X-Men: Phoenix

Rezension von Christel Scheja

 

Selbst diejenigen, die niemals die Comics gelesen haben, kennen durch die erste „X-Men“-Trilogie das Schicksal von Jean Grey, die ihr Leben für ihre Freunde opferte, in diesem Moment aber auch von einer kosmischen Entität beseelt wurde, die gleichermaßen Leben, wie Zerstörung bringen konnte – dem „Phoenix“. Am Ende starb sie durch die Hand von Wolverine.<

 

Nach dem Tod von Jean Grey überlebte der Phoenix zwar, aber er ist erneut auf der Suche nach einem Wirt, um wieder seine wahre Macht entfesseln zu können. Das versuchen allerdings einige Außerirdische zu verhindern und folgen dem Wesen zur Erde, wo es in seiner Verzweiflung etwas tut, mit dem niemand gerechnet hat.

Der Phönix belebt Jean Grey – und nicht nur sie – aufs Neue und versucht auf der Erde wieder Angst und Schrecken zu verbreiten, weil er gar nicht anders kann.

Allerdings rechnet er nicht damit, dass die X-Men, allen voran Wolverine wieder zur Stelle sind und gegen ihn kämpfen – dabei an das einzige appellieren, was ihn schwach macht: Die Seele und Erinnerungen von Jean Grey, die erneut den inneren Kampf gegen ihr zweites Ich aufnimmt und den anderen so eine Möglichkeit bietet, den Phoenix zu verbannen – doch zu welchen Preis?

 

In den Comics wurde ihr Schicksal immer wieder aufgegriffen und die hier in einem Sammelband zusammengefassten Miniserien „Endsong“ und „Warsong“ sind gerade für die reinen Filmfans interessant, haben sich die Künstler doch nicht nur beim Aussehen einiger Figuren an den Schauspielern orientiert. Gerade Wolverine gleicht sehr deutlich Hugh Jackman und benimmt sich fast so „gesittet“ wie dieser.

Ansonsten liefert das Vorwort die notwendigen Erklärungen, um zu verstehen, was vor den beiden zusammen hängenden Mini-Serien geschah. Denn der „Kriegsgesang“ ist die direkte Nachfolge des „Abgesangs“.

Noch einmal darf der Phönix sein wahnsinniges Verlangen entfesseln und bekommt zunächst auch genug Gelegenheit dazu, denn die X-Men eilen zwar herbei, müssen sich aber auch mit den Außerirdischen und anderen Wiedererwachten herumschlagen.

Letztendlich wird wieder einmal das moralische Dilemma auf beiden Seiten sichtbar und zum tragenden Teil des „Abgesangs“. Jean Grey würde gerne wieder bei ihren Freunden sein, weiß aber auch, dass ihre Zeit vorbei ist und sie den dunklen Phönix aufhalten oder zumindest schwächen muss. Die X-Men sehen in ihre die treue und geliebte Weggefährtin und haben zumindest teilweise die Hoffnung, sie retten zu können … und doch ist es gerade die kosmische Entität, die ihnen das durch ihr Wüten verwehrt und noch mehr Opfer fordern könnte, wenn sie nicht aufpassen. Gerade im „Kriegsgesang“ macht der diese nämlich klar, dass sie sich um keinen Preis wieder vertreiben oder festsetzen lassen wird.

Die Geschichten sind episch gehalten und dynamisch gezeichnet, die turbulente Action mit genügend Charaktermomenten bietet immerhin ein Lesevergnügen, das die Comic-Fans auch mit den Filmzuschauern verbinden kann und entfesselt noch einmal die Macht des „Phönix“, die um einiges gesteigert zu sein scheint. Nur eine bleibt wieder im Hintertreffen – Jean Grey selbst vermag sich aus ihrer reinen Opferrolle nicht wirklich zu befreien, was schade ist.

Es mag zwar sein, dass die Geschichte nicht ganz zu dem passt, was im 2019 kommenden „X-Men: Dark Phoenix“-Film kommen dürfte, gibt aber schon einmal einen guten Vorgeschmack auf das, was dieses Wesen ausmacht.

 

Fazit:

Panini hätte zu keinem passenderen Zeitpunkt „X-Men: Phoenix“ ausgraben können, bieten die beiden Miniserien, doch einen interessanten Einblick in die Macht des kosmischen Wesens und verbindet die Fans der Comics mit den Zuschauern der alten „X-Men“-Trilogie.

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:

Keine Kommentare
Zum Schutz vor Spam werden der Vorname, die eMail-Adresse und die IP eines jeden Kommentars gespeichert! Wer mit dieser Speicherung nicht einverstanden ist, sollte das Kommentieren unterlassen.
Hier findet ihr unsere Datenschutzbestimmungen!
Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
*
*
Platzhalter

Comic:

X-Men: Phoenix

Original: X-Men: Phoenix – Endsong # 1-5, X-Men: Phoenix – Warsong # 1-5,

Autor: Greg Pak

Zeichner: Tyler Kirkham und Greg Land

Tusche: Jay Leisten, Sal Regla und Matt Ryan

Farbe: Justin Ponsor und John Starr

Übersetzer: Jürgen Petz

Panini, 11/2018

Vollfarbiges Softcover, 252 Seiten

 

ISBN-10: 3741608467

ISBN-13: 978-3741608469

 

Erhältlich bei: Amazon


Platzhalter
Platzhalter
zuletzt aktualisiert: 17.12.2018 20:41 |
###COPYRIGHT###