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ALIENS 3

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Das Finale des All-Star-Schlachtfestes!

Besonderer Gast diesmal: Kelley Jones, Zeichner für Neil Gaimans SANDMAN-Geschichten und des verstörendsten Batman-Runs der 90er Jahre. Außerdem dabei: Henry Gilroy, TV-Autor u.a. für die legendäre Batman Animated-Serie, und Ronnie del Carmen, tätig an Filmen wie FINDET NEMO und DER PRINZ VON ÄGYPTEN.

Herk Mondo wird gerufen, wenn die Alienkacke am Dampfen ist. In "Mondo Pest" muss er die Probleme der Kolonie Oryza lösen – freilich erst, nachdem diese freundlicherweise sein Raumschiff abgeschossen haben. In "Mondo Heat" soll er die zwei verzogenen Töchter eines reichen Industriellen auf einem Planeten der Aliens finden – und zwar bevor die Armee sie findet. Dummerweise verliert er schon bei der Landung seine Waffen, und der Vulkan, bei dem er die Mädchen findet, steht auch kurz vor dem Ausbruch. Sarkastischer Slapstick im Aliens-Gewand!

Schwerblütiger Horror dann bei Kelley Jones. Um an das Gelee Royale einer Alienkönigen zu gelangen, erschaffen der Wissenschaftler Majakowski und seine Partnerin Gil einen künstlichen Alien. Nichts könnte schiefer gehen als dieser Plan! Gestrandet auf dem Aliens-Planeten, beginnt für die beiden Menschen und ihren Hund eine Tour durch die Hölle. Die noch dadurch erschwert wird, dass sie nicht die einzigen sind, die Interesse an den Aliens-Ausscheidungen haben.

 

Rezension:

Gleich drei ganz besondere Geschichten bietet der dritte Band der Aliens-Comic Reihe von Cross Cult. Den Beginn machen zwei Abenteuer von Herk Mondo, einem ehemaligen Marine, der inzwischen als eine Art Kammerjäger unterwegs ist und dessen Verstand schon lange nicht mehr ganz dem entspricht, was man für gewöhnlich als normal bezeichnet. Doch was hat Normalität auch in einer Aliens-Story verloren?

 

Mondo Pest

Eigentlich soll Mondo ja den Kolonisten auf Oryza helfen, doch zunächst wird er mit Raketen begrüßt und gerät mitten hinein in die Jagd eines Aliens auf einen Jungen. Natürlich macht Mondo kurzen Prozess mit den Monstern und nachdem geklärt werden konnte, was Mondo nun eigentlich für einen Job zu erledigen hat, zieht er diesen auch durch. Kompromisslos, mit einem lockeren Spruch auf den Lippen und dennoch mit genug Herz, um den Unterschied zwischen ihm und einen Alien erkennen zu lassen.

Sicherlich eine eher normale Lonesome Cowboy Story, aber definitiv unterhaltsam und vor allem witzig.

Das Artwork ist klassisch, mit etlichen grandiosen Schwarz/Weiß Effekten, Ronnie del Carmen untermalt den Humor der Handlung ebenso locker, wie er auch das Aliens-Design leicht minimalisiert.

 

Auch in Mondo Heat zeigt sich das Gespann aus Zeichner und Texter wunderbar aufeinander eingestimmt.

Herk Mondo soll diesmal die Tochter eines Industriemagnaten retten, die in einem aliensverseuchten Gebiet vermisst wird. Bevor die Armee das Problem auf ihre Art löst, soll Mondo das Leben des Mädchens retten, ehe ein martialischer Militäreinsatz ihre Überlebenschance reduziert.

Leider verläuft die Mission nicht ganz nach Plan, denn schon bald steht Mondo waffenlos vor einer Horde Aliens, als Beschützer zweier zwar reizend anzuschauender Ladys, die jedoch auf seinen Rettungsversuch eher zickig als begeistert reagieren.

Doch Mondo hat schon schlimmeres überstanden und letztlich ist ein überdimensionierter Flammenwerfer immer irgendwo aufzutreiben.

Ja, der Slapstick dominiert die Handlung und definitiv ist auch diese Aliens-Story eher witzig als düster. Unterhaltung pur. Autor Henry Gilroy versteht sein Handwerk diesbezüglich perfekt.

 

Ein großer Bruch ist danach die dritte Story Das Nest. Jerry Prosser erzählt die verstörende Liebesgeschichte des sterbenskranken Wissenschaftlers Doktor Stan Mayakowsky und seiner Freundin Julian Lish, die mithilfe eine Aliens-Droiden ein Sekret aus einem Aliens-Nest holen wollen, durch das Mayakowski den Krankheitsverlauf etwas hemmen kann.

Im Mittelpunkt steht die kompromisslose Liebe der beiden, die ihre Umwelt benutzen, um ihr Glück erhalten zu können. Immer wieder bricht die Handlung dabei, um anhand einer biologischen Arbeit des Doktors, in das Wesen der Aliens einzudringen. Es kommt immer wieder zu Reflexionen des Geschehens und Wiederholungen mit der Vergangenheit. Keine leichte Kost und auch nicht unbedingt beim ersten Lesen verständlich, handelt es sich hier um eine unheimlich faszinierende und ungewöhnliche Geschichte, die sowohl im Hauptplot, als auch in den Nebenlinien eine ungewohnte Tiefe besitzt.

Hinzu kommt die düstere Stimmung, die Kelly Jones Zeichnungen schaffen. Die Bilder sind teilweise ungeheuer fein ziseliert, dann wieder gibt es grobe Schraffuren und Texturen, die nur andeuten und mehr verbergen, als sie zeigen. Dadurch vermischen sich Szenen, verschwinden Brüche und bringen Verbindungen zustande, wo eigentlich keine sein sollten. So wird das Schauen zum Entdecken, die Handlung zum Erkenntnisprozess.

 

Fazit:

Mit zwei lockeren Action-Abenteuern und einer tiefschürfenden Lovestory bietet Cross Cult diesmal lohnenswerte Abwechslung, die sowohl unterhält als auch Einblick gibt in ein etwas anderes Comic-Universum.

Eure Meinung:


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Comic:

ALIENS 3

Text: Henry Gilroy, Jerry Prosser

Zeichnungen: Ronnie del Carmen, Kelly Jones

Original: Aliens: Mondo Pest, April 1995; Aliens: Mondo Heat, Februar 1996; Aliens: Hive 1-4, 1992

Übersetzer: Christian Langhagen

Cover: Kelley Jones

Cross Cult, Oktober 2008

Hardcover, schwarz weiß, 176 Seiten

 

ISBN-10: 3936480591

ISBN-13: 978-3936480597

 

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Erstellt: 22.11.2008, zuletzt aktualisiert: 07.05.2019 18:16