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Zombies (DVD; Horror; FSK 18)

Rezension von Tanja Elskamp

 

Freigegeben ohne Jugendfreigabe wartet „Zombies“, ein Film von Regisseur J.S. Cardone, auf interessierte Zuschauer. Unter dem Titel „Wicked little things“ entstand der Horrorstreifen 2006 in den USA, wobei gleich zu bemerken ist, dass der Originaltitel – wie so oft – der treffendere ist.

 

Wer bei „Zombies“ nämlich auf sinnlosen Splatter, versteckte Gesellschaftskritik oder was auch immer man mit Zombiefilmen so verbinden mag hofft, wird enttäuscht sein. Doch zunächst zur Handlung:

 

Nachdem ihr Mann nach langer schwerer Krankheit verstorben ist, zieht Karen Tunny mit ihren beiden Töchtern in ein heruntergekommenes Haus mitten in einen Wald am Rande des Nirgendwo. Etwas anderes blieb der Familie aus finanziellen Gründen auch gar nicht übrig, und so ist Karen entschlossen, das Haus irgendwie wohnlich zu gestalten und dort zu bleiben. Während die jüngere Tochter Emma diese Entscheidung gelassen annimmt, ist Teenager Sarah alles andere als begeistert von dieser Idee.

 

Während Karen mit der Zeit durch alte Fotografien und einen verschrobenen Nachbarn von einem Bergwerksunglück vor hundert Jahren erfährt, bei dem viele Kinder verschüttet wurden und starben, findet Sarah ein paar Jugendliche, denen sie sich anschließt. Emma findet ebenfalls rasch eine Freundin – und zwar eine, die Karen auf den Fotos der verstorbenen Kinder identifiziert …

 

Der gesamte Film basiert auf der Idee, dass für das einstige Unglück der Bergwerksbesitzer Verantwortung zu tragen hat und dessen Nachfahr demnach das oberste zu vernichtende Ziel der toten Kinder ist. Dennoch – und dies ist erst der Anfang in einer Reihe von Ungereimtheiten – ziehen die Kinder nachts durch den Wald und suchen nach Opfern. Ob es sich hierbei nun um mögliche Nachfahren von irgendwem, um Fremde oder gar Schweine handelt, scheint völlig irrelevant zu sein. Auch so etwas wie ein Sättigungsgefühl kennen die Kinder nicht, verschleppen und essen sie doch alles, was ihnen vor die Schaufel oder Spitzhacke gelaufen ist.

Dass dann noch Sympathiepunkte für die Kinder gesammelt werden sollen, indem man innerhalb des Films verkündet, dass sie direkte Angehörige ihrer Sippe niemals angreifen, macht es nicht besser. Davon ausgehend müssten die Zombiekids schließlich alle friedlich sein, da die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwer ein Nachfahr von irgendwem ist, doch sehr groß sein dürfte.

 

Die Unlogik zieht sich nicht nur bis zum Showdown des Films, sondern tatsächlich auch noch darüber hinaus bis zum Abspann. Natürlich gibt es viele Opfer, es wird mit Schaufeln und Spitzhacken gedroschen und dann werden irgendwelche Körperteile verspeist – dennoch: kein Film für Splatterfreunde. Das einzige, was man sieht, ist spritzendes Blut sowie irgendwas Blutiges, das die Kinder essen. Bezüge zu Opfern sind nicht zu sehen.

 

So wie jegliches Horrorgefühl bleibt bei diesem Film auch die Spannung gänzlich auf der Strecke. Dass man sich Mühe mit der Kulisse und diversen Bonbons wie waberndem Nebel gegeben hat, ist ersichtlich. Auch das Schauspiel der Haupt- und Nebendarsteller ist nicht zu kritisieren, da sie alles Mögliche aus der faden Vorlage herausholen und in diesem Rahmen gute Arbeit leisten. Aber das und die Tatsache, dass der etwa 90-minütige Film in normaler, Steelbook- und 3D-Holo-Edition zu haben ist, machen schlicht keinen spannenden oder sonst wie guten Film aus dem Ganzen. Dass stellenweise zu dunkle Filmstellen exisitieren, in denen man rein gar nichts mehr erkennen kann, gibt dem Film dann irgendwie den Rest.

 

Fazit:

Unterhaltsam, wenn man sonst wirklich keine sehenswerte DVD mehr hat, das Kino zu teuer und das Fernsehprogramm zu schlecht sein sollte.

Eure Meinung:


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DVD:

<i>&copy; e-m-s</i>

Zombies

Originaltitel: Wicked little things

Regisseur: J. S. Cardone

Länge: 90 Minuten

USA 2006

FSK: 18

EMS, 14.05.2007

 

ASIN: B000SFH82A

 

Erhältlich bei Amazon

 

Darsteller:

Lori Heuring

Scout Taylor-Compton

Chloe Moretz

Weitere Infos:

Es wurde ein Pressemuster rezensiert. Daher können leider keine Aussagen über das Cover, Bonusmaterial, Bild- und Soundqualität gemacht werden.


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Erstellt: 30.08.2007, zuletzt aktualisiert: 27.03.2020 10:23