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Yquem der Großzügige

Reihe: Die Kriegerinnen von Troy, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Mittlerweile hat Christophe Arleston mit „Troy“ ein eigenes Universum geschaffen, dessen Geschichte über Jahrtausende reicht und dabei reichlich Raum für spannende Geschichten bietet, wie auch die Zeittafel auf den ersten Seiten der neuen Reihe verrät.

„Die Kriegerinnen von Troy“ spielt etwa 2500 Jahre vor den Erlebnissen Lanfeusts und erzählt eine gänzlich unabhängige Geschichte um drei ungewöhnliche Kriegerinnen und ihre Erlebnisse.

 

Lynche kommt ihre Gabe, Klingen zu schärfen sehr gelegen, da sie den Beruf der Söldnerin gewählt hat. Sie weiß sich gegen männliche Konkurrenz gut durchzusetzen, so dass sie von Kaufleuten immer gerne als Reisebegleitung gebucht wird. Zwar machen die Matrosen immer wieder anzügliche Bemerkungen aufgrund ihrer knappen Bekleidung, aber die hellhaarige Frau weiß sich Respekt zu verschaffen.

Bei einem Piratenangriff lernt sie eine Kollegin wieder, die zufällig auf der gegnerischen Seite kämpft und lässt sie anders als viele der anderen Angreifer am Leben, da sie mit dieser keinen Streit hat.

Später sieht sie die finanziell ziemlich abgebrannte Rothaarige wieder und gibt ihr Essen und Getränke aus, denn irgendwie mag sie Raya, deren Gabe es ist, Reptilien zu beeinflussen und mit ihnen zu reden.

Allerdings kann Lynche nicht verhindern, dass sich Raya ohne Geld zu verlangen dem charismatischen Yquem anschließt, der mit großen Worten und flammenden Reden in der Stadt Spenden sammelt.

Sie ahnt gleich, dass der Kerl etwas im Schilde führt und vermutlich nicht der Wohltäter ist, für den er sich ausgibt, beginnt sich aber auch für ihn zu interessieren, da er ein seltsames Schmuckstück um den Hals trägt.

Deshalb schließt sie sich ebenfalls der Karawane an, weil sie hofft, dadurch Antworten auf das Rätsel ihrer eigenen Vergangenheit zu bekommen, denn sie kann sich erst ab einem bestimmten Punkt an ihre Kindheit erinnern.

Doch letztendlich erweist sich alles als Falle und die dunkelhaarige Issan, die zu ihnen gestoßen ist und sich immun gegen die Gifte zeigt, die sie selbst herstellt, könnte zum Zünglein an der Waage werden...

 

„Die Kriegerinnen von Troy“ ist sicherlich kein innovativer Fantasy-Comic mit neuen Ideen, aber er macht Spaß, auch wenn er natürlich die ältesten Klischees bedient. Lynche, Raya und Issan sind nicht nur hübsche, sondern auch sehr selbstbewusste Frauen. Sie wirken nur auf den ersten Blick wie reine Sexobjekte, da sie kaum einen Fetzen am Leib tragen – hat man sie erst einmal kennen gelernt, merkt man, wie gut sie ihre Frau stehen können, und dass sie sehr genau wissen, was sie wollen und das auch durchzusetzen wissen.

Spannung bezieht die Geschichte nicht unbedingt aus der Sction, sondern mehr daraus, dass man zwar sehr genau weiß, dass mit Yquem etwas nicht stimmt, aber bis kurz vor dem Ende nicht genau weiß, was eigentlich wirklich hinter seinen Sammelaktionen in den Dörfern und Städten oder dem Interesse an Lynche steckt.

Auch Issan weiß zu gefallen, da ihre Absichten genauso undurchsichtig bleiben und ihr Angebot am Ende neugierig darauf macht, ob es nur eine Finte ist, oder wirklich ehrliche Absicht.

Altmeister Dany weiß die Söldnerinnen zwar sehr anregend darzustellen und möglichst viel nackte Haut zu zeigen, aber auch in seinen Bildern bleibt die Stärke der Heldinnen bestehen – sie werden nicht irgendwann zu einfachen Sex-Objekten degradiert, sondern bleiben das, was sie sind – selbstbewusste Kriegerinnen. Ihre kleinen Macken machen sich zudem noch ein wenig menschlich.

Ansonsten gibt es ein wenig Action für Zwischendurch, die üblichen skurrilen Details, die Troy so liebenswert machen und nicht zuletzt eine augenzwinkernde Verdrehung gewisser Klischees die man aus gängigen Werken der Sword & Sorcery kennt. Das ganze wird flott und vergnüglich in Szene gesetzt.

 

Alles in allem erweist sich „Yquem der Großzügige“ als gelungener Auftaktband der zweibändigen Reihe um „Die Kriegerinnen von Troy“. Vor allem Fans humorvoller Abenteuer-Fantasy, die gegen leichtbekleidete Heldinnen und uralte Klischees nicht haben, werden ihren Spaß an der munteren Geschichte haben.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Yquem der Großzügige

Reihe: Die Kriegerinnen von Troy, Bd. 1

Autor: Christophe Arleston & Melanyn

Zeichner: Dany

Special Effects: Mourier

Original: Les Guerriéres de Troy: Yquem Le Géneréux, FR 2010

Übersetzerin: Tanja Krämling

Hardcover-Album, 56 Seiten

Splitter, erschienen im Februar 2011

ISBN-10: 386869255X

ISBN-13: 978-3868692556

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 27.04.2011, zuletzt aktualisiert: 07.04.2019 17:49