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Ai Ore! – Love me!, Band 1

Rezension von Christel Scheja

 

Die besondere Spezialität von Mayu Shinyo waren bisher erotische Geschichten, in denen ein naives junges Mädchen von einem chauvinistischen Mann, der sie gerade wegen ihrer Unschuld begehrte, zum Sex gezwungen wurde. Dieses erste Beisammensein ließ sie dann erkennen, dass dies ein Zeichen für große Liebe ist. Dargestellt wurde dies in sehr deutlichen Szenen. Um so erstaunlicher ist es nun, dass die Mangaka in ihrer neuen Geschichte „Ai Ore! – Love me!“ einen ganz anderen Weg geht.

 

Im Mittelpunkt stehen zwei Teenager, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Mizuki besucht die renommierte und angesehene private „St.-Nobara“-Mädchenschule und gilt dort wegen ihres burschikosen Aussehens als der „Prinz“ ihres Jahrganges. Sie ist beliebt und klug.

Gleich daneben befindet sich eine staatliche Jungenoberschule, die weder den besten Ruf noch Ansehen hat, da man ihr auch schon von außen ansieht, wie herunter gekommen sie ist. Diese Schule besucht Akira, der besonders weiblich aussieht und von seinen Mitschülern mehr oder weniger als „Prinzessin“ betrachtet wird.

Beide spielen gemeinsam in der Schülerband „Blaue Rosen“ und haben sich einen gewissen Ruf erworben. Sie selbst betrachten sich inzwischen auch als Paar, obwohl die Rollen vertaucht scheinen. Dass dem nicht so ist, beweist Akira eines Tages, als ein neuer Schüler sich daran macht Mizuki hartnäckig und aufdringlich zu umwerben.

Er greift ein und setzt damit eine Kette von Ereignissen in Gang, die auch die Jungen und Mädchen aus seinem und Mizukis Umkreis nicht ganz kalt lässt. Gerade die Schülerinnen, die eine Chance erkennen, dass der Schandfleck neben ihrer Schule beseitigt werden könnte, stellen ihn vor eine schier unlösbare Aufgabe.

 

Mayu Shinjo dürfte viele Leser erstaunen, die ihre üblichen Themen erwartet haben, aber genau darauf verzichtet sie diesmal. Es gibt weder Sex noch unschuldige Mädchen, tatsächlich scheint zunächst der Junge eher den feminin-hilflosen Part einzunehmen, auch wenn das nicht ganz stimmt. Immerhin ist auch Mizuki eher cool und selbstbewusst, als zart und hilflos.

Allerdings entwickelt sich die Geschichte nicht so geradlinig und zielstrebig, wie man erwartet, denn neben dem Liebeswirrwarr kommen nach und nach immer mehr Dinge ins Spiel. Während das Pärchen darum kämpft, seine Liebe zu bewahren, sieht ihr Umfeld gekommen, ein paar Dinge zu verändern und beginnt vor allem Akira zu benutzen, der dafür sorgen soll, das auf seiner Schule gesittetere Zustände herrschen und die Jungen endlich lernen, sich zu benehmen, wenn er seine Liebste je wiedersehen will.

Das führt dazu, dass sie sich hin und wieder etwas verzettelt und die Geschichte dadurch wirr werden lässt. Auch kommt gerade erwachsenen Lesern einiges sehr bekannt vor.

 

Alles in allen bietet „Ao Ore – Love me!“ vielleicht keine überraschend neue Geschichte, aber eine, die für die Mangaka sehr ungewöhnlich ist und für die Fans daher auch einmal eine Abwechslung bietet.

 

 

Eure Meinung:


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Comic:

Ai Ore! – Love me!, Band 1

Autorin & Künstlerin: Mayu Shinjo

Aus dem Japanischen von Christine Steinle

Ai ore! - Danshikou no Hime to Joshikou no Ouji, Vol.1, Japan 2008

Manga-Taschenbuch, 208 Seiten

Egmont Manga & Anime, 11/2009

ISBN-10: 3770470966

ISBN-13: 978-3770470969

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 24.12.2009, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:39