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Agent Hugo - Hula Holiday (Wii)

Rezension von Cronn

 

Auf der Insel ist der Teufel los!

Kaum bin ich dort angekommen, werde ich von wild gewordenen Fliegen und Mülltonnen in blauer und roter und grüner Farbe attackiert. Gottlob kann ich wie ein Derwisch herumwirbeln und mit Hilfe meines Troll-Schwanzes die Gegner erlegen.

Die Insel wirkt wie ein Labyrinth, zusammengesetzt aus einzelnen Abschnitten, in die ich erst gelange, wenn ich bestimmte Aufgaben erfülle. Merkwürdigerweise hat jemand die Schlüssel-Medaillons zerbrochen und in verschiedenen Plätzen versteckt.

Und dabei hatte mein Urlaub so paradiesisch begonnen.

 

Was sich wie ein bizarrer Reisebericht anhört, sind die ersten Minuten des neuesten Spiels von NDS Denmark ApS, was hierzulande auf den Titel „Agent Hugo – Hula Holiday“ hört.

 

Schon in den neunziger Jahren betrat ein Wesen die Fernsehwelt, das bald vielen Kindern ans Herz wuchs. Die Rede ist von Hugo. Was auf den ersten Blick sich merkwürdig altbacken anhört (Hugo) ist auf den zweiten Blick ein geschickter medialer Schachzug.

Das Wesen, das auf den Namen Hugo hört, ist ein Troll und wurde vom dänischen Fernsehen erfunden. Bereits 1990 erblickte Hugo das Licht der Welt und trat in diversen dänischen Game-Shows auf. Auch hierzulande wurde der Troll mit dem einen herausragenden Zahn schnell bekannt. Inzwischen tragen 25 Spiele seinen Namen.

Das neueste aus dem Troll-Land ist das Game „Agent Hugo – Hula Holiday“, das im Dezember für die Nintendo Wii erschien.

 

Spielhintergrund:

Agent Hugo verbringt seinen wohlverdienten Urlaub auf einer idyllischen und friedlichen Tropeninsel im Pazifik. Während er auf seiner Luftmatratze entspannt und mit seiner Bubblegun herumspielt, beginnt es plötzlich zu stinken. Als es schlimmer und schlimmer wird, zieht er sein Fernglas hervor und beobachtet, wie Fliegen und Mülleimer über die schöne Insel herfallen. Sie stehen unter dem Kommando des Bösewichtes „Big Fly“. Und nur Agent Hugo mit seiner Bubblegun und den anderen coolen Spezialgeräten kann die Eindringlinge vertreiben und das Inselparadies retten.

Soweit die Erklärung des Herstellers. Aus der Spielepackung und dem Beiheft wird diese Hintergrundstory nicht deutlich. Hier verzichtet der Hersteller auf die Story. Diese ist auch nicht sonderlich wichtig für den Spielfortschritt, wie sich noch zeigen wird.

 

Spielmechanik:

„Agent Hugo – Hula Holiday“ könnte man als eine Art Jump-And-Run in dreidimensionaler Grafikansicht verstehen. Damit kommt es in die Kategorie, welche von „Super Mario Galaxy“ dominiert wird, erreicht aber dessen spielerische Designqualität niemals.

Bei „Agent Hugo – Hula Holiday“ geht es vor allem darum, immer wieder Schlüsselteile zu suchen, die sich zu einem Schlüssel verbinden, um damit das nächste Levelabschnitts-Tor zu öffnen. Man spielt also Abschnitt für Abschnitt und ist recht limitiert in der Spielwelt. Um die Tore zu öffnen, braucht es ab und an auch eines Mechanismus, den Hugo auslöst, so dass die Tore herabgekurbelt werden.

Die Kamera folgt dem Troll. Ab und an ist der Winkel ungünstig, dann kann man mit dem Nunchuck-Z-Knopf nachjustieren. Per Knopf springt man und mit dem Schütteln der Wiimote lässt man den Troll herumwirbeln und die Gegner plattmachen oder Diamanten einsammeln. Gegner sind verschiedene Arten von Müll-Tonnen und Fliegen. Oberbosse sind auch vorhanden, können mit einfachen Mitteln (z.B. per Beschuss eines Rohres durch die Blasen-Pistole „Bubblegun“) besiegt werden.

Der Spielablauf wird bereits nach kurzer Zeit monoton und gleich sich auch in den folgenden Inselabschnitten sehr. Wahre Freude am Spiel kommt kaum auf. Einzige Abwechslung ist ein Level, in welchem man als Hugo an einer Seifenblase hängt und von Insel zu Insel schwebt oder als Hugo im Blasenball rollt oder ein Blasenschild zur Verfügung hat.

Die Steuerung reagiert nicht immer exakt, so dass Befehlsumsetzungen schon mal einen Sekundenbruchteil zu spät kommen. Das klingt nach wenig, ist aber unter Umständen fatal, beispielsweise dann, wenn man an einem Abgrund steht und springen möchte.

Die Kamera folgt nicht konsequent dem Troll, kann aber per Tastendruck in die richtige Position gezwungen werden. Das funktioniert aber nicht immer beim Laufen.

 

Grafik und Sound:

„Agent Hugo – Hula Holiday“ bietet eine durchschnittliche bis unterdurchschnittliche Grafikqualität. Die Texturen sind selbst für die zugegeben schwachbrüstige Wii-Grafikchips unterdurchschnittlich matschig und grob. Gelungen ist allerdings die Gegner-Darstellung und deren Animationen. Die Darstellung von Staub und Explosionen sind lediglich Bitmaps.

Im Bereich Sound ist „Agent Hugo – Hula Holiday“ ordentlich bis gut. Zwar ist eine Melodie vorhanden, aber sie wiederholt sich schnell. Die Abmischung passt jedoch, da die Melodie im Hintergrund läuft und auf diese Weise nicht zu aufdringlich wirkt. Die Geräuschkulisse ist stimmig, wird aber durch eine Kargheit an Sounds beherrscht. Die Soundbibliotheken und vor allem der Soundchip der Wii werden nicht flexibel und in unterschiedlichster Weise gefordert. Dennoch kommt es ab und an zu unschönen Rucklern.

 

Fazit:

Das Wii-Modul „Agent Hugo – Hula Holiday“ verspricht auf den ersten Blick eine Menge Spielspaß für die ganze Familie. Schon bald wird man allerdings eines Besseren belehrt. Der Spielspaß ist getrübt von einer mittelprächtigen bis unterdurchschnittlichen Grafik, einer ungenauen Steuerung und vor allem einem Spielprinzip, das sich in endlosen Wiederholungen erschöpft.

„Agent Hugo – Hula Holiday“ ist daher nur für hartgesottene Action-Jump-Enthusiasten und Freunde des Hugo-Trolls zu empfehlen. Alle anderen erhalten weitaus bessere Alternativen im Subgenre der Jump-And-Run-Games.

 

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Eure Meinung:


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Agent Hugo - Hula Holiday

von Rough Trade Software / Games

Plattform: Nintendo Wii

USK-Einstufung: Freigegeben ab 6 Jahren gem. 14 JuSchG

Erscheinungsdatum: 6. Dezember 2008

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 13.02.2009, zuletzt aktualisiert: 21.01.2015 17:42