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Zwischen den Welten von Laini Taylor

Reihe: Daughter of Smoke and Bone, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Schon mit ihren Romanen um „Die Elfen von Dreamdark“ bewegte sich Laini Taylor „Zwischen den Welten“ und bot märchenhaft-versponnenen Urban-Fantasy, die aber niemals süß und niedlich daher kommt. Auch der Auftakt der Trilogie „Daughter of Smoke and Bone“ hat es in sich.

 

Die achtzähnjährige Karou lebt in Prag und studiert Kunst. Viele ihrer Kommilitonen sind fasziniert von den Zeichnungen und Skizzen, die sie gerne zwischendurch macht, zeigen diese doch immer wieder ungewöhnliche Orte, die es auf der Erde nicht geben kann, oder Fabelwesen, halb Mensch, halb Tier.

Das junge Mädchen mit den blau gefärbten Haaren gibt die Bilder als Ausdruck ihrer überbordenden Phantasie aus und verrät mit keinen Wort, dass sie lebendige Vorbilder hat und selbst in einer Welt der Magie lebt.

Ihr Vater Brimstone ist ein Wunschhändler, der als Bezahlung Zähne nimmt und seine Angestellten sind weit davon Menschen zu sein. Für Karou war es schon als Kind normal, an verschiedenen Orten der Welt zur Schule zu gehen, ohne dabei jedoch die angestammte Wohnung zu verlassen.

So verdient sie sich auch neben ihren Studium immer noch etwas dazu, indem sie immer wieder zu Botengängen für ihren Vater aufbricht und dazu die Eingangstür als magisches Portal benutzt.

Es gibt zwar noch andere Türen im Haus, aber diese sind verschlossen und für Karou verboten. Dennoch wächst mit den Jahren die Sehnsucht, eine davon zu durchschreiten und das zu erkunden, was dahinter liegt, auch wenn sie dieser aus Treue zu ihrem Ziehvater nicht nachgibt.

Das ändert sich allerdings, als sie eines Tages überraschend von einem Engel angegriffen wird, der auf der Suche nach Brimstone ist. Zusammen mit zwei Kameraden will Akiva das Treiben des Wunschhändlers unterbinden, den Rest seiner Angestellten bestrafen oder in die Welt zurück verbannen aus der sie kamen.

Erstaunt über Karous Unwissen, was den Ziehvater und seine Machenschaften betrifft und gebannt von den Gefühlen, die sie in ihm hervor ruft, verschont Akiva sie und sucht von nun an ihre Nähe, um mehr über das geheimnisvolle Mädchen heraus zu bekommen. Das bringt auch die junge Frau dazu, sich ihrer eigenen Vergangenheit zu stellen, die ganz anders ist, als sie dachte.

 

„Zwischen den Welten“ ist kein einfach zu lesender Roman. Das liegt vor allem an dem versponnenen, fast lyrischen Stil von Laini Taylor, die sich nicht scheut, auch in den einzelnen Kapiteln gehörige Sprünge in Zeiten und Orten zu machen und vieles anders zu beschreiben als man es gewohnt ist. So entsteht schon bald eine magische, fast unwirkliche Atmosphäre.

Nur auf den ersten hundert Seiten bewegt sich die Geschichte mit beiden Beinen auf der Erde. Die ersten Kapitel erscheinen ganz normal und schildern den Alltag einer ganz normalen Studentin. Ganz langsam fließen die phantastischen Elemente mit ein und knüpfen Verbindungen zu den ersten Andeutungen.

Mit Akivas Auftauchen ist es aber dann vorbei. Die Realität verschwimmt immer mehr und macht dann einer magischen Wirklichkeit platz, in der Karou nicht nur mehr über die Motive des Engels und seiner Gefährten herausfinden, sondern auch bisher unbekannte Dinge über ihre Familie erfährt.

Dafür muss sie in eine ganz andere Welt eintauchen, in der Cherubim und Chimären seit langer Zeit mit Schwert und Magie Krieg führen und Frieden ein unerreichbares Ziel zu sein scheint. Auch sie selbst erwartet eine unangenehme Überraschung, da sie enger mit diesem Ort verknüpft ist, als sie wahrhaben will.

Das wird nicht gerade geradlinig erzählt, so dass man schon sehr genau aufpassen muss, die jeweiligen Szenen richtig einzuordnen. Gerade die letzten fünfzig Seiten geben der Geschichte eine überraschende Wendung, die viele Fragen aufwirft. Damit sichert die Autorin aber auch, dass ihre Leser auch zum kommenden Band greifen.

Trotz vertrauter Figuren vermeidet Laini Taylor die üblichen Engel- und Dämonenklischees. Ihre Figuren und Orte bekommen dadurch eine ganz eigene Dynamik, die die Geschichte abwechslungsreich macht. Wer darauf hofft, dass die Romanze einen bedeutsamen Teil des Romans einnimmt, wird ebenfalls enttäuscht, denn auch wenn es zwischen Karou und Akiva anfänglich knistert, ist doch nichts von der üblichen Liebesbeziehung zu merken.

 

Alles in allem erweist sich „Zwischen den Welten“ der erste Band der Trilogie „Daughter of Smoke and Bone“ als nicht gerade einfach zu konsumierendes Werk. Wer aber magische urban Fantasy mit einem komplexem Hintergrund und fernab der gängigen Romantik-Klischees sucht, der wird an dem märchenhaft-lyrischen Werk seine Freude haben.

 

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Zwischen den Welten

Reihe: Daughter of Smoke and Bone, Bd. 1

Autorin: Laini Taylor

gebunden, 492 Seiten

Fischer, erschienen Februar 2012

Aus dem Englischen von Anna Julia und Christine Strüh

ISBN-10: 3841421369

ISBN-13: 978-3841421364

Erhältlich bei: Amazon

Kindle Edition

ASIN: B006LI9P8S

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 19.03.2012, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59