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Adams van Ghoot Teil 2 von Oliver Wenzlaff

“für die Jahreszeit zu kalt”

Hörspiel

Rezension von Martina Klein

 

Verlagsinfo:

"Erde, ferne Zukunft. Während Bovs Freundin Jenny ein bisschen Abstand sucht und dabei an Gott, Radiomoderatoren und Untote gerät, proben die Hologramme den Aufstand. Parallel geraten Bov und Adams vom Planeten Ghoot im Jahr 987 aneinander: Beide wollen den Goldschmuck des alten Wikingerkönigs Blauzahn, um ihren Freundinnen zu imponieren. Doch auch Bov und Adams werden in einen Aufstand verwickelt, während es zu allem Überfluss für die Jahreszeit auch noch viel zu kalt ist."

 

Der letzte Halbsatz spielt auf den Untertitel "für die Jahreszeit zu kalt" an, den diese Fortsetzung des in Kennerkreisen sehr beliebten Hörspiels "Adams van Ghoot" trägt. Obwohl als Fortsetzung angelegt, funktioniert die Story aber für sich allein und kann auch unabhängig vom Vorgänger genossen werden.

 

Doch erst noch kurz zum Inhalt:

Bov, der etwas lahmarschige Typ von der Erde, und Adams, der stets auf seinen persönlichen Vorteil bedachte Lebenskünstler vom Planeten Ghoot, kämpfen zwar nicht mehr um dieselbe Frau in Person der schönen Jenny, Kollegin von Bov und dessen erklärte Traumfrau, wie im ersten Teil der Geschichte, doch zumindest um dasselbe seltene, kostbare und oben bereits erwähnte mittelalterliche Schmuckstück, um ihre jeweiligen Liebsten zu beeindrucken.

 

Aber Bov hat neben Jenny noch eine zweite Leidenschaft: Er möchte furchtbar gerne eine eigene Show im Radio haben, was Jenny jedoch mehr als nervt und zum Auslöser für die verzwickten Ereignisse dieser Geschichte wird. Er hat nämlich bereits eine fertig aufgenommene und auf seinen praktischen Ohrstöpseln gespeicherte Sendung in petto und bekommt plötzlich und unerwartet seine große Chance. Bedauerlicherweise muss er dazu Jenny hintergehen und beschließt, sie mit ebenjenem Schmuckstück zu besänftigen.

 

Währenddessen proben die von den Menschen unterdrückten Hologramme den besagten Aufstand: Bovs ehemaliges und darüber sehr frustriertes Hologramm PJ zettelt eine Revolte an, der sich schon bald sämtliche seiner Leidensgenossen anschließen, worunter nicht nur das von Hologrammen überwachte Wetter leidet - ist es doch eben schnell "für die Jahreszeit viel zu kalt"...

 

Und Jenny sucht, um ihre Beziehung zu Bov doch noch zu retten, Hilfe bei Gott - jedoch auf ziemlich ungewöhnliche Weise...

 

Plötzlich finden sich alle Akteure mitten auf mehr oder weniger brenzligen Kriegsschauplätzen wieder und haben ziemliche Probleme, da wieder heil herauszukommen...

 

Wie auch der erste Teil ist auch diese Geschichte wieder eine "Science-Fiction-Love-Story" nach dem Vorbild von "Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams. Nicht zufällig heißt eine der Hauptpersonen Adams mit Vornamen. Der Autor Oliver Wenzlaff meint darauf angesprochen: "Klar befinde ich mich im Fahrwasser vom Anhalter durch die Galaxis. Aber natürlich ist Douglas Adams unerreicht. Wenn er so etwas wie ein Schwan ist, bin ich ein kleines Entlein. Aber letztendlich ist ja Ente auch mal ganz lecker."

 

Die Geschichte wird rasant und mitreißend erzählt und trotz der etwas skurril erscheinenden Begebenheiten, kann man ihr sehr gut folgen und wird schnell hineingerissen in die sich überschlagenden Ereignisse.

 

Besonders zu erwähnen sind sicherlich die zum Teil sehr prominenten Synchronsprecher, die Oliver Wenzlaff für sein Hörspiel gewinnen konnte:

So sind unter anderem Normann Matt als Erzähler sowie Philipp Moog, Gundi Eberhard und Engelbert von Nordhausen zu hören, die wir als die deutschen Stimmen von Orlando Bloom, Charlotte von "Sex and the City" und Bill Cosby kennen, um nur einige zu nennen.

 

Der Autor Oliver Wenzlaff selbst hält diese illustre Sprecherliste für "das große Plus" seiner Produktion, was ich persönlich für etwas tief gestapelt halte. Damit wird er dem wirklichen tollen Unterhaltungswert seiner Geschichte nun wirklich nicht gerecht, die auch ohne diese Prominenz zu überzeugen in der Lage wäre. Nichtsdestotrotz sind die Sprecher natürlich super, und man merkt ihnen in jeder Sekunde den Spaß an, den sie bei den Aufnahmen gehabt haben müssen.

 

Erwähnenswert ist auch die "spacige" Musik, die von einem zum nächsten Track leitet und eine moderne, leichte und schwungvolle Atmosphäre schafft und zudem die Geschichte angenehm gliedert.

 

Sehr gut hat mir außerdem noch die ausgefeilte Sprache gefallen, die die ohnehin schon witzige Story nochmals aufwertet. Der Wortwitz ist oftmals wirklich grandios. Dabei sei besonders auf den durch die seltsame Computer-Sprech-Sprache echt köstlichen Wortschatz des Hologramms PJ hingewiesen: Klingt wie eins dieser schlechten Computer-Übersetzungsprogramme plus macht dadurch maximal Spaß! So wie das gesamte Hörspiel!

 

Fazit:

Wie der erste Teil auch wieder ein echtes Hörvergnügen, das sich hinter dem großen Vorbild von Douglas Adams wirklich nicht zu verstecken braucht.

Eure Meinung:


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Hörspiel:

Adams van Ghoot Teil 2

“für die Jahreszeit zu kalt”

Autor: Oliver Wenzlaff

Umfang: 2CDs

Laufzeit: ca. 120 Minuten

Erzähler: Norman Matt

Sprecher: Markus Stolberg, Engelbert von Nordhausen, Gundi Eberhard, Philipp Moog, Michael Tietz u. a.

Regie: Oliver Wenzlaff

Produktion: Michael Strietzel, Sebastian Wegener

Cover: Büro Sieben

Hörspiele Welt, September 2008

 

ISBN-10: 3-939451-25-8

ISBN-13: 978-3-939451-25-9

 

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 01.10.2008, zuletzt aktualisiert: 03.09.2018 18:38