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Zweilicht von Nina Blazon

Rezension von Christel Scheja

 

Zu den ungewöhnlichsten Jugendbuchautorinnen gehört wohl Nina Blazon. Auch wenn sie sich scheinbar den gängigen Trends anzupassen scheint, weisen ihre Bücher doch immer wieder Wendungen und Entwicklungen vor, die sich weit abseits von den gängigen Klischees des Mainstream bewegen. So kann man nie vorhersehen, was einen wirklich hinter den Buchdeckeln erwartet. Das ist auch bei „Zweilicht“ so.

 

Jay ist froh, dass er Deutschland hinter sich lassen konnte und nun endlich in der Stadt seiner Träume angekommen zu sein scheint, auch wenn es nur für ein Jahr und als Austauschschüler ist. Denn immerhin kann er vielleicht so mehr über seinen Vater erfahren, den er nie richtig kennen gelernt hat und auch keine Chance mehr dazu hat, da dieser sich vor einiger Zeit das Leben genommen hat.

Der Anfang ist ungewohnt, doch sein Onkel Matt und dessen Sohn Aidan versuchen ihm den Einstieg in die fremde Kultur einfach zu machen. Als „Kraut“ wird er natürlich zunächst von den anderen Mitschülern in der Highschool geneckt, aber zu denen, die freundlich zu ihm sind, gehört auch Madison. Er verliebt sich recht schnell in das Mädchen mit den Indianeraugen und möchte gerne noch mehr Zeit mit ihm verbringen.

Er ahnt allerdings nicht, dass er beobachtet wird. Erst als das Mädchen Ivy in sein Leben tritt, das niemand außer ihm zu sehen scheint, wird Jay jäh aufgeschreckt, denn sie behauptet nicht nur, das Madison böse ist, sondern auch die Welt, in der er lebt nur eine Illusion.

Zunächst will er ihr nicht glauben, da er sie einfach nur für eifersüchtig hält, aber nach und nach merkt er, dass einiges doch nicht so ganz zu stimmen scheint, denn auch andere Menschen in seinem Umfeld verhalten sich seltsam und scheinen mehr zu wissen als sie zugeben wollen.

Nach und nach glaubt er immer mehr in Wahnvorstellungen zu verfallen, denn seine Welt beginnt mit der, in die ihn Ivy einlädt immer mehr zu verschwimmen. Doch was ist Wahrheit und was Lüge? Wem kann er mehr glauben? Dem Mädchen das niemand sieht – oder seiner treuen Freundin?

 

In der ersten Hälfte des Buches scheint „Zweilicht“ ein waschechter Urban-Fantasy-Roman zu sein, wie es schon andere gibt. Das erste Kapitel suggeriert, wie auch nachfolgende aus deren Sicht, dass wieder einmal verschiedene Feenwesen den „Big Apple“ unsicher zu machen scheinen.

Jay ist der junge Mensch, der nach und nach in die Welt der Magie hineingezogen wird, nachdem sich die Anzeichen mehren, dass es neben dem New York das er kennt, noch etwas anderes gibt.

Doch dann kommt die große Überraschung, mit der man eigentlich nicht rechnet, nicht einmal wenn man die Idee bereits aus einem ganz bestimmten Film kennt. Allerdings bleibt die Autorin ihrer Linie treu und begründet die Veränderungen nicht durch hochstehende Technologie, bei ihr ist auch weiterhin Magie am Werk. Diesmal bedient sie sich diverser indianischer Mythen. So hat der Wendigo seinen Auftritt, aber auch der trickreiche Kojote, der in dem Spiel die Karten neu mischt.

Interessant ist auch die Einbildung postapokalyptischer Szenarien und der Weltuntergangsphantasien um das Jahr 2012. Sie geniert sich nicht, Anspielungen auf Filme und Bücher aus der populären Kultur zu machen, wie etwa auf „Matrix“.

Dazu stellt sie die Geschichte und verschiedene Orte New Yorks so lebendig vor, als habe sie selbst eine Zeit lang in der Stadt gelebt. Vor allem die geheimnisvolle Liberty gibt immer wieder kleine Anekdoten zur Stadt zum Besten.

Die Figuren erscheinen im Gegensatz dazu eher blass. Selbst Jay und Ivy werden nur grob skizziert, da sie eigentlich nur dazu dienen um durch die Handlung zu führen und den Leser von einer Welt in die andere zu führen. Auch die romantischen Gefühle bleiben eher im Hintergrund und haben nur am Rand eine Bedeutung.

Sie helfen Jay später zwar dabei, zu erkennen, was des Rätsels Lösung ist, und wie man den Gegenspieler besiegen kann, aber die Autorin verzichtet ansonsten auf billige Klischees und schildert die Beziehung eher nüchtern. Im Mittelpunkt stehen die Abenteuer von Jay mit Ivy und die Geheimnisse, die er zusammen mit dem Leser nach und nach entdeckt.

 

Aus diesem Grund ist „Zweilicht“ ein Roman, dem es gelingt, Elemente der Urban-Fantasy gelungen mit dystopischen Bildern zu verbinden und dabei auch noch eine sehr interessante Botschaft mit einzubinden. Gerade weil die Handlung des Buches so unberechenbar ist, ist das Buch auch für erfahrene Leser sehr interessant.

 

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Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 1 von 1.

FantasyFan01
Samstag, 27. August 2011 12:42 Uhr
Wunderbares Buch!

Obwohl man teilweise erraten kann, was passiert hält Nina Blazon doch noch viele Überraschngen parat, die den Roman nie langweilig erscheinen lassen.

Die Liebesgeschichte wird zwar wichtig, aber nicht so präsent wie in anderen Büchern, was der Hadlug nur hilft.

Wenn auch das Ende sehr überraschend und plötzlich eintritt ist das gesamte Buch doch auf jeden Fall lesenswert!

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Zweilicht

Autorin: Nina Blazon

Gebunden, 412 Seiten

cbt, erschienen August 2011

Titelbild von Valentina Kalhas

ISBN-10: 357016117X

ISBN-13: 978-3570161173

Erhältlich bei: Amazon

Kindle-Edition

ASIN: B005IVZVRI

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 27.08.2011, zuletzt aktualisiert: 11.06.2019 19:38