Akanah (Die Legende der Drachenritter, Bd. 2)
 
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Akanah

Reihe: Die Legende der Drachenritter, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Im ersten Band der Serie „Die Legende der Drachenritter“ begegnete die Drachenritterin JaĂŻna auf dem weg in das Dorf Retz einem MĂ€dchen, das zusammen mit ihrem Bruder vor dem , sich immer weiter ausbreitenden Übel, floh. Sie riet dem Kind damals, den Jungen zu töten, sobald er erste Anzeichen einer VerĂ€nderung zeigen wĂŒrde, und sich dann bei den Drachenrittern zu melden.

 

Jahre spĂ€ter ist Akanah zusammen mit ihrer Freundin Elanor SchĂŒlerin im Dienste der erfahrenen Oris, die angeblich schon viele Drachen besiegt und den Kampf fast narbenlos ĂŒberlebt habe. Den MĂ€dchen fĂ€llt es schwer, an die legendĂ€ren FĂ€higkeiten ihrer Lehrerin zu glauben. Sie halten sie nur fĂŒr streng und ungerecht.

Doch Oris verbietet ihnen nicht ohne Grund das Luftschiff zu verlassen, als dieses einen Zwischenhalt am Turm von Ishtar einlegt. Sie kennt die Gefahren der Stadt, die in den WirtshĂ€usern und Gassen auf unerfahrene und ĂŒbermĂŒtige MĂ€dchen lauern.

Doch von dem Verbot lassen sich weder Akanah noch Elanor abhalten. Doch das, was sie in der Stadt erleben ist nur ein Vorgeschmack auf das, was sie in der Stadt Pierrano erwartet. Der Doge hat sowohl die Drachenritter als auch die Aman-Priester um Hilfe gebeten, da das Übel immer weiter auf seine Stadt vorrĂŒckt.

Auch wenn noch keine körperlichen Auswirkungen zu erkennen sind, die Angst fĂŒhrt unter den Menschen jedoch schon zu absonderlichen Verhaltensweisen.

Auf dem Flug nach Pierrano lernt Akanah auch Jan kennen, den Abgesandten der Aman-Priester. Da er ganz anders ist als die rauhen MĂ€nner, die sie bisher kennenlernte, beginnt sie GefĂŒhle fĂŒr ihn zu entwickeln.

Und da diese von ihm mehr als erwidert werden, beginnt sie ĂŒber einen folgenschweren Schritt fĂŒr ihre Zukunft nachzudenken. Doch bevor sie darĂŒber wirklich nachdenken kann, holen sie ihre Pflichten als Drachenritter ein.

 

Wie auch schon der erste Band, „JaĂŻna“, so bietet auch die Fortsetzung „Akanah“ heroische und abenteuerliche Fantasy, wie sie im Buche steht. Diesmal sind es gleich zwei junge Frauen, die den UngestĂŒm und Leichtsinn der Jugend noch nicht abgelegt haben und munter ĂŒber die StrĂ€nge schlagen. So kommt es zu manchem Zwischenfall und frechen Streichen, die den Leser amĂŒsiert schmunzeln lassen.

Allerdings verschwinden diese Zwischentöne im Verlauf der Geschichte. Schleichend, ja fast unbemerkt wird die Handlung immer ernster und bedrohlicher, auch die Eskapaden der jungen Heldinnen fĂŒhren sie an Orte und in Situationen, die gar nicht mehr so lustig sind, wie sie zunĂ€chst glauben. In Pierrano bekommen sie erstmals zu spĂŒren, dass das Leben auch sehr ernste und grausame Seiten hat. Und zum Ende der Geschichte hin verstehen sie endlich ihre Lehrerin.

Die zarte Liebesbeziehung zwischen Jan und Akanah ist glaubwĂŒrdig und nachvollziehbar aufgebaut. Man fĂŒhlt mit den Beiden, auch als das Schicksal eine böse Wendung fĂŒr sie bereit hĂ€lt.

In diesem Band spielt das Autorenteam ausgiebiger mit den klassischen Klischees der heroischen Fantasy als in „JaĂŻna“. Das mag vielleicht an dem mehr stĂ€dtischen Umfeld und an den etwas anders angelegten Heldinnen liegen - wirklich ĂŒbel nehmen kann man Ange diese Stilmittel aber nicht DafĂŒr ĂŒberzeugen sie zu sehr durch ihre Geschichte, die sehr schön die Entwicklung der beiden jungen Heldinnen wĂ€hrend ihrer ersten BewĂ€hrungsprobe schildert. Oris die Drachenritter bietet durch ihre AbgeklĂ€rtheit einen schönen Gegensatz zu ihren SchĂŒlerinnen, denen am Ende auch noch klar wird, das die Lehrerin auch sehr weise ist und mit all ihren Worten recht hatte.

Auch „Akanah“ ist in sich abgeschlossen und fĂŒgt der „Legende der Drachenritter“ eine weitere Facette hinzu. Wenn man glaubte, dass Drachenritter und Aman-Priester eng mit einander zusammen arbeiten und einander mögen so wird man hier durch Oris‘ zynische Bemerkungen eines Besseren belehrt.

Auch hier kommt das paranoide Verhalten der Menschen sehr gut zum Tragen, das bei einigen wie den „Schwestern der Rache“ sogar zur absoluten Zerstörung eines Landstriches fĂŒhrt.

„Akanah“ ist nicht ganz so geradlinig wie „Jaïna“ bietet aber durch die ersten Seiten und die Liebesgeschichte eine abwechslungsreiche und aufgelockerte Handlung.

 

Zeichner ist diesmal nicht mehr Alberto Varanda sondern Philippe Briones. Es fĂ€llt auf, dass sich der KĂŒnstler sehr an den Stil seines VorgĂ€ngers angepasst hat. Unterschiede zwischen den beiden sind nur bei genauem Hinsehen und in den Gesichtern der Figuren wieder zu erkennen.

Auch Briones bietet detailverliebte Zeichnungen und dynamische Actionsequenzen. Besonders bei der Darstellung vieler Personen auf einem Bild weiß er zu ĂŒberzeugen.

Die Kolorierung stammt diesmal von Stephane Patrieau. Auch hier sind die Farben eher gedeckt und Ton in Ton gehalten. Wieder dominieren die Erdfarben und verleihen dem Comic eine melancholisch-resignierte AtmosphÀre.

 

„Die Legende der Drachenritter“ weiß auch im zweiten Band zu ĂŒberzeugen. Besonders angenehm ist, dass auch dieser Band in sich geschlossen ist und nur eine lose Verbindung zu seinem VorgĂ€nger hat.

Fantasy-Fans kommen voll auf ihre Kosten. Der Comic besitzt alles alles, was man von einem Abenteuer erwartet, eine spannende, abwechslungsreiche Handlung vor bunter und exotischer Kulisse. Es gibt nette Anspielungen und freche Details, die auch erfahrene Leser immer noch ĂŒberraschen können und Lust auf mehr machen.

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230608081506a2087b91
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Comic:

Akanah

Reihe: Die Legende der Drachenritter Bd. 2

Autor: Ange (Anne und Gerard)

Zeichner: Philippe Briones

Hardcover-Album, 48 Seiten

Splitter, MĂ€rz 2007

ISBN: 978-3-939823-34-6

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Erstellt: 27.08.2007, zuletzt aktualisiert: 04.06.2023 19:58