man doch mit den beiden mit und möchte sie manchmal zu ihrem Glück schubsen. Dadurch, dass das Ende konsequent realistisch bleibt, behält die Geschichte ihre Spannung bei und lässt den Leser zufrieden zurück.

 

Alles in allem ist „Wunder wie diese“ ein lebendiges und warmherziges Buch über zwei sehr unterschiedliche Jugendliche und die Liebe, das jedoch nicht nur am anderen Ende der Welt sondern auch im Lebensumfeld der Leser ablaufen könnte und daher tiefer anrührt und länger im Gedächtnis bleibt, als melodramatische und dem Kitsch verbundene Romanzen, um Vampire, Werwölfe und Co..

 

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Eure Meinung:

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Buch

Wunder wie diese

Autorin: Laura Buzo

Arena, erschienen Mai 2012

broschiert, 301 Seiten

Übersetzung aus dem Englischen von Mo Zuber

Titelbildgestaltung von Frauke Schneider

ISBN-10: 3401067338

ISBN-13: 978-3401067339

Erhältlich bei: Amazon

Kindle Edition

ASIN: B00AAT6I8E

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 08.12.2012, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06