Zwielicht 1 herausgegeben von Michael Schmidt

Rezension von Frank W. Werneburg

 

Klappentext:

»Zwielicht« Dämmriges Licht, verschwommene Konturen. Die Realität hat einen Riss. Aus ihr heraus treten fünfzehn Geschichten: Zum Nachdenken anregend, beängstigend, erschreckend.

»Zwielicht« Das neue Magazin für unheimliche Literatur

 

Rezension:

Menschliche Ängste in ihren unterschiedlichsten Formen entwickeln sich für die Protagonisten zu Horror-Abenteuern. Die Folgen eines Autounfalls, eine unbeglichene Schuld, rätselhaftes Wolfsgeheul oder ein entführtes Kind bilden die Ausgangssituationen der diversen Geschichten.

 

Zwielicht ist keine klassische Anthologie, sondern versteht sich selbst als Horrormagazin. Das zeigt sich auch daran, dass außer den 15 Kurzgeschichten auch Beiträge über die Horrorliteratur und (mehr oder weniger) bekannte Vertreter des Genres enthalten sind. Obwohl mittlerweile schon die 12. Ausgabe angekündigt ist, hatte ich bisher noch keinen Kontakt zu dieser Anthologiereihe beziehungsweise diesem Magazin, um bei der Selbsteinschätzung zu bleiben. Daraus folgt auch, dass der von mir gelesene Band 1 schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, denn er ist bereits 2009 erschienen, was auch den enthaltenen Artikel zum Vincent Preis 2007 erklärt.

 

Während die Hintergrund-Beiträge durchweg interessant waren und mir einiges Neues vermitteln konnten, konnten mich von den 15 Kurzgeschichten leider nur 2 überzeugen, nämlich Eine andere Wildnis und Götterdämmerung. Alle anderen gingen entweder an meine Erwartungen vorbei, erscheinen mir nicht wirklich rund oder hatten erzählerische Mängel. Deshalb konzentriere ich mich hier auf die beiden in meinen Augen gelungenen Beiträge:

 

In »Eine andere Wildnis« erzählt Jakob Schmidt von einem alten Mann, der einsam auf einer Berghütte lebt. Doch sowohl seinem Sohn, der ihn jeden Monat besucht, als auch seinem treuen Hund umgeben Geheimnisse.

 

Torsten Scheib führt den Leser mit »Götterdämmerung« in ein eigentlich rein menschliches Familiendrama, bei dem sich überraschend Verbindungen zu nicht real erklärbaren Vorgängen ergeben. Die nordische Mythologie spielt hier eine überraschende Rolle.

 

Obwohl mich der Großteil der enthaltenen Kurzgeschichten nicht wirklich begeistern konnte, halte ich das Konzept der Mischung von Horror-Stories und Hintergrund-Artikeln für tragfähig. Eventuell werde ich mir gelegentlich mal eine der späteren Ausgaben ansehen und überprüfen, ob mich die dortige Auswahl an Geschichten besser überzeugen kann.

 

Fazit:

Das überzeugende Konzept einer Horror-Anthologie mit Hintergrund-Berichten leidet unter einer eher schwachen Auswahl an Kurzgeschichten.

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Eure Meinung:

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Magazin

Zwielicht 1

Anthologie

Herausgeber: Michael Schmidt

Titelbild: Susanne Jaja

Innenillustrationen: Lothar Bauer

Eloy, 2009

Taschenbuch, 240 Seiten

 

ISBN-10: 1534672796

ISBN-13: 978-1534672796

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B00KFDLAEM

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Inhalt

  • Christian Weis – Im Abgrund
  • Bernard Craw – Erwachen
  • Jakob Schmidt – Eine andere Wildnis
  • Rainer Innreiter – Sieben Katzenleben
  • Achim Hildebrand – Margit
  • Peter Nathschläger – Die Wölfe von Nebraska
  • David Grashoff – Der Autobahn-Heiland
  • Marcus Richter – Meer der Halme
  • Markus Niebios – Warten
  • N. T. Neumann – Das unterste Fundbüro
  • Markus Saxer – Das weiße Gesicht
  • Walter Diociaiuti – Sexy Sadie
  • Michael Schmidt – Volldampf voraus!
  • Tobias Bachmann – Kaleidoskop der Seele
  • Torsten Scheib – Götterdämmerung
  • Daniel Neugebauer – Montague Rhodes James und die Gespenstergeschichte
  • Martin Strasser – Der vergessene Wolfkind
  • Martin Strasser – Die Magie der Außenseiter
  • Michael Schmidt – Vincent Preis 2007

weitere Infos:

Biographie, Bibliographie, Rezensionen und mehr zu Michael Schmidt


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zuletzt aktualisiert: 25.10.2019 19:26 | Users Online
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