Blutige Rosen von Veronika Bicker

Reihe: Optimum, Bd.1

Rezension von Christel Scheja

 

Schon als Teenager entdeckte Veronika Bicker das Schreiben für sich. Die 1978 in Karlsruhe geborene Autorin veröffentlichte bereits während ihrer Studienzeit zahlreiche Kurzgeschichten und widmet sich nun ganz dem Schreiben. Nach „Schmetterlingsschatten“ ist „Blutige Rosen“ ihrer zweiter Roman und gleichzeitig der Auftakt der „Optimum-Reihe“.

 

Rica muss wohl oder übel mit, als ihre Mutter eine Anstellung als Lehrerin in einem Eliteinternat annimmt und dafür in eine ganz andere Stadt ziehen muss. Schnell stellt sie fest, dass die Uhren in der „Daniel-Nathan-Akademie“ ganz anders zu ticken scheinen als in ihrer alten Schule.

Die Regeln sind streng und die Lehrer achten ziemlich darauf, dass diese nicht übertreten werden. Dennoch neigen einige der Jugendlichen zu plötzlicher Aggressivität, andere scheinen einfach durch ihre Anwesenheit Gedanken und Gefühle beeinflussen zu können. Auch die Lehrer fallen gelegentlich aus ihrer Rolle, wie der freundliche Lehrer im Kletterkurs oder die undurchsichtige Therapeutin Frau Jansen, zu der viele Schüler immer wieder gehen müssen.

Rica bleibt allerdings nichts anderes mehr übrig, als sich anzupassen, nachdem sich in ihrer alten Schule auch noch ihr Freund und ihre beste Freundin zusammengetan haben und sie nichts mehr hat, auf das sie hoffen kann.

Schneller als sie denkt, gewöhnt sie sich ein und kommt in engeren Kontakt mit der schüchternen Eliza, dem geheimnisvollen Robin, der rebellischen Jo und nicht zuletzt zu Janina, die eigentlich ganz normal ist, aber auch ihre Ausraster hat.

Dann stirbt eine ihrer neuen Bekanntschaften und Rica entdeckt auch noch die Leiche der kurz zuvor als verschwunden Gemeldeten.

Da sie nicht glauben kann, dass das Mädchen sich das Leben aus freiem Willen genommen hat, beschließt sie genauere Nachforschungen zu unternehmen – nicht ahnend, dass sie sich damit selbst in tödliche Gefahr bringt.

 

„Blutige Rosen“ hat viel von einen Mystery-Thriller. Ein junges Mädchen kommt an einen Ort, der nur vordergründig normal erscheint. Nach und nach kommt sie durch schreckliche Ereignisse einem grausamen Geheimnis auf die Spur.

Auf der anderen Seite kämpfen Rica und ihre Freunde auf der Schwelle zum Erwachsenwerden mit den üblichen Teenager-Problemen. Die Erwachsenen nehmen sie nicht für voll und versuchen sie zu gängeln, daraus folgt innerer und äußerer Widerstand.

Die Geschichte konzentriert sich vor allem auf letzteres, so dass vor allem Leser, die selbst noch in der Schule sind, oder diese gerade verlassen haben, sich wohl am besten mit den jungen Helden identifizieren können.

Dazu kommt ein Geheimnis, dass Rica und Co vermutlich noch in den kommenden Bänden beschäftigen wird. Denn auch wenn die wichtigste Frage des Buches beantwortet wird – es sind genug Dinge ans Licht gekommen, die den Leser stutzig machen. Aus diesem Grund endet „Blutige Rosen“ auch relativ offen.

Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet. Vor allem die Jugendlichen erhalten viele Facetten und werden zu lebenden und atmenden Menschen. Bei den Lehrern sieht es nicht ganz so gut aus, viele von diesen sind auf wenige Facetten reduziert.

Alles in allem stimmt aber die Gewichtung des Buches – Problembewältigung und die Suche nach der Wahrheit halten sich die Waage, Beziehungsprobleme spielen nur am Rande eine Rolle.

 

„Blutige Rosen“ erweist sich so als spannender und lebensnaher Mystery-Thriller für Jugendliche und junge Erwachsene, der Lust auf die nächsten Bände der „Optimum“-Reihe macht.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Blutige Rosen

Reihe: Optimum, Bd.1

Autorin: Veronika Bicker

Broschiert, 348 Seiten

Egmont Ink, erschienen September 2012

Titelbildgestaltung: Sandra Tauber

ISBN-10: 3863960440

ISBN-13: 978-3863960445

Erhältlich bei: Amazon

Kindle-Edition

ASIN: B008HIVR1S

Erhältlich bei: Amazon

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zuletzt aktualisiert: 11.06.2019 19:38 | Users Online
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