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Das Siegel des Todes von Licia Troisi

Reihe: Die Schattenkämpferin Bd.2

Rezension von Christel Scheja

 

 

Mit ihrem Zyklus um „Die Schattenkämpferin“ setzt Licia Troisi die Geschichte der Aufgetauchten Welt fort. Nun ist der zweite Band „Das Siegel des Todes“ erschienen, die Fortsetzung von „Das Erbe der Drachen“.

 

Vierzig Jahre nachdem die letzte Halbelfe Nihal und der Magier Sennar den Tyrannen Aster besiegte, der im Begriff war, die Welt zu unterjochen, hat Yeshol, ein treuer Gefolgsmann des Tyrannen, einen neuen dunklen Kult aufgebaut. Ihm dienen die Assassinen, konditionierte menschliche Mordinstrumente. Zudem hat er den machthungrigen König Dohol unter Kontrolle, der nicht nur weite Teile der Welt für ihn erobert, sondern auch kostbare Artefakte wiederbeschafft hat. Yeshol arbeitet daran, Aster zurück auf die Welt holen. Die Magier der noch freien Länder ahnen zwar, das etwas vor sich geht, sie wissen aber noch nicht genau, was los ist,. Zu diesem Zweck schleicht sich ein Spion als Postulant in den Kult ein.

Lonerin der junge Magier, will mehr über die Pläne Yeshols heraus finden, doch das kostet ihn dabei fast das Leben. Er wird jedoch von Dubhe, einer jungen Schattenkämpferin gerettet, die anders als der Rest zu sein scheint. Sie ist nicht ganz so fanatisch und scheint gegen die Bande aus Drogen und Folter zu rebellieren, die man ihr angelegt hat.

Das junge Mädchen verhilft ihm zur Flucht, doch es zahlt einen hohen Preis dafür. Ein Fluch wird sie nach und nach in eine blutgierige Bestie ohne Verstand verwandeln, wenn sie nicht regelmäßig eine bestimmte Droge nimmt.

Auch Lonerin kann mit seinen Kräften nur den Fluch verlangsamen aber nicht aufhalten, dass vermag nur der, der den Fluch über sie warf oder ein besonders mächtiger Magier. Und da fällt ihm nur einer ein.

Obwohl sich Sennars schon vor vielen Jahren zurückgezogen hat, besteht noch die Möglichkeit, dass er irgendwo jenseits der Gestaden der bekannten Regionen der Aufgetauchten Welt lebt. Nun, da er seine Informationen übermittelt hat, ist dem Rat klar, dass sie jeden brauchen, der auf ihrer Seite kämpfen kann, denn die Lage ist ernster als gedacht.

Und während der alte Gnom Ido nach dem Sohn Nihals und Sennars sucht, der ebenfalls in Gefahr zu sein scheint, brechen Dubhe und Lonerin auf, um den alten Magier zu finden. Doch die Reise wird zu einer Mühsal und körperlichen wie seelischen Qual, denn sie verirren sich immer wieder in den undurchdringlichen Urwäldern und steinernen Labyrinth und geraten durch Natur und Tiere in Gefahren. Und nicht zuletzt werden sie von zwei skrupellosen Assassinen verfolgt, die nur eines im Sinn haben – Dubhe zurück zu holen, um sie ihrer Strafe zu überantworten. Als das junge Mädchen dann schließlich in ihre Hände gerät und Lonerin bei dem Kampf in einen Fluss stützt, scheint alles verloren.

 

„Das Siegel des Todes“ nimmt die undankbare Position in der Mitte eines Zyklus ein, und tatsächlich zeigt das Buch gegenüber dem ersten Band Schwächen. Die übergeordnete Handlung kommt nicht sonderlich voran, denn es geht in erster Linie um die Reise von Dubhe und Lonerin, die immer wieder durch innere und äußere Gefahren bedroht wird. Dabei zitiert die Autorin alles, was auch andere Autoren bereits verwendet haben – gefährliche Tiere, die Wut der Natur und nicht zuletzt auch die Uneinigkeit, die das Heldenpaar umgibt. Das wäre nicht ganz so schlimm, wenn sie nicht auch noch ein Liebesdrama daraus machen würde, denn viel von dem Streit, der sich zwischen den Helden entwickelt hat auch etwas mit romantischen Gefühlen zu tun.

Während Lonerin eine gewisse Wandlung durchmacht, bleibt Dubhe eher so wie sie ist und verändert sich nicht in irgend einer Form, obwohl der Fluch immer mehr Besitz von ihr ergreift. Dafür erfährt man ein wenig mehr von ihrer größten Widersacherin Rekla, was aber ihren zweidimensionalen Charakter noch vertieft.

Mehr als die Hälfte des Buches widmet die Autorin dem Hin und Her im Wald. Da sind die Abenteuer von Ido schon wesentlich spannender gemacht und vermitteln auch einiges mehr an Information, die für den dritten Roman interessant werden dürften. Erist im letzten Viertel des Romans zieht das Tempo der Geschichte wieder an und bereitet den Abschluss der Saga vor.

Letztendlich bleibt die Autorin bei ihren oberflächlichen Entwicklung der Figuren und der einfach gestrickten Handlung. Sie setzt weiterhin auf eine reine Abenteuerhandlung ohne komplexen Hintergrund. Trotz einiger Wendungen gibt es keine wirklich großen Überraschungen oder Enthüllungen. Spannung entsteht letztendlich nur durch die oberflächliche und auf Effekte ausgelegte Action. Das merkt man auch an ihrem Stil, der in den entsprechenden Szenen besonders kurz und abgehackt ist, um dein Eindruck noch zu vertiefen.

 

Wie auch schon „Das Erbe der Drachen“ wendet sich auch „Das Siegel des Todes“ vor allem an die Leser, die unterhaltsame Abenteuer im Stil von „Eragon“ und anderer All-Age-Fantasy mögen, aber nicht wirklich Tiefgang bei den Charakteren oder eine intelligent konstruierte und komplexe Handlung erwarten.

 

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Buch:

Das Siegel des Todes

Reihe: Die Schattenkämpferin Bd. 2

Autorin: Licia Troisi

gebunden, 464 Seiten

Heyne, erschienen August 2008

Übersetzung aus dem Italienischen von Bruno Genzler

Titelbild von Paolo Barbieri

ISBN-10: 3453265645

ISBN-13: 978-3453265646

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 10.09.2008, zuletzt aktualisiert: 09.07.2016 19:41