Saw II (Kino; Horror; FSK 18)

Redakteur: Andre Müller

 

Der Jigsaw-Killer lebt! Das ist nur eine von vielen Fragen, welche die Fortsetzung im zweiten Teil von Saw lüftet.

Es beginnt im zweiten Teil nicht anders als es im ersten endete. Der Jigsaw-Killer spielt sein erbarmungsloses und tödliches Spiel. Wer seinen Überlebenswillen nicht dazu nutzen kann, um alle moralischen und ethischen Hemmungen über Board zu werfen, der wird in diesem Spiel gnadenlos auf der Strecke zurück bleiben. Dabei will der Jigsaw-Killer seinen Opfern nur zeigen, wie kostbar das Leben ist.

 

Der Polizeiinformant Michael wacht in einem kargen und kalten Raum auf. Außer ihm befinden sich lediglich ein alter Holzstuhl, ein Skalpell, ein Fernseher und ein kleiner gammliger Spiegel im Raum. Nach der anfänglichen Benommenheit bemerkt Michael, dass ihm ein mittelalterlich wirkender Apparat am Torso befestigt wurde. Es sieht aus, wie eine Mischung aus einer "Eisernen Jungfrau" und einer Mausefalle. Diese droht augenscheinlich jederzeit zuzuschnappen und würde damit den Kopf von Michael mit den beiden nagelgespikten Schalen zerquetschen.

Als wenn dieser Schock nicht genug wäre, fällt Michael auf, dass etwas mit seinem rechten Auge nicht stimmt. Er verspürt einen unbeschreiblichen Schmerz und kann auch nur mit dem linken Auge etwas sehen. Nach einem erschreckenden Blick in den Spiegel muss Michael feststellen, dass an der Stelle, an der zuvor sein Auge war, nur noch eine blutverschmierte Wunde zu sehen ist.

Plötzlich schaltet sich der Fernseher in einer dunklen Ecke des Raumes ein. Auf dem Bildschirm ist das Bild einer furchterregenden Puppe zu erkennen. Dazu ertönt die Stimme des Jigsaw-Killers: "Hallo Michael. Ich möchte ein Spiel spielen...“ Er erklärt Michael die tödliche Funktion des erschreckenden Folterinstrumentes, an welchem Michael gefesselt ist. Es gibt nach Aussage von Jigsaw auch einen Schlüssel, mit dessen Hilfe er sich von dem Apparatismus befreien könne. Dies sollte Michael aber schnell tun, da das Folterinstrument mit einer Zeitschaltuhr versehen ist. Der Jigsaw-Killer sagt, dass er Michael noch einen Tipp geben möchte. Plötzlich kann man in einem Sekundenbruchteil auf dem Fernseher ein Röntgenbild eines Schädels erkennen. Auf der Höhe des rechten Auges zeichnet sich dabei deutlich ein Schlüssel ab... Als Michael die nun offensichtliche Situation realisiert bricht er in Panik aus und springt auf. Genau in diesem Moment ertönt ein durchdringendes Ticken, welches von dem sadistischen Gerät ausgeht. Er hat soeben die Zeitschaltuhr aktiviert, indem er die Reißleine betätigte die von dem Apparat aus mit der Wand verbunden war. In seiner nicht enden wollende Qual greift Michael zum Skalpell, während die Uhr unaufhörlich weiter tickt...

 

 

Alle die den ersten Teil bereits gesehen haben, werden jetzt denken, dass es in der Fortsetzung nichts Neues gäbe und der erste Teil nur noch mal künstlich in die Länge gestreckt wird. Doch weit gefehlt! Das ist nur der vergleichsweise unspektakuläre Auftakt für einen neuen und unvergleichlichen Thriller. In diesem Film von Darren Lynn Bousman wird der Zuschauer von Anfang an gepackt und nicht mehr losgelassen. Es bleibt dem Betrachter kaum Zeit um Luft zu holen, so dass man nicht einmal im Ansatz auf die Idee kommt, auf die Uhr zu schauen.

Am Stil vom Film hat sich trotz Regisseurwechsel zu Saw (James Wan) wenig geändert. Es geht etwas rasanter zur Sache, aber dies spiegelt die Stimmung des Filmes gut wieder. Denn es geht um ein Rennen gegen die Zeit, bei dem es heiß her geht. Es fließt viel Blut und der Zuschauer bekommt dies in vollem Ausmaß zu sehen. Dabei geht die nervenzerreißende Stimmung weit unter die Haut und lässt einen erschreckend tief in die Situation eintauchen.

Die Handlung zeichnet sich dadurch aus, dass die Geschichte stetig weiter erzählt wird, bei der erst mit der Zeit die Verbindungen untereinander zu erkennen sind. Dennoch bleiben alle Geschehnisse jederzeit übersichtlich und verwirren nicht unnötig. Eine Ausnahme bildet hier wieder das spektakuläre Ende, welches die Geschichte vollkommen unerwartet kippt und einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Auch die Verbindung zum ersten Teil wird sich dem Zuschauer erst zum Ende hin vollkommen offenbaren und noch einige Fragen aufwerfen, was das Ende vom ersten Teil angeht.

Die fast durchweg unbekannten Schauspieler können dem cineastischen Genuss kaum Einhalt gebieten und schaffen es die Persönlichkeiten ihrer Charaktere gut zu verkörpern. Obwohl man leider sagen muss, dass es auch hier an der einen oder anderen Stelle nicht geschadet hätte, einen anderen Schauspieler einzusetzen, der die Rolle lebendiger und realistischer gestallten würde.

 

Fazit:

Für alle Freunde vom Thriller/Horror Genre und dem ersten Teil ist der Film sicher ein absolutes Pflichtwerk. Wer den ersten Teil nicht mochte, wird bei Saw II sicher auch nicht glücklich. Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass der bereits hervorragende erste Teil nochmals getopt wurde und ein hohes Maß an Spannung, aber auch Action bietet. Es geht hart zu Sache und deshalb ist der Film nichts für Leute mit schwachen Nerven und erst recht nichts für Kinder.

Mein Tipp für alle Leute die jetzt Lust auf mehr bekommen haben: Schaut euch vorher unbedingt Saw (auf DVD erhältlich) an. Dabei sollte man aber darauf achten, dass man sich die FSK 18 Version holt. In der stark beschnittenen FSK 16 Version geht ein spürbarer Teil der Spannung verloren.

 

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Film:

© Kinowelt

Saw II

Dt.Start: 09. Februar 2006

Premiere: 28. Oktober 2005 (USA

FSK: ab 18

Genre: Horror, Thriller

Länge: 93 min

Darsteller:

Donnie Wahlberg (Detective Eric Mason), Shawnee Smith (Amanda), Tobin Bell (John), Franky G (Xavier), Glenn Plummer (Jonas), Dina Meyer (Kerry), Emmanuelle Vaugier (Addison), Beverley Mitchell (Laura), Erik Knudsen (Daniel), Lyriq Bent (Rigg), Tim Burd (Obi), Dina Meyer (Kerry), Tony Nappo (Gus)

Regie: Darren Lynn Bousman

Drehbuch: Darren Lynn Bousman, Leigh Whannell

Weitere Infos:

Homepage Saw II


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zuletzt aktualisiert: 27.03.2020 10:23 | Users Online
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