Der Herr des Nebels von Maxime Chattam

Reihe: Alterra, Bd. 4

Rezension von Christel Scheja

 

Fantasy aus anderen Ländern als dem angloamerikanischen Raum hat es in Deutschland traditionell schwer. Nur gelegentlich gelingt es der ein oder anderen Saga eine treue Leserschaft zu finden. Das ist auch bei „Alterra“ von Maxime Chattam der Fall, dessen vierter Band „Der Herr des Nebels“ nun erschienen ist.

 

Matt, Ambre und Tobias könnten zufrieden sein, denn nach der großen Schlacht haben sich Pans und Zyniks geeinigt und versuchen in Frieden miteinander auszukommen. Ihre Arbeit scheint getan, nachdem der finstere König besiegt worden ist und die anderen einen Weg gefunden haben, miteinander auszukommen. Der Nachwuchs wird nun von den jüngern Pans aufgezogen, diejenigen der Pans, die sich nicht mehr wohl fühlen, können jederzeit und ohne Ärger oder Nachteile zu den Zyniks gehen.

Allerdings zeigt sich, dass der Frieden eher trügerisch ist, denn plötzlich werden mehrer Pans mit schwarzen Flecken aufgefunden, die schnell und unerwartet gestorben sind. Guter Rat ist teuer, denn alles deutet darauf hin, dass der mächtige Torvaderon zurückgekehrt sein könnte, der die Welt schon einmal in Angst und Schrecken versetzte.

Nun ist es an den drei Jugendlichen, nach den Ursachen für den Tod ihrer Freunde zu suchen und so schnell wie möglich eine Lösung zu finden.

 

Ursprünglich sollte „Alterra“ mit dem dritten Band enden, aber offensichtlich hat der Autor noch genug Ideen gehabt, um einen weiteren Zyklus zu starten, der auf dem ersten aufbaut. So ist allerdings auch kein Einstieg möglich, da Chattam die Gegebenheiten als bekannt voraussetzt und nicht mehr viel erklärt. Die Figuren und ihre Beziehungen, auch die Welt und ihre Geschichte werden in keinster Weise eingeführt, was es schwer macht, sich neu in sie einzufinden.

Der Roman bietet eine Mischung aus Jugend-Abenteuerroman, Fantasy und Endzeit-Saga. Alterra baut bewusst auf irdischen Gegebenheiten auf, mischt aber munter Fantasy-Elemente dazwischen. Die jungen Helden haben gelernt zu überleben und gleichzeitig ihre inneren Stärken zu finden, zugleich bleiben sie menschlich genug, um als Identifikationsfigur für junge Leser zu dienen – der anvisierten Zielgruppe.

Dennoch bleibt ein schaler Nachgeschmack, denn trotz einiger skurriler Ideen liest sich alles so, als sei es schon einmal da gewesen. Das macht die Geschichte über Strecken vorhersehbar. Zudem bleiben die Figuren sehr schwammig, man kann keine Nähe zu ihnen aufbauen um mit ihnen zu fühlen, wenn man mehr erwartet als eine oberflächliche Charakterzeichnung.

 

Was bleibt ist letztendlich ein eher durchschnittlicher All-Age-Fantasy-Roman, der vor allem die Fans der Alterra-Saga ansprechen dürfte. Wer sich mit „Der Herr des Nebels“ in die Welt einlesen möchte hat eher schlechte Karten, auch diejenigen, die mehr als eine geradlinige Handlung mit oberflächlichen Figuren erwarten.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Der Herr des Nebels

Reihe: Alterra Band 4

Autor: Maxime Chattam

Taschenbuch, 390 Seiten

Knaur, November 2012

ÜbersetzerInnen: Sonja Finck und Maximilian Stadler

 

ISBN-10: 3426512726

ISBN-13: 978-3426512722

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B008B1TLA0

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

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zuletzt aktualisiert: 20.09.2019 15:49 | Users Online
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