Zurück zur Startseite


  Platzhalter

5 Jahre - 5 Geschichten: Die besten Storys aus dem LYX-Schreibwettbewerb

Rezension von Christel Scheja

 

2012 feierte der LYX sein fünfjähriges Bestehen. Mittlerweile ist der Verlag aus der Egmont-Gruppe eine feste Größe, wenn es darum geht, romantische Geschichten zu präsentieren. War er am Anfang nur auf phantastische Romane spezialisiert, gibt es nun auch Bücher, die mehr dem historischen Roman oder dem Thriller zuzuordnen sind.

Dennoch war das Jubiläum Grund genug, einen Wettbewerb auszurichten. Die Leser selbst konnten unter zwanzig von einer Jury ausgewählten Geschichten ihre fünf Favoriten wählen. Diese sind nun in einer Anthologie erschienen: „5 Jahre - 5 Geschichten: Die besten Storys aus dem LYX-Schreibwettbewerb“

 

Den Anfang macht Annika Dick mit „Die Entführung der Persephone“. Die junge Corrie hat seltsame Träume, die sie verwirren und eine Sehnsucht in ihr wecken, die sie sich nicht erklären kann. Ausgerechnet auf einer Party bekommt sie die ersten Hinweise, dass sie diese ernst nehmen sollte, denn der stattliche Aides ist ihr vertrauter als sie denkt. Kein Wunder – ist die Geschichte von Persephone und Hades doch kein Mythos.

Die Handlung wird munter erzählt, mit genau der richtigen Mischung aus moderner Leichtheit, mystischen Momenten und starken Gefühlen, die nicht nur mit Liebe und Leidenschaft zu tun haben.

 

Weiter geht es mit „Seelenfänger von Julia Drube. Schon seit längerem schwelt der Konflikt zwischen den Seelenfängern und den Engeln, die über die Menschen wachen und manchmal hart durchgreifen müssen. Als Grace, die Leiterin des Instituts der Seelenfänger in London ihren alten Freund und Geliebten Matthew wiedersieht, überstürzen sich die Ereignisse, denn er ist tiefer in die Sache verwickelt, als er zugeben will.

Actionreich und manchmal auch ein wenig blutig greift die Autorin hier ein sattsam bekanntes Thema auf. Die meiste Spannung besteht allerdings zwischen den Helden, deren Loyalitäten neu ausgelotet werden müssen.

 

„Bis der Tod uns vereint“ stammt von Bianca Iosivoni und beschäftigt sich mit der Frage, was mit den Menschen passiert, die eigentlich noch nicht sterben sollen, aber doch durch ein dummes Unglück ihr Leben verlieren. Können sie mit einer weiteren Chance wirklich etwas anfangen, wenn sie nicht dazu bereit sind, loszulassen.

Auch hier spielt die Liebe eine große Rolle, das eigentliche Thema geht aber etwas unter, weil die Autorin es nur als Aufhänger benutzt, um letztendlich die einsame Heldin mit dem Mann ihres Herzens zusammenzubringen. Alles ist sehr gefühlvoll geschrieben, aber oft vorhersehbar.

 

„Tränen der Ewigkeit“ von Nadine Kühnemann entführt in das Paris des Rokoko. Émine ist die Tochter eines Engels. Im „Grünen Haus“ steht sie den Armen und Kranken als Heilerin bei und sammelt auch Spenden in den Kreisen des Adels. Eines Tages wird sie zu einer Soiree eingeladen, nicht ahnend, dass ein schurkischer Graf sie missbrauchen will. Glücklicherweise ist Évrel zur Stelle, ein junger Mann, dem sie einst geholfen hat, der aber nun ebenfalls ein düsteres Geheimnis mit sich herum trägt.

Schon auf den ersten Seiten wird klar, womit man es zu tun hat, und worauf die Geschichte herauslaufen wird. Es gibt keine größeren Überraschungen, die Geschichte ist aber flüssig zu lesen und gefällt durch eine dichte Atmosphäre und leidenschaftliche Momente.

 

„Das Tier in mir“ von Laura Nefzger schließt den Reigen. Hier dreht sich alles um Lana, die weiß, dass sie irgendwann Keenan, dem zukünftigen Alphatier des Gestaltwandlerrudels gehören wird, auch wenn dieser überhaupt kein Interesse an ihr hat. Als sie herausfinden will, wer hinter den Morden an anderen Mitgliedern des Rudels steckt, ändert sich das jedoch überraschend schnell – aber leider nicht so wie erwartet.

Die Autorin macht keinen Hehl daraus, dass der Plot nur dazu dient, die beiden Hauptfiguren aneinandergeraten zu lassen. Die Streitgespräche zwischen den beiden sind ebenso wie die erwachende Leidenschaft noch einen Tick spannender als der Hintergrund selbst, der am Ende eher nebenbei aufgelöst wird.

 

Die fünf Geschichten repräsentieren tatsächlich sehr gut die Themen, die im Lyx-Verlag dominieren – das Zusammenspiel von Frau und Mann, die Leidenschaft ihrer Liebe und die Bestätigung alter Geschlechterrollen. Denn auch wenn sie noch so selbstbewusst wirken, am Ende sinken die Heldinnen in die Arme ihres Geliebten. Vorher sind sie mal mehr, meistens jedoch weniger aktiv.

Wer solche romantischen Momente mag, wird sicherlich seine Favoriten finden, von denen er sich verzaubern lassen kann, sicher ist aber, dass die meisten Genrefans zu wenig Magie und Abenteuer in den Geschichten entdecken werden. Auffällig ist auch, dass alle Geschichten eine enge Verbindung zur modernen Welt haben, keine ist klassische Fantasy ohne Bezug zum 20. Jahrhundert.

 

Alles in allem ist „5 Jahre - 5 Geschichten: Die besten Storys aus dem LYX-Schreibwettbewerb“ eine interessante Anthologie, die zwar keine Überraschungen bietet, dafür aber die Richtung des Verlagsprogramms um so besser wiedergibt.

 

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:

botMessage_toctoc_comments_9210
Platzhalter

Buch:

5 Jahre - 5 Geschichten: Die besten Storys aus dem LYX-Schreibwettbewerb

Herausgeber: Lyx-Redaktion

Taschenbuch, 426 Seiten

Egmont Lyx, erschienen November 2012

Titelbild von Birgit Gutschier

ISBN-10: 3802588827

ISBN-13: 978-3802588822

Erhältlich bei: Amazon

Kindle Edition

ASIN: B008HIVHTU

Erhältlich bei: Amazon


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 23.01.2013, zuletzt aktualisiert: 08.11.2019 08:38