Mit dem Urknall begann alles. Das gehört heute zur Allgemeinbildung. Auch wie unser Sonnensystem entstand, weiß jeder Interessierte zumindest in den Grundzügen. Mit der Evolution des Lebens auf der Erde sieht es ähnlich aus. Dass unserer Sonne in ferner Zukunft der Brennstoff ausgehen wird, hat sich wahrscheinlich auch herumgesprochen.
Meist finden sich diese Informationen aber in unterschiedliche populärwissenschaftlichen Büchern aufgeteilt. So zentral in einem zusammenhängenden Zeitstrahl, wie ihn Heino Falcke, Professor für Astrophysik, und sein Co-Autor Jörg Römer in diesem Buch zusammengestellt haben, habe ich die Geschichte vom Urknall über die Entstehung der chemischen Elemente, die Bildung von Sternen und Galaxien bis hin zur Herausbildung des Lebens auf der Erde und dessen Evolution bis hin zu uns Menschen allerdings noch nie gelesen. Das macht dieses populärwissenschaftliche Buch definitiv zu etwas Besonderem.
Das alles gelingt den beiden Autoren in einem gut lesbarem Stil. Bei soviel Lob muss ich allerdings einen kleinen Kritikpunkt einstreuen: Leider flicht Heino Falcke, ein anerkannter Wissenschaftler, immer wieder religiöses Gedankengut ein. Das geht sogar so weit, dass er andeutet, beim Urknall könnte eventuell eine höhere Macht mitgewirkt und somit Einfluss auf die sich herausbildenden Naturgesetze genommen haben. Das halte ich bei allen ansonsten sehr interessanten Informationen für eine wissenschaftlich äußerst bedenkliche Ansicht. Dieser Punkt, und zwar ausschließlich dieser Punkt, führt dazu, dass ich diesem ansonsten hervorragenden Werk keine 5 Sterne geben kann.
Wenn man über diese religiösen Einschübe hinwegliest, ist Zwischen Urknall und Apokalypse nämlich eines der besten derartigen Bücher, die ich kenne.