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Alien – Fluss des Todes 2. Staffel von Christopher Golden

Hörspiel

 

Rezension von Cronn

 

Das Wesen aus der fremden Welt, das sogenannte Alien, ist immer noch der Inbegriff für die furchterregendste Kreatur aus dem Weltraum, die je erschaffen wurde. H. R. Gigers Geschöpf in Verbindung mit der cinematischen Vision Ridley Scotts wurde zur Ikone des Science-Fiction-Horrors.

Mit James Camerons Film Aliens wurde das Wesen zu einer Kampfmaschine in einem Military-SF-Actionfilm. Der große Erfolg beider Filme ist auch heute noch Inspiration für viele Autoren.

Auch im Hörbuch-Bereich gibt es immer wieder Alien-Fortsetzungen. Mit Christopher Goldens Alien – Fluss des Todes hat die Hörbuch-Schmiede Audible ein heißes Eisen im Feuer. Doch wie gelungen ist der neueste Beitrag zum Alien-Franchise?

Das soll die nachfolgende Kritik aufzeigen. Doch zunächst einige Informationen zum Inhalt.

 

Inhalt:

Als Ripley nach Jahrhunderten im All endlich zur Erde zurückkehrt, muss sie erfahren, dass die Menschen gerade dabei sind, den Planeten Acheron zu kolonisieren. Geschützt durch koloniale Marines, und betreut von einigen Weyland-Yutani Wissenschaftlern, versucht eine Gruppe von Koloniearbeitern, den lebensfeindlichen Bedingungen auf Acheron zu trotzen und ihn mittels Terraforming bewohnbar zu machen. Darunter auch das Ehepaar Jordan, dessen kleine Tochter Newt das erste Kind ist, das auf dem neuen Planeten zur Welt kommt.

Was sie nicht wissen: Acheron – besser bekannt als LV 426 – ist genau der Planet, auf dem die Crew der Nostromo dem Xenomorphen damals zum allerersten Mal begegneten – also jener tödlichen Kreatur, die als Alien in die Geschichte einging. Während Ripley also zweifelhaft versucht, die Verantwortlichen auf der Erde zum Handeln zu zwingen, bricht auf Acheron ein Team aus Kolonisten zu einer Expedition auf – nicht ahnend, in welch tödliche Gefahr sie sich begeben …

 

Der offizielle Pressetext ist aussagekräftig genug. Daher kann sofort zur Kritik übergegangen werden.

 

Kritik:

»Alien – Fluss des Todes« hat eine spannende Prämisse: Was geschah vor der Landung der Marines auf LV-426? Leider gelingt es Christopher Golden nicht vollauf überzeugende Antworten zu liefern. Das liegt an mehreren Gründen.

Zum einen bietet der Autor lediglich über weite Strecken eine Variante der Handlungskette aus »Alien« oder »Aliens«. Neue Ideen sind hierbei kaum zu entdecken. Er liefert somit Fanservice. Das ist prinzipiell nicht schlecht, jedoch sollte man das wissen, um nicht enttäuscht zu werden, weil man auf kreative Innovation gehofft hat.

 

Auch die Figurenzeichnung ist recht plakativ und folgt den Regeln von James Camerons »Aliens«. Als neue Ripley-Figur wird eine Zeitlang die Mutter von Newt geführt, als neuer Hicks gilt der Marine-Captain. Eine Hudson-ähnliche Figur findet sich in einem der Kolonisten wieder. Gefallen konnten die Kinder-Figuren, die neue Facetten zeigen durften. An dieser Stelle hat Christopher Golden sich um neue Inhalte bemüht.

 

Das gilt nicht für die Redundanzen, die sich durch den Ripley-Handlungsstrang ergeben. Es ist nicht ersichtlich, warum Christopher Golden die Ereignisse rund um Ripleys Bergung und Erweckung neu erzählt hat. Sie tragen nichts zu der Handlungskette auf LV-426 bei und sind daher unnötig, redundant. Sollte hier die Handlungszeit lediglich gestreckt werden?

 

Einige Logikschwächen konnte Golden ebenfalls nicht vermeiden. So ist es nicht im Original-Alien-Franchise angelegt, dass die Eltern von Newt von Weyland-Yutani zur Absturzstelle des Derelict Ship geschickt wurden. Aber das kann man unter künstlerischer Freiheit verbuchen. Schwieriger ist es jedoch, dass auf Hadleys Hope Marines untergebracht sein sollen, wovon nie in »Aliens« die Rede war. Auch die Rolle von Carter Burke ist zwar nicht völlig aus der Luft gegriffen, aber doch zumindest fragwürdig überbewertet.

 

Auf der Haben-Seite kann »Alien – Fluss des Todes« eine handwerklich saubere Produktion vorweisen. Die Sprecher sind allesamt Profis und auch das Sounddesign ist bis auf wenige Makel sehr gelungen. Einzig die schlechte Abmischung des Sounds der Pulse-Rifle (klingt zu flach, zu wenig Frequenzen im Bassbereich) fällt negativ auf.

 

Fazit:

»Alien – Fluss des Todes« ist eine Hörspiel-Produktion, die vom Alien-Bonus lebt. Wem das reicht, der kann sicherlich damit zufrieden sein. Wer allerdings sich mehr erhofft hat, wer auf innovative Ideen gesetzt hat, der wird nicht mit »Alien – Fluss des Todes« glücklich.

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Hörspiel:

Alien – Fluss des Todes 2. Staffel

Buchvorlage: Christopher Golden

Hörspielbearbeitung: Dirk Maggs

Regie: Simon Bertling

Produktion: Christian Hagitte und Simon Bertling

Musik: James Hannigan

Übersetzer: Heiko Martens

Spieldauer: 4 Stunden und 52 Minuten

Format: Hörbuch-Download

Version: Ungekürzte Ausgabe

Audible, 21. September 2017

 

ASIN: B075GV72ZP

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 14.11.2017, zuletzt aktualisiert: 14.11.2017 19:16