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ALIENS 1

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Eine Comicschlachtplatte der Extra-Klasse!

Sie sind wohl die bekanntesten und erfolgreichsten Science Fiction-Horror-Monster der Filmgeschichte: Die von H.R. Giger geschaffenen, gnadenlosen, außerirdischen Raubtiere, die ALIENS! Ab Sommer 2007 gehen sie auch bei Cross Cult auf die Jagd und garantieren atemberaubende Spannung. Wir präsentieren die besten ALIEN-Storys von namhaften Zeichnern und Autoren in edler Aufmachung und das, wie es sich für gute Horror-Comics gehört, in düsterem Schwarz-Weiß.

Dies ist nur der Auftakt einer mehrbändigen Reihe. 2008 folgen ALIEN-Comics der „Fan-Favourites“ Eduardo Risso, Richard Corben und Kelley Jones!

 

 

Rezension:

Peter Osteried weist am Ende des ersten Aliens Bandes von Cross Cult in seinem Essay Im Comic hört dich niemand schreien auf die wechselvolle und bisher wenig erfolgreiche Veröffentlichungsgeschichte der Alien-Comics in Deutschland hin. So erscheint der Versuch von Cross Cult also recht gewagt.

Doch der Comic-Verlag hat einige Vorkehrungen getroffen, um dem Projekt zum Erfolg zu verhelfen. So ist das Format des Albums äußerst handlich, der Umschlag fest und das Coverlayout elegant und vor allem schreiend Schwarz/Weiß. Der geneigte Alienkopf ist minimalistisch aber umso sprechender.

Auch im Innern stellt sich das Album exzellent dar. Trotz großer Mengen Druckerschwärze sind die Seiten von hoher Druckqualität - was will man mehr?

 

Die vier Geschichten sind klar voneinander getrennt, jeder erhält somit ihren eigenen Entfaltungsbereich und das ist bei den sehr unterschiedlichen Stilen ein Garant dafür, dass sich jede unabhängig entfalten kann.

 

Den Auftakt bildet Glaskorridor von David Lloyd, der mit seinen Kontrasten zwischen Hell und Dunkel, aber auch zwischen Portrait und Landschaft, Bewegung und Stillstand eine sowohl düstere, als auch melancholische Stimmung schafft. Sein Killer Frank ist der typische coole Dark Hero. Die Schatten seiner Vergangenheit quälen ihn und doch tut er, was ein Mann tun muss. So ist denn auch der zeichnerische Fokus, den Lloyd sehr interpretativ auf seinem Helden verweilen lässt, das Spannende an der eher üblichen Handlung Grandios sind dabei immer wieder die Gesichter der Figuren, in denen mehr zu lesen ist, als in den Textblasen.

 

Guy Davis hingegen fasziniert in seinem Überleben durch exzessiv überladene Kampfszenen, deren zittrige Textur das Chaos solcher Begegnungen zwischen Soldaten und Aliens radikal verdeutlichen. Zudem spiegeln sie psychische Belastung der Hauptfigur, des Familienvaters Thompson, deutlich wider. Zum Teil überlagern sich die Bilder mehrfach, als ob die Grenzen der Realität gesprengt würden. Und um etwas in der Art handelt es sich auch. Wieder ist es die Firma, die die Fäden im Hintergrund zieht und das zynische Ende der Story ist eine Reminiszenz an den ersten Teil der Filmreihe. Allerdings finde ich die Geschichte dafür etwas lang.

 

In die Fünfziger Jahre entführt uns John Byrne. Wir erleben eine erste Begenung zwischen Menschen und Aliens - auf der Erde und damit quasi eine Vorgeschichte zum Film. Auch optisch schwelgt Byrne in Nostalgie, man spürt in seinen Zeichnungen das Flair des Pulps. Dabei würzt er die eher unspektakuläre Handlung mit jeder Menge cooler Action-Bilder, sein Kampf des Aliens mit dem Auto der flüchtenden Familie ist zeichnerisch ein brillantes Spiel mit den Möglichkeiten der Zweifarbigkeit. Es ist wie eine äußerste Konzentration der Striche und Flächen.

 

Flächen bilden in den Bildern von Mike Mignola eine zentrale Bedeutung, wenn er Dave Gibbons Erlösung iluustriert. Mit ihnen reduziert er die Details und überhöht so die Kontraste.Immer wieder springt uns die Leere aus den Bildern entgegen. Auch in dieser Geschichte geht es um Menschen an Bord eines Raumschiffes, denen die Aliens einen Strich durch die Rechnung ziehen. Dem Kapitän gelingt es, zusammen mit dem Koch zu fliehen. sie stranden auf einem lebensfeindlichen Planeten. Das der Koch Selkirk heißt, mach aus der Geschichte aber noch lange keine Robinsonade. Eher geht es Gibbon um die psychologischen Traumata einer Aliensbegegnung und endet in einer moralischen Erhebung, in der der Mensch und seine ethische Kraft im Zentrum stehen.

 

Fazit:

Der Auftakt der Aliens-Reihe von Cross Cult bietet hochwertige Comickost ist sehr guter Aufmachung. Nicht nur Freunde des schleimigen Killermonsters werden hier auf ihre Kosten kommen.

 

 

Eure Meinung:

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Comic:

ALIENS 1

Autoren und Zeichner: Mike Mignola, Dave Gibbons, Guy Davis, James Vance, John Byrne und David Lloyd

Cross Cult, Juli 2007

A5 Hardcover, schwarz/weiß, 174 Seiten

Mit einem Essay von Peter Osterried

ISBN 10: 3936480575

ISBN 13: 978-3-936480-57-3

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 18.08.2007, zuletzt aktualisiert: 07.05.2019 18:16