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Aghet – Ein Völkermord

Filmkritik von Cronn

 

In diesem Jahr schlug ein Beschluss des Bundestages hohe Wellen in der Türkei. Türkischstämmige Abgeordnete wurden im Vorfeld angefeindet, man versuchte ihre Stimmabgabe zu beeinflussen und auch in den sozialen Netzwerken wurde im Sinne der türkischen offiziellen Politik Stimmung gemacht.

Es drehte sich dabei um die Abstimmung, ob die massenhafte Tötung der Armenier zur Zeit des Ersten Weltkriegs als Genozid, sprich Völkermord, bezeichnet werden sollte oder nicht. Es setzte sich die Meinung durch, dass dieser Vorgang als Genozid durch den Bundestag bezeichnet werden sollte.

Daraufhin gab es starke Proteste aus der Türkei und sogar Morddrohungen gegen türkischstämmige Abgeordnete, wie beispielsweise den Grünen-Politiker Cem Özdemir, wurden von radikalen Meinungsmachern vertreten.

Schon im Jahr 2010 wurde die Diskussion um dieses dunkle Kapitel der Geschichte durch eine Dokumentation wieder angeregt. Es handelt sich dabei um Aghet – Ein Völkermord, was nun beim Studio Hamburg als DVD-Version aufgelegt wurde.

 

Verlagsinfo:

Der 90-minütige Dokumentarfilm »Aghet« (armenisch: »die Katastrophe«) von Eric Friedler erzählt von einem der dunkelsten Kapitel des Ersten Weltkriegs: dem Genozid an den Armeniern, bei dem bis zu 1,5 Millionen Menschen im Osmanisch-Türkischen Reich starben. Dieser Völkermord wird allerdings bis heute von der Türkei als historische Tatsache nicht anerkannt und von der Welt weitgehend ignoriert. »Aghet« beschäftigt sich mit den politischen Motiven für das bis heute andauernde Schweigen. Für den Film wurde der Verlauf des Völkermordes aus zahlreichen historischen Quellen rekonstruiert. 23 Schauspieler verleihen lange verstorbenen Zeitzeugen Stimmen von beklemmender Authentizität.

 

Der offizielle Pressetext enthält die wichtigsten Erklärungen, von daher kann zur Kritik übergegangen werden.

 

Kritik:

»Aghet – Ein Völkermord« verwendet eine Herangehensweise, die den Regisseur Eric Fiedler als behutsamen Dokumentarfilmer auszeichnet. Es werden Originalaufnahmen und Fotos mit Kommentaren besprochen, ergänzt um aktuelle Filmaufnahmen aus Armenien, die kontrastiv zu den zeitgenössischen Filmwerken stehen. Immer kommen dann »Zeitzeugen« zu Wort, deren Aussagen aus Archiven stammen. Dies sind Krankenschwestern, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, hochrangige Diplomaten und Politiker der damaligen Zeit, welche von Schauspielerinnen und Schauspielern verkörpert werden.

Diese Aktualisierung bringt in den Film eine Dramatisierung mit hinein, welche die Schrecken und das Grauen erfühlbarer macht als jegliche rein textuelle Darstellung. Zudem passt dies besser in die gewählte mediale Form des Dokumentarfilms.

 

Die Altersfreigabe von 12 Jahren ist mit Vorsicht zu behandeln. Es werden grauenvolle Bilder von Toten gezeigt, die auch Zwölfjährige noch schockieren können.

 

Fazit:

»Aghet – Ein Völkermord« ist eine detaillierte und handwerklich sehr gelungene Auseinandersetzung mit dem Genozid an den Armeniern, gesehen aus der Sicht eines Dokumentarfilmers, der mit Hilfe von Originalaussagen und Schauspielern die Vorgänge in ein bedrückend reales Licht setzt.

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DVD:

Aghet – Ein Völkermord

BRD, 2010

Regisseur: Eric Friedler

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 1 DVD

FSK: 12

Studio Hamburg Enterprises, 21. April 2011

Laufzeit: 93 Minuten

 

ASIN: B004OY596S

 

Erhältlich bei: Amazon

Darsteller:

  • Martina Gedeck

  • Sylvester Groth

  • Thomas Heinze

  • Sandra Hüller

  • Gottfried John

  • Burghart Klaußner

  • Joachim Król

  • Peter Lohmeyer

  • Ulrich Noethen

  • Katharina Schüttler

  • Charlotte Schwab

  • Thomas Thieme

  • Ludwig Trepte


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Erstellt: 07.07.2016, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01