Die Fahrt der Steampunk Queen herausgegeben von Marianne Labisch und Gerd Scherm

Ein Roman in Episoden

Rezension von Frank W. Werneburg

 

Verlagsinfo:

Die Schriftstellerin Susanne Haberland verließ diese Welt am 1. April 2016. Ihre Kurzgeschichten und Romane spielten überwiegend in Steampunkwelten. Zur Erinnerung an Susanne und ihr Werk schicken Marianne Labisch und Gerd Scherm einen Schaufelraddampfer, die Steampunk Queen, gemeinsam mit zehn weiteren Autoren auf eine Reise über das Mittelmeer. Ursprünglich als Anthologie geplant, wurde aus der guten und intensiven Zusammenarbeit aller Beteiligten ein Roman, dessen einzelne Episoden ein unterhaltsames Ganzes bilden.

 

Rezension:
Ein begabter Erfinder entdeckt Anfang des 20. Jahrhunderts besondere ›Steine‹, die für einen revolutionären Antrieb verwendbar sind. Eine damit ausgestattete Dampfmaschine benötigt nur wenige Schaufeln Kohle pro Tag. Bevor das mit dieser Technik ausgestattete Kreuzfahrtschiff, die Steampunk Queen, jedoch auf Jungfernfahrt gehen kann, stirbt er. Seine Tochter übernimmt die Chef-Rolle. An Bord befindet sich eine illustre Gesellschaft, unter der sich allerdings auffallend viele Passagiere befinden, die kriminellen Mitteln nicht abgeneigt sind. Da verwundert es nicht, dass sich auffallend viele Todesfälle ereignen.

Die Fahrt der Steampunk Queen ist zweifellos ein außergewöhnliches Stück Literatur. Das fängt schon damit an, dass es im Andenken an eine verstorbene Autorin herausgegeben wurde. Obwohl die einzelnen Stories von unterschiedlichen Autoren stammen, ist es doch keine Anthologie – zumindest keine im üblichen Sinn. Alle Geschichten handeln von der Jungfernfahrt des Schiffes und den identischen Passagieren. Lediglich die Auswahl, auf wem der Fokus liegt, unterscheidet sich von Beitrag zu Beitrag. Auch ergeben alle Kurzgeschichten eine durchgehende Handlung. Man könnte also auch sagen, dass es sich um ein Buch handelt, dessen Kapitel von verschiedenen Autoren verfasst wurden. Dass das primäre Genre Steampunk ist, verrät natürlich schon der Titel. Neben dem Antrieb mit einer verbesserten Dampfmaschine zeigt sich das auch darin, dass ein den Menschen gleichberechtigter Android zu den Passagieren gehört. Die bereits erwähnten auffälligen Todesfälle deuten natürlich auch unzweifelhaft auf Krimi-Elemente hin. Aber auch Fantasy-Elemente sind vorhanden. Der Android ist nämlich nicht der einzige nicht (ganz) menschliche Passagier. Hier könnte der Hinweis auf verlängerte Eckzähne als Denkansatz dienen. Einige Autoren gehen auch auf soziale Probleme und Entwicklungen der Handlungszeit (Anfang der 1920er Jahre) ein.

Trotz der unterschiedlichen Autoren ergibt sich doch eine als Ganzes wirkende Geschichte. Eine besondere Erwähnung verdienen auch die Illustrationen von Gerd Scherm.

Fazit:
Eine außergewöhnliche Steampunk-Geschichte mit Krimi- und Fantasy-Elementen für alle, die mal abseits des Einheitsbreis lesen möchten.

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zuletzt aktualisiert: 28.07.2021 19:31 | Users Online
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