Tinte & Siegel von Kevin Hearne

Die Chronik des Siegelmachers Band 1

Rezension von Christel Scheja

 

Der in Arizona lebende amerikanische High School Lehrer Kevin Hearne hat schon mit seiner Serie um den Eisernen Druiden viele Fans gewonnen. Nun kehrt in das »Urban Fantasy«-Universum zurück und bringt mit Al McBharrais einen neuen Helden an den Start. Erschienen ist der erste Band der Saga mit dem Titel Tinte & Siegel.

 

Der schottische Siegelmacher Al McBharrais ist gesegnet und verflucht zugleich, denn seine Stimme ist so auffällig, das jeder der sie hört gleich mit Hass auf ihn los geht. Deshalb zieht er es vor, stumm zu bleiben und auf anderen Wege mit den Menschen zu kommunizieren. Damit kommt er nun ganz gut zurecht. 
Viel ärgerlicher ist allerdings die Tatsache, dass all seine Lehrlinge nicht lange leben. Immer wieder scheiden sie durch Unfälle aus dem Leben. Als nun auch noch der letzte durch einen Scone erstickt, beschließt Al der Sache nachzugehen und findet heraus, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist, denn sein letzter Schüler hatte wohl auch noch ein paar linke Dinge am Laufen …

Und schnell hängt der Held damit wohl auch noch in einer größeren Verschwörung, die es in sich hat und ihre Kreise durch die Feenwesen bis hin zu den Göttern zieht. Das bringt ihn, wie man denke kann, in große Gefahr, der Leser bekommt eine unterhaltsame Handlung präsentiert, die zwar immer mal wieder vorhersehbar ist, aber durchaus auch ihre überraschenden Wendungen hat.

Allerdings sollte man die Geschichte nicht unbedingt ernst nehmen, das merkt man schon an dem lockeren Erzählstil und den schnoddrigen Dialogen. Die Figuren pflegen recht gerne zu fluchen und sich Beleidigungen an den Kopf zu werfen.
Das mag dem ein oder anderen Leser sicherlich aufstoßen, passt aber in die aktuelle Zeit, in der auch im Fernsehen ähnliche Helden präsentiert werden, deren Humor auch eher derb und zynisch ist, man denke nur an John Constantine.
Der Autor scheint recht gut recherchiert zu haben, bedient dadurch aber auch jede Menge Klischees, denn die Geschichte ist voll von den ganzen Spötteleien gegenüber Schotten und anderen Volksgruppen.

Immerhin macht die Mischung aus Humor und Abenteuer, der Einbindung der schottisch-irischen Feenwesen und Eigenheiten durchaus Laune, gerade wenn man leichte und amüsante Unterhaltung sucht.

Was die Figuren angeht, sollte man nicht viele Ecken und Kanten erwarten, auch keinen Tiefgang. Dadurch fügen sie sich aber um so besser in die Handlung ein.

Fazit:
Alles in allem ist »Tinte & Siegel« vielleicht kein Meisterwerk, aber der solide und unterhaltsame Auftakt zu den »Chroniken des Siegelmachers«, der vermutlich vor allem Fans leichtfüßiger und humorvoll-derber Fantasy ansprechen wird, die weder Tiefsinnigkeit noch Ernst erwarten, sondern nur jede Menge schrägen Spaßes.

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zuletzt aktualisiert: 15.07.2021 20:07 | Users Online
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