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Australien – Kontinent der Gegensätze und Extreme

Rezension von Christel Scheja

 

Wenn Australien Erwähnung findet, dann denken viele an ein unwirtliches Land voller roter Wüsten und Felsen, beheimatet von Wesen, die es kaum irgendwo anders gibt, inklusive der weltbekannten Kängurus und einiger anderer Beuteltiere. Die ARD-Dokumentation zeigt aber auch, dass „Australien – Kontinent der Gegensätze und Extreme“ viel mehr Gesichter hat und nicht nur auf sein unwirkliches Inneres reduziert werden kann.

 

Fünf Episoden umfasst die Dokumentation. Allerdings werden nur in den ersten vier Tier und Pflanzenwelt vorgestellt, in der fünften erzählen die Macher von ihren 36 Monaten in „Down Under“, von Schwierigkeiten und Gefahren aber auch von den Momenten, in denen alle Erschwernisse relativ werden – nämlich dann wenn sie genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren. Zudem verraten sie auch einige Tricks, die erst ganz bestimmte Aufnahme ermöglichten.

„Im Reich der Riesenkängurus“ geht natürlich auf das Bild ein, dass in den Köpfen der Zuschauer eingebrannt ist. Im Herzen des fünften Kontinents leben nicht nur die größten Beuteltiere der Erde, auch andere finden trotz der Hitze und der Gefahren Nahrung und Unterschlupf: Dornteufel, Honigtopf-Ameisen und eine Vielzahl giftiger Schlangen sind ebenso zu finden wie viele Vogelarten. Und wer die riesigen Wellensittichschwärme sieht, wird irgendwann verstehen, warum man die putzigen Vögel nicht alleine in einen Käfig sperren sollte.

„Im Dschungel der Riesenvögel“ entführt in eine unbekanntere Region Australiens, denn im Nordosten des Landes gibt es tatsächlich noch tropischen Regenwald, in dem nicht nur Baumkängurus eine Heimat gefunden haben, sondern auch der Kasuar durch den Dschungel streft, ein zwei Meter großer Laufvogel. Die größten Krokodile der fühlen sich gleichermaßen in Salz- und Süßwasser heimisch, haben die Mündungen der dortigen Flüsse für sich erobert.

„Im Land der Wombats“ entführt in den Süden Australiens, in dem atemberaubende Steilküsten und Wüsten dicht aneinander liegen. Trotzdem finden dort einige Tiere ihr Auskommen, neben dem Wombat sind es auch Tannenzapfenechsen und Bulldoggenameisen, die ein paar Zentimeter groß werden und sich mit einem Giftstachel wehren können.

„In den Wäldern der Koalas“ streift schließlich die Eukalyptuswälder im Osten des Kontinentes. Neben den putzigen „Teddies“, die es normalerweise eher ruhig angehen lassen, aber in der Brunftzeit so richtig aufdrehen, finden sich dort auch Schnabeltiere in den Flüssen und der Leistenschwanz erfüllt die Wälder mit seinem Gesang, der Seidenlaubenvogel beeindruckt die Weibchen während der Balz mit seiner Sammlung an Gegenständen.

 

Dokumentationen haben sich nicht zuletzt durch die BBC entwickelt. Deren Tierfilmer haben Standards gesetzt, denen sich keiner mehr entziehen kann und das macht sich auch an der Dokumentation der vier deutschen Kameraleute bemerkbar, die drei Jahre durch Australien gereist sind und dabei über 100.000 Kilometer zurückgelegt haben, um die entsprechenden Aufnahmen vorweisen zu können. Dabei haben sie viele Entbehrungen und Gefahren auf sich genommen, dafür aber auch wunderschöne Aufnahmen mitgebracht.

Man merkt die Intention, dass sie nicht mehr nur das durch viele andere Filme bekannte Bild des Landes zeigen wollen, sondern auch die unbekannteren Seiten zeigen. In den vier Episoden, in denen sie die unterschiedlichen Gesichter des Landes porträtieren kommt dies schön zur Geltung. Dort sind auch die Mühen nicht zu spüren, die Bilder beeindrucken durch viel Leichtigkeit und Liebe zum Detail.

Man merkt, dass auch der Sprecher sein Herz in die Dokumentation gehängt hat. Die Kommentare wirken sehr persönlich und emotional ohne dabei kitschig zu wirken. Sie lassen das Gefühl aufkommen, mit dabei gewesen zu sein.

Menschen spielen bei den Aufnahmen keine Rolle. Die Filmemacher haben diese und die Spuren der Zivilisation weitestgehend ausgeklammert. Selbst bei den Luftaufnahmen wird man das Gefühl nicht los, auf einem unbesiedelten Kontinent zu sein.

Nur in der fünften Episode ändert sich das ein wenig, auch wenn dort ebenso wenig die Städte und Farmen ins Spiel kommen.

Wie immer konzentrieren sich die Macher erst einmal auf die bekannten Tiere des Outback und der anderen Regionen, klammern aber auch die weniger bekannten Arten nicht aus, die ihnen vor die Kamera laufen. Interessant ist vor allem die zweite Episode der Dokumentation, bietet diese doch den Blick auf eine Region, die man sich auf Australien erst einmal nicht vorstellen kann, die aber trotzdem vorhanden ist.

Alles in allem bleibt ein runder Überblick über die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt des fünften Kontinentes. Zudem wirkt die fünfte Episode nicht stören, da sie auf angenehme und persönliche Art und Weise von den Dreharbeiten berichtet und den Zuschauer noch besser verstehen lässt, viel viel Herz die vier Filmer eigentlich in die Aufnahmen und ihr Ziel gesteckt haben.

 

 

Fazit:

 

 

Daher ist „Australien – Kontinent der Gegensätze und Extreme“ eine sehenswerte Dokumentation, die nicht nur durch wunderschöne Bilder der verschiedenen Gesichter des fünften Kontinents überzeugt, sondern auch durch die persönliche Leidenschaft der vier Filmemacher, die viel Herzblut in die Aufnahmen gesteckt und dabei manch eine Überraschung aufgespürt haben.

 

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Eure Meinung:

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DVD:

Australien – Kontinent der Gegensätze und Extreme

Regisseur(e): Heiko de Groot

Aufnahmen: Klaus Weißmann & Rolf Sziringer, Thoralf Grospitz, Jens Westphalen

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 2

FSK: Infoprogramm

Studio: Polyband/WVG

Erscheinungstermin: 11. Mai 2015

Produktionsjahr: 2014

Spieldauer: 225 Minuten

ASIN: B00PD47DM6

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 04.06.2015, zuletzt aktualisiert: 01.07.2021 19:02