Fyrgar – Volk des Feuers von Uschi Zietsch

Rezension von Christel Scheja

 

Es ist praktisch, wenn ein Autor nach einer erfolgreichen Trilogie eine ganze Welt als Spielwiese nutzen kann, vor allem wenn er bisher nur eine Facette seines Hintergrundes vorgestellt hat.

Mit ihren „Chroniken von Waldsee“ hat Uschi Zietsch genau das getan, aber auch niemals einen Hehl daraus gemacht, dass es noch viele andere Regionen, Völker und Geheimnisse gibt, die sie besuchen kann.

 

„Fyrgar – Volk des Feuers“ ist nach „Nauraka – Volk der Tiefe“ der zweite Roman, der lose mit der Trilogie verbunden ist, aber ansonsten eine ganz eigene Geschichte erzählt. Im Mittelpunkt steht Aldavinur. Er gehört den Fyrgar an, einer unsterblichen Rasse, die hoch in den Bergen lebt und das Wissen der Welt sammelt und hütet. Ihren Beinamen tragen sie, weil sie eng mit dem Element des Feuers verbunden sind. Sie können durch es schreiten, ohne Schaden zu nehmen und sogar selbst entzünden.

Bisher ist das Leben des Weisen in ruhigen Bahnen verlaufen. Er hat gelernt und gelehrt. Doch eines Tages verliert dieser nicht nur einen jungen Schüler an die geheimnisvolle Macht der Schattenweber, sondern muss auch feststellen, dass dieses Volk nur Böses im Schilde führt. Sie geben unlösbare Rätsel auf, überziehen aber auch die Welt mit Angst, Schrecken und Krieg.

Aldavinur bleibt nichts anderes übrig, als durch das Feuer zu gehen und zum Menschen zu werden. Nur so kann er sein Volk und den Rest der Welt retten. Doch aller Anfang ist schwer, denn den Unsterblichen hat diese Rasse wenig gekümmert, da sie viel zu kurz auf Waldsee weilten.

Nun muss er selbst mit der wenigen Zeit, die ihm bleibt, zurecht kommen und etwas unternehmen. So beginnt er eine verzweifelte Reise durch eine ihm zunächst sehr fremde Welt. Doch überraschenderweise gibt es auch unter den Wesen, die nicht so lange auf Waldsee weilen, treue Freunde, Gefährten und mehr ...

 

Wie die anderen Romane dieses Zyklus so hat auch „Fyrgar – Volk des Feuers“ einen sehr märchenhaften Touch. Auch wenn die Handlung eher in Richtung Abenteuer geht, so setzt die Autorin nicht nur auf Spannung und Action, sondern auch auf Ambiente und betont immer wieder den magischen Charakter ihrer Welt. Die Hauptfiguren, vor allem Aldavinur, bewahren sich viel Naivität, aus der sie aber auch ihre Kraft schöpfen, und stechen so ein wenig von den sonst üblichen, vom Leben und Zynismus gezeichneten Helden ab.

Die Geschichte spielt nach den Ereignissen der „Chroniken“ und zeigt sehr schon, wie sehr „Waldsee“ im Wandel und nichts auf Dauer ist. Durch die Reise Aldavinurs lernen die Leser weitere Facetten, Völker und Geheimnisse der Welt kennen, die dem Hintergrund noch mehr Farbe geben, da Uschi Zietsch auch immer darauf achtet, lebendige Verbindungen zu knüpfen.

Wie auch schon bei „Nauraka“, so muss man auch für „Fyrgar“ die anderen Romane nicht kennen und kann so in die Geschichte einsteigen. Neben der Kultur der Fyrgar und der anderen Völker, denen der Held später begegnet, vergisst sie aber auch nicht eine Geschichte zu entwickeln, hinter der mehr als nur eine simple Queste gegen das Böse steckt. Auch die „Schattenweber“ entpuppen sich als interessante Macht, wenngleich sie nicht ganz so ausgearbeitet werden wie der Rest. Auch die Auflösung der Intrige kann sich sehen lassen, fügen sich doch alle Hinweise und Vorbereitungen zu einem gelungenen Ganzen zusammen.

 

So erweist sich „Fyrgar – Volk des Feuers“ als ein spannender Fantasy-Roman der trotz seines märchenhaft-magischen Ambientes einen komplexen Hintergrund und eine gut durchdachte Handlung besitzt, die nicht in den Beschreibungen der Figuren und der exotischen Szenarien untergeht.

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Buch:

Fyrgar – Volk des Feuers

Reihe: Waldsee

Autorin : Uschi Zietsch

Taschenbuch, 447 Seiten

Lübbe, November 2010

Titelbild: Kira Santa

ISBN-10: 3404285492

ISBN-13: 978-3404285495

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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zuletzt aktualisiert: 11.09.2019 19:57 | Users Online
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