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30 Days of Night (DVD; Horror; FSK 18)

Rezension von Cronn

 

Was haben die Vampirverfilmungen in den letzten Jahren und deren Hauptcharaktere gemeinsam? Antwort: Sie sind alle recht blass, blutarm. Warum dem so ist, erschließt sich dem Betrachter schnell. Zu ausgelutscht sind die Szenarien vom romantischen Vampir, der in Vollmondnächten in den erotisch aufgeladenen Bühnenbildern bevorzugt weiblichen Opfern nach den wächsernen Kehlen trachtet. Dass nach einer wahren Inflation derartiger Verfilmungen der Vampirliteratur inzwischen kaum ein Horror-Fan sich noch für die eleganten Blutsauger der Finsternis interessiert, dürfte einleuchten.

 

Die Gegenrichtung verspricht 30 Days of Night, eine Comicverfilmung, auf die man gespannt sein durfte. Deren Autor ist Steve Niles, welcher ein beachtlich atmosphärisches Werk schuf, das an einem ungewöhnlichen Ort, aber mit interessant gewählten Charakteren spielt – Alaska, nördlichster Punkt der USA, Barrow.

 

Der britische Regisseur David Slade, der schon mit Hard Candy auf sich aufmerksam machte und vorher Clipvideos inszeniert hat, zeichnet für die filmische Umsetzung des Comics verantwortlich. Um es vorweg zu nehmen – die cineastische Adaption ist gelungen!

 

Concorde Video bringt sie am 2. April auf die heimischen Bildschirme.

 

Inhalt:

Alaska, das Städtchen Barrow. Jedes Jahr im Winter bleibt in der abgeschiedenen Kleinstadt Barrow am Rand des Polarkreises einen Monat lang Nacht. … 30 Tage lang Dunkelheit. Kaum sind die letzten Sonnenstrahlen am Horizont verschwunden, fallen geheimnisvolle Vampire die Bürger der Stadt an. Niemand scheint eine Chance gegen die blutrünstige Invasion zu haben. Sherif Eben (Josh Hartnett) und seine noch Ehefrau Stella (Melissa George) stellen sich den Vampiren in den Weg, um die Einwohner von Barrow zu retten. Aber wie geht man gegen Vampire vor, die schnell, stark und grauenerregend sind?

 

Am besten ist es da, man versteckt sich. Und exakt das tun auch die Überlebenden des Massakers von Barrow. Doch die Vampire wollen alle Überlebende zu fassen kriegen und finden eine Möglichkeit, diese aus ihren Verstecken zu locken...

 

Kritik:

Was der Regisseur David Slade hier mit „30 Days of Night“ erschaffen hat, ist ein Abgesang an den klassischen Vampirfilm und gleichzeitig eine Auferstehung der Melange von Horrortrash- und ästhetisiertem Actionfilm. Diese Mischung funktioniert über die gesamte Lauflänge des Films sehr gut. Die schnellen, hart geschnittenen und hart gefilmten Szenen (nein, liebe Kinder, das ist kein Film für euch!) überzeugen auf der ganzen Linie und wechseln sich mit den klaustrophobischen Elementen des Eingeschlossen-Seins der Überlebendengruppe ab.

 

Gegen Ende spitzt sich der anfangs doch noch als recht normal inszenierter Slasher-Streifen konsequent zu und birgt so manche deftig-ungewohnte Szene, die schlucken lässt.

 

Die Kameraarbeit ist ohne Makel. Gerade Einstellungen wie die Szene, in welcher die Kamera hoch über den Straßen entlangfährt und die Jagd der Vampire beobachtet sind geradezu genial durchgeführt.

 

Auch die Schauspieler können sich sehen lassen. Ihre Darstellungsarbeit ist glänzend, allen voran der schweigsame Josh Hartnett und die schöne Melissa George. Aber der wahre Star des Ensembles ist der Vampirkönig. Hier hat Danny Huston mehrere genialistische Auftritte. Auch Ben Foster als fieser Fremder kann überzeugen.

 

Das Design der Vampire und die Special Effects sind ebenfalls allererster Güte!

 

Bonusmaterial:

Concorde Video hat nicht gegeizt und spendiert dem Filmfan ein wahres Schlachtfest an Zusatzmaterialien. Die Palette reicht vom opulenten „Making Of“ bis hin zur „Behind the scenes“-Verfilmung. Da bleibt kein Auge trocken. Die Extras sind auf einer zweiten DVD mitgeliefert. Hier hat Concorde Video ein wohlschmeckendes Schmankerl zubereitet.

 

Fazit:

“30 Days of Night” ist ein Film, der aus den misslungenen Vampirverfilmungen und Möchtegern-Horror-Streifen der letzten Jahre herausragt wie ein Pflock aus einem Vampirherzen. Schnell, hart, bedrohlich, atmosphärisch überwältigend, nahezu perfekt inszeniert. Wäre nicht die ein oder andere Logiklücke, man müsste von einem perfekten Vampirfilm sprechen.

 

Wer auf die Mischung aus Action und Horror steht, kommt an „30 Days of Night“ auf keinen Fall vorbei!

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Eure Meinung:

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DVD:

30 Days of Night

Regie: David Slade

Komponist: Brian Reitzell

Format: Dolby, DTS, PAL, Surround Sound

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9

Umfang: 2 DVDs

FSK: 18

Spieldauer: 109 Minuten

Concorde Video, 2. April 2008

 

ASIN: B0012SSWUY

 

Erhältlich bei Amazon

DarstellerInnen:

  • Josh Hartnett
  • Melissa George
  • Ben Foster
  • Danny Huston

Eintrag in der PhilmDB:

30 Days of Night


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Erstellt: 03.04.2008, zuletzt aktualisiert: 26.11.2020 17:35