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Yagyu Ninpo Cho - Die Rache des Hori Clans - Band 1

Rezension von Christel Scheja

 

Nach „Basilisk“ erscheint nun das zweite Gemeinschaftswerk von Futaro Yamada und Maski Segawa beim Heyne Verlag. Wie auch schon die tragische Geschichte um zwei verfeindete Ninya-Clans, deren junge Anführer sich ineinander verlieben, spielt auch „Yagyu Ninpo Cho“ in der Edo-Zeit, das heißt während des bis in das 19. Jahrhundert andauernde Epoche der Tokugawa-Shogune, in der das Land zwar innere Stabilität durch eine strenge Zentralregierung erreichte, aber sich nach außen hin abschottete und so den Anschluss an die Weltpolitik verlor. Dennoch werden gerade diese beiden Jahrhunderte in Mangas und Romaneals letzte große Blütezeit der klassischen japanischen Kultur n dargestellt.

 

Weil er sich gegen den direkten Befehl seines tyrannischen Oberherrn gestellt hat, wird der gesamte Hori-Clan zum Tode verurteilt. Auf Befehl des Landesherrn Akinari Kato werden die Männer nach hartem Kampf in einem Mönchskloster gefangen genommen, während sich die Frauen in einem nahegelegenen Nonnenkloster verborgen haben.

Aber die „Sieben Speere des Aizu-Clans“ - brutale Söldner ohne Skrupel - haben den Befehl, niemanden zu verschonen. Sie dringen gewaltsam in das Nonnenkloster ein und töten trotz des Einspruchs der Äbtissin viele der Frauen, bis ihnen die wahre Herrin des heiligen Ortes Einhalt gebietet.

Die Schwester des amtierenden Shogun verbietet weiteres Morden. Sie kann zwar nicht mehr die Männer vor der Hinrichtung retten, aber sieben junge Frauen des Hori-Clans stehen von nun an unter ihrem persönlichen Schutz, unter ihnen die Tochter des Oberhauptes.

Um den sieben Überlebenden die Chance zu geben, ihre Familie gebührend zu rächen, ruft die Schwester des Shoguns einen alten Schwertmeister und Jubee Mitsuyoshi Yagyu aus der mächtigen Yagyu-Familie zu sich. Diese beiden Männer sollen die Mädchen in den Künsten des Kampfes, der List und Heimtücke ausbilden, damit sie wenigstens die Möglichkeit haben gegen die Söldner eine Weile bestehen können.

Zwar glauben die beiden erfahrenen Männer beim Anblick der jungen Frauen zunächst nicht, dass diese wirklich weit kommen werden, sie nehmen den Auftrag aber trotzdem gerne an - Jubee sogar überraschend gerne, da ihn die junge Erbin des Hori Clans fasziniert.

Währenddessen ahnt der schurkische Daimyo durchaus, dass ihm durch die überlebenden Gefahr droht. Aber noch macht er sich keine Sorgen, denn wer sollte ihn und seine eben so brutalen Getreuen jemals überwinden können?

 

Wie schon „Basilisk“ zeigt auch „Yagyu Ninpo Cho“ eine düstere, von Grausamkeit und Rache geprägte Seite der strengen kriegerorientierten Gesellschaft des frühneuzeitlichen Japan. Hier wird nicht lange gefackelt, wenn jemand Widerspruch erhebt, Brutalität und Sadismus gehören zu den Charakterzügen der Bösen einfach dazu.

Dabei bewegt sich der durch seine Brutalität nicht unbedingt für jüngere Leser geeignete Manga aber mehr im Bereich der Fiktion: Nicht die Darstellung der damaligen Gesellschaft wie man sie etwa in „Lone Wolf and Cub“ findet, steht im Vordergrund, sondern eher das Aufeinandertreffen der verfeindeten Parteien und die Kämpfe, die sie miteinander ausfechten werden.

Im ersten Band werden dazu bereits die Weichen für das kommende Duell gestellt - sieben junge Frauen werden sich gegen sieben wohl ausgebildete und kampfstarke Krieger stellen müssen, und dabei wird es nicht gerade harmlos zu gehen.

 

Das ist vielleicht nicht gerade innovativ und konnte in ähnlicher Form schon in „Basilisk“ gelesen werden, wer aber Samurai-Mangas mag, in denen es richtig und vor allem hart zur Sache geht und die Historie eher Nebensache ist und auch schon von oben genannten Werk begeistert war, dem wird auch „Yagyu Ninpo Cho“ gefallen.

 

Eure Meinung:


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Yagyu Ninpo Cho - Die Rache des Hoir Clans Bd. 1

Autor: Futaro Yamada

Zeichner: Masaki Segawa

Aus dem Japanischen von Christine Steinle

Heyne, München, Mai 2007

Mangataschenbuch mit 4 Farbseiten, 218 Seiten

ISBN 978-3-453-59594-1

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 01.06.2007, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:39