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47 Meters Down

Filmkritik von Cronn

 

Seit dem Jahr 1975 gibt es ein spezielles Subgenre des Horrorfilms, welches sich mit Haien beschäftigt. Im Sommer diesen Jahres kam der Film Jaws, zu deutsch Der Weiße Hai, in die Kinos und löste eine Welle von Nachahmer-Filmen aus. Keiner davon kam auch nur ansatzweise an das Original heran.

Später kamen andere Tierhorror-Streifen hinzu, wobei die Palette von Schlangen (z. B. Anaconda) bis hin zu Krokodilen reicht. Diese Differenzierung des Tierhorrorgenres hat allerdings nicht dazu geführt, dass der Schrecken des Hais seinen Biss verloren hat.

Mit Deep Blue Sea führte der Finne Renny Harlin erneut die Zuschauer in die Tiefen des Meeres, wobei hier der Fokus auf die genetischen Manipulationen lagen. Dennoch waren die undurchdringliche Tiefe und der darin lauernde Schrecken eines der überzeugendsten Argumente, den Film zu sehen.

Open Water war eine der jüngeren Inkarnationen des Hai-Schockers und ließ mit der Handkamera eine Art Independent-Feeling aufkommen, was das Grauen erschreckend real werden ließ. Unlängst sorgte The Shallows für ein beklemmendes Gefühl bei Surfern.

 

Nun hat der Regisseur Johannes Roberts sich des Hai-Subgenres angenommen und seine Version des Grauens verfilmt: 47 Meters Down heißt der Streifen, der von der DVD-Schmiede Universum Film hierzulande vermarktet wird. Doch wie gelungen ist der Film? Das soll die folgende Kritik aufzeigen. Aber vorher wird ein Blick auf den Inhalt geworfen.

 

Verlagsinfo:

Während ihres Mexikourlaubs beschließen Kate und Lisa, dass sie neben Jungs und Partys noch ein weiteres Abenteuer erleben wollen – Haitauchen. Leider entscheiden sich die Freundinnen für den falschen Ausflug. Was zunächst als eine einmalige Erfahrung beginnt, entpuppt sich schnell zum absoluten Horrortrip. Nachdem sich der Käfig vom Boot löst, stranden sie in 47 Metern Tiefe. Gefangen in ihrem rostigen Tiefseegefängnis beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Umzingelt von weißen Haien müssen Kate und Lisa den Aufstieg zur Oberfläche schaffen, bevor ihnen der Sauerstoff ausgeht.

 

Kritik:

Einen Haifilm zu drehen, ist schwierig. Schon Steven Spielberg wusste um die Problematiken des Objekts, als er »Jaws« drehte: Der Hauptdarsteller (ein lebensgroßes Modell) wollte nicht so recht funktionieren. Heute glauben viele Regisseure, dass es ausreicht, wenn man CGI-Haie verwendet. Aber diese wirken bei ungeschicktem Einsatz künstlich.

Der Regisseur Johannes Roberts hat diese Problematik erkannt und zumeist recht geschickt umgangen. Seine Haie sind entweder nur kurz im Bild zu sehen oder elegant fotografiert und auf Distanz gehalten.

 

Dramaturgisch gibt es bei »47 Meters Down« allerdings einige Ecken und Kanten. So werden Figuren in Szenen eingeführt, um sie kurz darauf wieder abtreten zu lassen und auch der Schluss wirkt bemüht nach Hollywoodklischee. Hier hat der Mut gefehlt, konsequent und hart zu sein. Es gibt zwei sehr spannende Szenen, der Rest ist Durchschnittskost.

 

Gefallen kann hingegen die Kameraarbeit und die Darstellung der Bedrohungssituation. Die Unterwasseraufnahmen sind sehr gelungen und lassen die Tiefe und die Bedrohlichkeit transparent werden. Gerade eine Sequenz ist es, welche Horrorfans glücklich macht und vollauf überzeugend die Unheimlichkeit der Situation vor Augen führt: Das Nichtsehen trotz Handlampe angesichts einer Bedrohung aus der Tiefe.

 

Die beiden Hauptdarstellerinnen liefern eine gute Performance ab, was hervorzuheben ist, da sie wegen der eingeschränkten Möglichkeiten der Taucherbrillen nicht allzu viel an Mimik einbringen konnten. Dafür wirkt Gestik und Sprache umso eindringlicher.

 

Leider gibt es außer eine Trailershow keine Extras.

 

Bild und Ton der Blu-Ray sind auf einem sehr guten Niveau. Moniert werden muss allerdings die zu leise Abmischung der Sprache im Gegensatz zu den Soundeffekten. Das Bild ist mit seinen tollen Farben und der gelungenen Auflösung zu loben.

 

Fazit:

Der Regisseur Johannes Roberts hat mit seinem Drehbuch einige Klippen der Niederungen des Hai-Films umschifft. Allerdings gelingt es ihm nicht, in die höchsten Höhen des Genres vorzustoßen. »47 Meters Down« bleibt ein Achtungserfolg, der handwerklich solide gefilmt und dramaturgisch an einigen Ecken unrund geworden ist. Freunde des Hai-Horrors haben dennoch ihre Freude an den Unterwasserszenen.

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BR:

47 Meters Down

Regisseur: Johannes Roberts

Format: Widescreen

Region: Region B/2

Bildseitenformat: 16:9 - 2.40:1

Umfang: 1 BR

FSK: 16

Universum Film. 1. Dezember 2017

Produktionsjahr: 2016

Spieldauer: 97 Minuten

 

ASIN: B075MDYB5K

 

Erhältlich bei: Amazon

DarstellerInnen:

  • Mandy Moore
  • Claire Holt
  • Matthew Modine

Eintrag in der PhilmDB:

47 Meters Down


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Erstellt: 05.12.2017, zuletzt aktualisiert: 09.12.2017 17:18