Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Adams van Ghoot von Oliver Wenzlaff

Hörspiel

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Erde, ferne Zukunft. Bov, ein Loser wie er in diesem Buche steht, glaubt wieder an die Liebe, nachdem er einmal

mit Jenny Mittagessen war. Um jedoch heraus zu finden, ob mehr zwischen den beiden laufen könnte als bloße Sympathie,

muss er sie zunächst aus den Klauen von mysteriösen Entführern befreien. Dabei erhält Bov unerwartete Unterstützung

von untoten Rittern, untoten Prostituierten und einem mürrischen Hologramm.

 

Was aber keiner weiß: Hinter der Entführung steckt Adams, der vom fernen Planeten Ghoot stammt.

Adams und der liebe Gott ringen bereits seit Ewigkeiten um die Geschicke der Erde. Ein Konflikt,

der am Ende für die Menschheit tödlich ausgehen könnte...

 

Rezension:

Wenn der Titelheld einer Geschichte nach Douglas Adams benannt wurde, wie Autor Oliver Wenzlaff in einem Interview verriet, dann liegt die Vermutung nahe, dass die Geschichte voller Skurrilitäten und Absonderlichkeiten sein wird.

Und man wird nicht enttäuscht.

Bereits nach wenigen Minuten hat Erzähler Andreas Fröhlich den Hörer in Bann geschlagen und deutlich gemacht, dass hier keine todernste SF-Story erzählt, sondern ein grandioser Spaß kredenzt wird.

Adams van Ghoot ist ein ganz besonderer Held. Er hat das große Los gezogen. Faul und Bier trinkend hängt er auf der Erde ab und wartet darauf, dass die Menschen genügend Energie für seinen Heimatplaneten Ghoot erzeugen. In regelmäßigen Shows berichtet er von seinen Fortschritten, die im Normalfall eher theoretischer Natur sind, aber zum Arbeiten hat er ja auch seine Praktikanten. Nozovon und Nazuvan sind zwei jugendliche Wolken und wegen einer Kleinigkeit (kaputter Planet) auf die Erde strafversetzt.

In typischer Praktikantenmanier müssen sie dumme Aufgaben erledigen und versuchen dabei Spaß zu haben.

Und in der Tat bringt der Auftrag, die Erdlingsschönheit Jenny zu entführen, jede Menge Unterhaltung. Doch da ist noch ihr Fastfreund Bov, der nicht nur mit einem egozentrischen Hologramm geschlagen ist, sondern auch zur Rettung Jennys alles zu unternehmen bereit ist.

Etwa der Besuch in einem Bordell. Einem speziellen Bordell. Aber Bov und Jenny haben alle Chancen, in dieser Liebesgeschichte mit einem blauen Auge davonzukommen.

Auch wenn die Geschichte etwas verworren scheinen mag, im Hörspiel selbst geht es geradlinig und konsequent vorwärts. Andreas Fröhlich leitet im fröhlichen Plauderton durch das Geschehen, während besonders Markus Stolberg seinem Adams ein arrogant/lässiges Profil verleiht und auch Gundi Eberhard die Jenny als eine emanzipierte Frau darstellt, der so schnell niemand in die Suppe spuckt.

Michael Tietz als quengelndes Hologramm erinnert an C3PO nur mit einer Spur mehr herablassender Überlegenheit, wie sie supergute Programme wohl zu generieren in der Lage sein sollten. In seinen Dialogen wimmelt es so von Computersprech, dass es eine Freude ist.

Zu erwähnen ist auch die Musik, welche zwischen den Szenen ein spaciges Ambiente verbreitet und auch eher spaßig, als ernst klingt.

Und ernst nimmt sich das gesamte Hörspiel sowieso nicht. Es sprüht vor Begeisterung der Sprecher beim Ausleben der schrägen Situationen.

Der Autor Oliver Wenzlaff verarbeitet nebenher so einiges an hochbrisanten Themen, etwa wenn er Gott mit Leichtigkeit von der Schöpfung zu Pause schickt, die ausufernde Macht elektronischer Helferlein anprangert, oder mehr Fleisch auf die Knochen von Bordellmitarbeitern fordert. Der große Rahmen ist mit Energieverschwendung, Umweltsünden und überflüssigen Jahresendfeiern tatsächlich gewaltig dimensioniert und das Gute daran ist, dass wir Spaß bei alldem haben.

Also wie im echten Leben.

 

Einen kleinen Teil der Handlung gibt es auch als Comic im Booklett, dessen Vollversion im Comicmagazin Inkplosion erschien. Die ungewöhnlichen Zeichnungen geben das Feeling des Hörspiels ohne Probleme weiter, Jenny Gebauers Figuren sind im besten Sinne prägnant, kantig und wellig zugleich. Zwar legt sie keinen großen Wert auf Details oder Hintergründe, bebildert aber die Story präzise. Ein Album zum Hörspiel ist somit wünschenswert.

 

Fazit:

Adams van Ghoot ist ein wunderbares Hörspiel. Locker, witzig und überzeugend produziert. Für alle Fans verrückter Geschichten im Stile von Douglas Adams bestens geeignet.

 

Eure Meinung:

botMessage_toctoc_comments_9210
Platzhalter

Hörspiel:

Adams van Ghoot

Hörspiel

Autor: Oliver Wenzlaff

Umfang: 2CDs

Laufzeit: 100 Minuten

Erzähler: Andreas Fröhlich

Sprecher: Markus Stolberg, Engelbert von Nordhausen, Gundi Eberhard, Philipp Moog, Michael Tietz u. a.

Regie: Oliver Wenzlaff

Produktion: Michael Strietzel

Cover Michael Vogt

Comic: Jenny Gebauer, Diana Baur

Hörspiele Welt, Februar 2007

 

ISBN-10: 3939451088

ISBN-13: 978-3939451082

 

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:

Empfehlen:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 22.03.2007, zuletzt aktualisiert: 28.04.2021 20:31