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Drakon

Rezension von Christoph Weidler

 

Der uralte Drache Drakon hat wieder einmal einige Abenteurer in seiner Höhle festgesetzt, als diese gerade dabei waren, sich an seinem Schatz zu vergreifen. Aber anstatt sie direkt zu verspeisen, beschließt er ihnen eine Lektion in Sachen Habgier zu erteilen. Nur der Abenteurer soll die Freiheit wiedererlangen, dem es als erstes gelingt 10 Goldstücke im verzauberten Labyrinth des Drachen zu finden. Alle anderen sollen den neuesten Diätplan Drakons um einige wertvolle Proteine und Ballaststoffe bereichern.

 

Hört sich sehr vielversprechend an, aber schauen wir auch einmal ob Drakon hält was er verspricht.

 

Aufmachung

In Sachen Aufmachung braucht sich Drakon jedenfalls schon einmal nicht zu verstecken, Kammern und Eigenschaftscounter kommen im stabilen und gut gestalteten Pappdesign daher. Und im Gegensatz zu einigen anderen Phantasiespielen in dieser Preislage gibt es hier keine Spielfiguren als Pappaufsteller, sondern als sehr schön umgesetzte Kunststofffiguren. Da macht das Spielen schon gleich viel mehr Spaß, und man freut sich schon in das Labyrinth einzutauchen um Drakon seine Goldstücke zu stibitzen.

 

Die Spielfiguren

Verständlichkeit der Spielregeln

Aber auch die Spielregeln überzeugen, umfassen sie doch gerade mal vier Seiten und werden mit guten, anschaulichen Bildern begleitet. Die Regeln selber sind äußerst einfach, einmal durchlesen und schon kann es losgehen. Als weiteren Bonuspunkt bieten die Spielregeln auch vier weitere Spielvarianten, sowohl mit einer weiteren Möglichkeit für die Helden, wie auch zu dem Spielablauf aber auch eine Variante zu einem Teamspiel für 4 oder 6 Spieler. Somit ist durch die verschiedenen Spielvarianten, neben den Basisregeln, ein abwechslungsreicher und lang anhaltender Spielspaß gewährleistet. Man bemerkt doch, dass hier die 3. Edition von Drakon sehr positiv von seinen Vorgängerversionen profitiert hat.

 

Die Spielregeln sind so einfach, dass sie sehr schnell sitzen und man später nicht mehr groß nachblättern muss. Einzig die verschiedenen Kammern und ihre jeweiligen Bedeutungen und Ereignisse sind immer wieder einmal nachzulesen, bevor sie einen in Erinnerung bleiben. Doch auch hier ist für gesorgt und so liegen dem Spiel für jedem Spieler eine Übersichtstafel zu den Kammern und ihre Bedeutung bei.

 

Spielziel

Das Spielziel ist recht einfach definiert, der Held der als erstes 10 Goldstücke aus Drakons Labyrinth ergattern kann, hat gewonnen. Hört sich einfach an, kann es mit ein wenig Glück auch sein, aber man darf nicht vergessen dass auch die Mitspieler mit ihren Helden sich im Labyrinth tummeln und immer wieder versuchen den Gegenspielern Steine im Weg zu legen. So kann der Spielablauf immer wieder, trotz guter Planung, sehr überraschend für einen verlaufen.

 

Spielvorbereitung

Ins Spiel geht es dann, nachdem man sich die Regeln durchgelesen hat, sehr flott. Die "Startkammer" wird auf den Tisch platziert, darauf dann die Heldenfiguren. Die restlichen Kammern werden gemischt und jeder Spieler erhält davon vier Stück verdeckt zugeteilt. Die übrigen Kammern landen dann als verdeckter Nachziehstapel am Rande des Tisches. Ebenso die Goldstücke und Drakon, welcher erst einmal sich das Ganze genüsslich vom Rande her anschaut, bevor er in Aktion tritt. Und schon kann es losgehen!

 

Startaufbau des Spiels

Spielablauf

Als erstes wird ein Startspieler bestimmt. Wenn dieser seinen Zug beendet hat, ist sein linker Nachbar dran und so geht es im Uhrzeigersinn immer weiter. Der Spieler der am Zug ist, hat zwei mögliche Aktionen aus denen er auswählen muss.

 

 

  • Legen: Eine Kammer aus der Hand an eine bereits liegende Kammer anlegen und dann eine neue Kammer nachziehen.
  • Bewegen: Die eigene Spielfigur in eine benachbarte Kammer ziehen und den dortigen Anweisungen folgen

 

 

Zwei Möglichkeiten, welche aber gut überlegt sein wollen, denn man sollte dabei auch seine Mitspieler im Auge behalten und gut entscheiden ob es sinniger ist seine eigene Spielfigur weiterzuziehen oder eher eine weitere Kammer anzulegen und so seinen eigenen Weg vorzubereiten oder den Gegenspieler seinen Weg zu erschweren.

 

Beim Legen einer neuen Kammer sind natürlich auch bestimmte Regeln zu beachten, so muss eine neue Kammer immer benachbart zu einer bereits ausgelegten Kammer angelegt werden. Und, ganz wichtig, man darf sie nicht willkürlich anlegen, denn auf den Kammern sind Richtungspfeile, welche die Bewegungsrichtung der Spieler von Kammer zu Kammer festlegen. Hier dürfen keine zwei Pfeile gegeneinander gelegt werden. Also ein "Ein-Weg-System", wo man genau taktieren muss wie man seine nächsten Kammern anlegt um nicht in einer Sackgasse zu landen. Was hingegen beim Legen einer Kammer in den Weg des Gegenspielers durchaus passend ist um ihn sein weiteres Spiel zu erschweren.

 

Doch auch beim Bewegen der Spielfiguren gibt es natürlich bestimmte Regeln, welche man beachten muss. So darf man, wie eben schon erwähnt, seine Spielfigur nur in die Kammern ziehen zu denen auch ein Richtungspfeil, auf der Kammer auf der man steht, zeigt. Steht die Spielfigur z.B. auf einer Kammer die nur einen Richtungspfeil nach links oder rechts hat, dann darf man auch nur in die linke oder rechte Kammer ziehen. Dort dann angekommen löst man ein bestimmtes Ereignis aus, welches durch das Symbol auf der Kammer gekennzeichnet ist. Und es gibt hier einige unterschiedliche Ereignisse, welche einem das Spiel sowohl erleichtern, wie auch erschweren können.

Von Münzfund, über Münzverlust, Diebstahl bei den erbeuteten Goldstücken des Mitspielers, Starker Wind welcher, wenn geschickt vom Gegenspieler gelegt, die gegnerische Spielfigur über den erhofften Münzfund, ohne das dieser an die Münze gelangen kann, hinwegfegt, oder dem Einsatz von Drakon. Vieles ist möglich, und sorgt somit das geplante Wege doch ganz anders verlaufen als eigentlich gehofft.

 

nach den ersten Runden

 

Drakon selber ist hier ein Spielfaktor, welchen man noch in den ersten Spielen sicherlich unterschätzt und erst später immer gezielter einsetzt. Gelangt man nämlich auf eine Kammer durch die man Drakon bewegen darf, so kann man ihn bis zu drei Kammern weit setzen ohne die ansonsten bestimmenden Richtungspfeile beachten zu müssen. Gelangt Drakon dadurch auf eine Kammer, in der schon ein oder mehrere Mitspieler steht, so verliert jeder dort stehenden Mitspieler eine Münze an den Drachen und muss zurück auf die Startkammer. Nicht nur die verlorene Münze schmerzt, hat man bis dahin sich so nach und nach seinen Weg geplant und durch ablegen von Kammern auch erschaffen, muss man nun wieder den ganzen Weg zurück zu seinem alten Bereich zurücklegen. Und das kann auch mit vielerlei Tücken behaftet sein, denn wenn ein geschickter Mitspieler mit Ereignissen wie "Kammer zerstören" oder "Magischen Wandel" (Austausch einer bereits liegenden Kammer gegen eine andere aus der Hand des entsprechenden Spielers), dann kann der Weg dahin versperrt sein und man muss ganz von vorne planen.

 

Drakon auf der Jagd

Spielspaß

Drakon ist ein Spiel, welches seinen Reiz nicht sogleich offenbart. Zu erst erscheint es einen recht einfach, man legt sich den eigenen Weg passend zurecht und gelangt so nach und nach zu den geforderten 10 Goldstücke. Doch wenn man es öfters spielt, findet man erst das richtige Feeling zu dem Spiel und taktiert geschickt mit den Kammern um so auch den Mitspielern das Leben schwer zu machen. Man kann also sagen, entgegen vielen anderen Spielen, welche am Anfang Spaß machen und dann der Reiz nach und nach vergeht, ist es bei Drakon umgekehrt. Die ersten Spiele erscheinen einen noch als "nett" aber wenn man sich dann tiefer mit dem Spiel und den sehr guten taktischen Möglichkeiten durch die verschiedenen Kammern und ihre Bedeutung auseinandergesetzt hat und so dann beginnt auch den Mitspielern gezielt ihr Spiel zu erschweren, macht Drakon richtig Spaß und sorgt für ein abwechslungsreiches und interessantes Spiel für Zwischendurch.

Wobei die Spielregeln und der Spielablauf so einfach und verständlich sind, dass auch jüngere Spieler sehr schnell damit klar kommen. Dabei ist das angegebene Mindestalter von 10 Jahren aber schon optimal, denn noch jüngeren Mitspielern dürfte die notwendige "Hinterlist", die man für das Spiel benötigt, noch ein wenig fehlen.

Spaß macht Drakon mit zwei Spielern, aber seinen besonderen Reiz kann das Spiel erst ab drei oder mehr Mitspieler richtig entfalten, denn ab dann macht sich auch der Glücksfaktor stark bemerkbar. Denn man muss schon die richtigen Kammern nachziehen um wirklich passend agieren zu können.

 

 

Die verschiedenen Kammerarten

Fazit

Drakon ist ein gelungener Spielspaß für Zwischendurch, welcher besonders die Taktiker ansprechen darf. Eine gute Planung und Hinterlist ist gefragt, aber dann fesselt Drakon mit seinem Labyrinth und sorgt für viel Spielspaß. Für einen Preis von nicht ganz 20,- Euro bekommt man hier wirklich was geboten.

 

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Drakon

Verlag: Fantasy Flight Games

Deutsche Umsetzung: Heidelberger Spieleverlag

Autor Spiele: Tom Jolly

Spielerzahl: 2-6 Spieler

Altersempfehlung des Herstellers: ab 10 Jahre

Spieldauer: 20-60 min

Sprache Spielanleitung: Deutsch

ASIN: 1887911308

Erhältlich bei: Amazon

 

 

Inhalt:

 

  • 1 Drakonfigur
  • 6 Abenteurerfiguren
  • 6 Eigenschaftscounter
  • 72 Kammern
  • 6 Übersichtstafeln
  • 28 Goldmünzen

 


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Erstellt: 27.11.2006, zuletzt aktualisiert: 02.03.2016 11:40