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Wildes Sri Lanka – Das unbekannte Paradies

Rezension von Christel Scheja

 

Viele glauben, dass die Natur Sri Lankas nicht viel anders aussehen kann, als die des südlichen Indien. Denn immerhin liegt die Insel, die lange Zeit auch als „Ceylon“ bekannt gewesen ist an der Südspitze des Subkontinents. Allerdings ist dem nicht so. Die abgeschirmte Lage hat lange Zeit die Entwicklung und Stärkung eigener Arten ermöglicht. Davon erzählt die „Terra Mater“-Dokumentation „Wildes Sri Lanka“.

 

Drei Gesichter hat die Insel, die auch in den entsprechenden Episoden gewürdigt werden. Da ist einmal das „Seenland“. Auffällig ist, dass das Flachland der Insel von unzähligen Seen durchzogen ist, wichtigen Süßwasserreservoirs, die die Versorgung auch in den Monaten außerhalb des Monsuns gewährleisten. Nicht wenige davon sind künstlichen Ursprungs, schon von den Menschen vor zweitausend Jahren geschaffen, um das kostbare Nass zur Bewässerung der Felder zu bewahren. Und natürlich haben sich auch hier einige Tierarten angesiedelt und weiterentwickelt, um ihrerseits von dem Werk der Menschen zu profitieren unter anderem Leoparden als größte Raubkatze der Insel.

Im Inneren der Insel liegt die „Waldwelt“, der Dschungel nutzt die Tatsache, dass hier zweimal im Jahr der Monsun für genug Wasser sorgt. Im dichten Dschungel finden vor allem die Lemuren eine Heimat, eine Affenart, die es nur hier gibt. Allerdings ist ihr Lebensraum durch die zunehmende Besiedlung immer mehr zerstückelt worden, so dass sie drohen auszusterben.

Als Insel ist „Sri Lanka“ aber auch ein „Küstenreich“. Selbst vor der Insel gibt es natürliche Schätze – unzählige Fischarten, die nicht nur den Menschen ernähren. Allein fünf verschiedene Arten von Meeresschildkröten haben an den Sandstränden Nistplätze – die Weibchen kehren immer wieder an den Ort zurück, an dem sie selbst geboren wurden, um die nächste Generation auf den Weg zu bringen …

 

Wie man es von anderen „Terra Mater“ Dokumentationen gewohnt ist, stehen Flora und Fauna im Mittelpunkt, der Mensch kommt gerade einmal ganz am Rande vor, wenn einige seiner Taten auch die Natur beeinflussen – seien es in diesem Fall die schon in der Antike geschaffenen künstlichen Seen oder die ungewöhnliche Art der Fischer, sich ihren Lebensunterhalt zu angeln.

Der Großteil der Dokumentation aber ist den außergewöhnlichen Tieren der Insel gewidmet, zusammen mit der Flora, die gelegentlich auch exotische Blüten schlagen konnte. Das Ökosystem der verschiedenen Gebiete Sri Lankas wird genauer unter die Lupe genommen, gelegentlich klingt dabei auch der Naturschutz an.

Bei den Bildern aber sind nur die intakten Landschaften zu sehen – sei es nun als geografischer Überblick, um die Region genauer vorzustellen, oder als Detailaufnahme, die sich ganz auf den Lebenszyklus bestimmter Wesen konzentrieren. Nach und nach entsteht so ein buntes Bild der Landschaft. Dabei werden Zerstörungen durch menschliche Besiedlung völlig ausgeklammert, man bekommt selten mehr als ein paar Häuser oder Boote zu sehen.

Die Bilder sind damit ein Augenschmaus, den man sich ruhig mehrfach anschauen kann. Die Erzählweise ist ruhig und sachlich gehalten, Informationen werden gelassen und nicht aufdringlich an den Zuschauer vermittelt. Auch die Wiederholungen halten sich in Grenzen, so dass man die Episoden durchweg genießen kann und dabei auch noch die ein oder andere unbekannte Information erhält.

Bild und Ton sind auf der Höhe der Zeit, an Extras gibt es ein 30-minütiges Making-of, durch das man erfährt, wie viele der Aufnahmen überhaupt erst entstanden sind und mit welchen Schwierigkeiten die Filmer zu kämpfen hatten.

 

 

Fazit:

 

„Wildes Sri Lanka“ ist eine angenehm unaufgeregte Dokumentation, die interessante Informationen über Tier- und Pflanzenwelt eines eher unbekannten Landes sachlich, aber auch mit vielen schönen Bildern vermittelt, ohne dabei zu langweilen. Es lohnt sich durchaus einen Blick zu riskieren, wenn man genug von den reißerischen rein amerikanischen Filmen hat.

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Eure Meinung:

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DVD:

Wildes Sri Lanka – Das unbekannte Paradies

Regisseur(e): Mike Birkhead, Joe Loncraine

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Niederländisch

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 1

FSK: Infoprogramm

Studio: Polyband/WVG

Erscheinungstermin: 29. Mai 2015

Produktionsjahr: 2015

Spieldauer: 150 Minuten

ASIN: B00T5C3OHK

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 09.01.2015, zuletzt aktualisiert: 01.07.2021 19:02