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Yagyu Ninpo Cho - Die Rache des Hori Clans - Band 2

Rezension von Christel Scheja

 

Wie auch schon ihr erstes Gemeinschaftswerk „Basilisk“ spielt auch das zweite von Futaro Yamada und Maski Segawa in den Anfängen der Edo-Zeit, in der die Tokugawa-Shogune das Land mit harter Hand unter ihre Kontrolle brachten und die Ideale der Samurai das Denken der Menschen beherrschte. Aber auch wenn die Landesfürsten nicht mehr so viel Macht hatten, so gab es doch immer noch Möglichkeiten, Herrschaftsgelüste und perverse Launen auszuleben.

 

Durch die Machenschaften des grausamen Fürsten Akinari Kato und seiner Handlanger, der „Sieben Speere von Aizu“ wird der Hori-Clan so gut wie ausgelöscht. Nur sieben Mädchen überleben durch das Eingreifen der Schwester des amtierenden Shoguns, unter ihnen die Tochter des Anführers. Die hochrangige Adlige gibt ihnen die Chance, Rache für das Blutbad zu nehmen und sorgt dafür, dass sie von einem erfahrenen Schwertmeister und dem Erben des Yagyu Clans, Jubee Mitsuyoshi Yagyu, entsprechend ausgebildet werden.

Zwar kann der auch nach den ersten Trainingstagen nicht wirklich glauben, dass die Mädchen eine Chance haben, aber er tut war er kann, um ihnen zu helfen.

Denn bei einem Streifzug in die Burg des schurkischen Daimyo hat Jubee allen Grund zu hoffen, das die Letzten Hori nicht nur die „Sieben Speere“ sondern auch den Fürsten töten. Dieser ist nicht nur grausam und ungerecht, er scheint auch ein perverses Vergnügen daran zu haben junge Frauen aus dem niederen Adel zu quälen und langsam umzubringen - oder sie den ähnlich denkenden Kriegern zu überlassen.

Als Tessan Dadoji einer der „Sieben Speere“ in ein für gute Ware bekanntes Bordell reist um Nachschub an frischem Fleisch für die widerwärtigen Gelüste seines Herrn zu holen, ist die Zeit für die erste Bewährungsprobe der jungen Rächerinnen gekommen. Doch werden sie schon listig und geschickt genug sein, um gegen den erfahrenen und misstrauischen Krieger bestehen zu können?

 

„Yagyu Ninpo Cho“ ist keine fröhliche Geschichte, sondern zeichnet eine düstere, von Grausamkeit und Rache geprägte Welt, in der es einfach dazu gehört über die Schwächeren mit Brutalität und Sadismus zu dominieren.

Damit ist der Manga nicht unbedingt für jüngere Leser geeignet, die sich actionreiches und oberflächliches Abenteuer mit ein paar Gags erhoffen. Statt dessen bekommen sie in Wort und Bild eher eine düstere und brutale Geschichte geboten, die von Zynismus nur so trieft und kein angenehmes Bild von Japan zeichnet.

Zwar ist auch dieses extrem übersteigert und stellt keinesfalls die historische Wirklichkeit dar, aber beim Lesen schluckt man das eine oder andere Mal doch heftig, wenn man eine solche Kaltzüngigkeit der Charaktere nicht gewohnt ist.

Der zweite Band bietet nun endlich den Auftakt des Rachefeldzugs, und eine Entwicklung in der Beziehung Jubees zu seinen Schülerinnen. Auch wenn er es noch nicht zugeben will, sie steigen langsam in seiner Achtung.

 

Insgesamt erinnert „Yagyu ninpo Cho“ ein wenig an „Basilisk“ , auch wenn die Fronten etwas anders gelagert sind, und sich hier nicht zwei Ninja-Clans auszurotten versuchen.

Doch wer Samurai-Mangas aus der Edo-Zeit mag, die ein wenig härter und zynischer sind und es mit der Historie nicht ganz so genau nimmt, wird sich angenehm unterhalten können.

Eure Meinung:


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Yagyu Ninpo Cho - Die Rache des Hori Clans Bd. 2

Autor: Futaro Yamada

Zeichner: Masaki Segawa

Aus dem Japanischen von Christine Steinle

Heyne, München, Juli 2007

Mangataschenbuch, 220 Seiten

ISBN 978-3-453-59595-8

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 03.08.2007, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:39