Zurück zur Startseite


  Platzhalter

100 Jahre unter dem Meer – Versunkene Schiffe in der Karibik

Filmkritikvon Christel Scheja

 

Mit einer Anspielung auf Jules Vernes „20.000 Meilen unter dem Meer“ versucht Jean-Christophe Jeauffre in einer weiteren Dokumentation das Interesse der Zuschauer für sich zu gewinnen. Der bekennende Fan des Schriftstellers entführt diesmal auf die karibische Insel Martinique und „100 Jahre unter dem Meer“. Es geht um „Versunkene Schiffe“ in der Karibik.

 

Im Jahr 1902 wurde die Insel Martinique von einer verheerenden Katastrophe heimgesucht. Ein kleine Küstenstädchen wird fast vollständig durch den Ausbruch des Vulkans Mount Pelee zerstört und damit verlieren viele der 30.000 Bewohner ihr Leben. Denn auch wenn sie sich auf die Schiffe, die im Hafen ankern, entkommen können, dem Inferno entgehen sie nicht.

Ein einziges Schiff entkam damals dem Unheil nur aufgrund der Tatsache, dass der Hafen bereits voll belegt war und sich der Kapitän dazu entschied, einen anderen Hafen auf der Rückseite der Insel aufzusuchen. Ausgerechnet auf diesem Schiff macht sich die Crew auf den Weg, um die Katastrophe genauer zu untersuchen.

Sie besuchen den aus der Asche wiedererstandenen Ort, der jedoch nicht mehr zu seiner Größe und Bedeutung zurückgefunden hat, erkunden die Ruinen, auf denen die neuen Gebäude errichtet wurden und tauchen nach den Schiffen, die damals zum Untergang verurteilt waren. Das ganze wird sogar von zeitgenössischen, aber auch Originalaufnahmen garniert.

 

In dieser Folge seiner Dokumentationsreihe konzentriert sich Jean-Christophe Jeauffre nur auf ein Ereignis und die Folgen, die der Vulkanausbruch auf einen Ort, seine Bewohner und die Natur drum herum hatte. Akribisch und dramatisch werden die Ereignisse aufbereitet und präsentiert, ehe die Schauplätze real unter die Lupe benommen werden.

Auch hier hat sich der Filmemacher ein heute fast vergessenes Geschehen ausgesucht, das so gut wie niemand mehr kennt, vor allem nicht, wenn er aus einem anderen Land stammt, in dem es keine Beziehung zu der Katastrophe gibt.

Der Informationsgehalt ist diesmal weitaus höher, da sich der Macher nur auf ein Thema konzentriert und dessen verschiedene Aspekte aufzeigt, den Ablauf nachzeichnet und die Folgen, die noch heute zu erkennen sind, verfolgt.

Das ganze hat natürlich nicht mehr besonders viel mit Jules Verne zu tun, ist aber dennoch wieder sehr phantastisch und dramatisch aufgemacht, will mit einfachen Mitteln daran erinnern, dass solche Katastrophen nicht nur für die Forscher interessant sind, sondern auch für die Schriftsteller.

Alles in allem setzt auch diese Folge in erster Linie auf die Bilder, die Musik unterstreicht die abenteuerliche Atmosphäre, die Jean-Christophe Jeauffre vermitteln will. Alles in allem muss man sich aber auch hier auf die bewusst dramatisierte Erzählweise einlassen, sonst könnte man nur all zu schnell genervt sein. Die Extras sind recht umfangreich – interessant sind vor allem die genaueren Informationen über den Vulkanausbruch im Jahr 1902.

 

 

Fazit:

 

„100 Jahre unter dem Meer – Versunkene Schiffe in der Karibik“ erweist sich als atmosphärische und bildgewaltige Dokumentation über eine eher unbekannte Katastrophe, die auch heute noch ihre Spuren hinterlassen hat. Allerdings muss man sich auch hier auf die extrem dramatische Erzählweise einlassen können.

 

Nach oben

Platzhalter

DVD:

100 Jahre unter dem Meer – Versunkene Schiffe in der Karibik

Regisseure: Jean-Christophe Jeauffre

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

FSK: 6

Koch Media, 5. Oktober 2012

Produktionsjahr: 2007

Spieldauer: 55 Minuten

 

ASIN: B0090VULEK

 

Erhältlich bei: Amazon

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202302051921027dc56618
Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 08.11.2012, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01