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Alif der Unsichtbare von G. Willow Wilson

Rezension von Christel Scheja

 

G. Willow Wilson lebte und arbeitete lange Jahre in Ägypten und kam so mit der arabischen Kultur in Verbindung. Sie lernte viel über Land und Leute, was sie später auch in ihrer Arbeit für die Comic-Serie „Ms. Marvel“ verwerten konnte. In ihrem ersten Roman „Alif der Unsichtbare“ geht sie noch einen Schritt weiter.


Alif lebt in einer unbenannten und x-beliebigen Stadt in einem arabischen Emirat und schlägt sich so durchs Leben. Er geht keiner geregelten Arbeit nach, ist aber ein genialer Hacker, der schon so manchem geholfen hat, sich in geschützter Anonymität durchs überwachte Netz zu bewegen.

Er weiß sehr wohl, dass er jederzeit in den Fokus der Sittenwächter und Ermittler geraten kann, aber die Liebe zu einer Frau lässt ihn unvorsichtig werden, sorgt dafür, dass sein Leben regelrecht auf den Kopf gestellt wird, weil er untertauchen muss.

Nun braucht er wirklich gute Freunde, die ihm helfen … stattdessen scheint ein altes magisches Buch alles noch schlimmer zu machen, denn er begreift erst nicht, welche Dimensionen „Tausendundein Tag“ haben kann.


„Alif der Unsichtbare“ ist ein urban-Fantasy-Roman der ganz besonderen Art. Denn auch wenn es nicht so aussieht, so ist die Handlung magischer als sie aussieht und nicht alle Leute, denen der Held begegnet sind auch Menschen. Nach und nach erfährt er von der Welt, die neben der Realität existiert, in der er aufgewachsen ist.

Spannung entsteht nicht durch Action, die wird eigentlich nur sehr punktuell eingesetzt und kaum ausgeführt. Interessanter ist es wohl, einen Einblick in die fremde Kultur des arabischen Raums zu halten, die strengen Regeln unter denen auch die Männer leben müssen, nicht nur die Frauen. Dabei gibt es auch immer Lücken und Freiräume die schamlos ausgenutzt werden müssen.

Auch macht die Autorin auf einige interessante Entwicklungen aufmerksam, so sind Alif und Dina aus dem Nachbarhaus nicht unbedingt Kinder aus normalen Familienverhältnissen, sondern die Nachkommen der Liebschaften ihrer Väter, die beide noch Erstfrauen und legitime Haupterben an anderer Stelle haben.

Die phantastischen Elemente bleiben insgesamt eher verhalten, gewinnen erst zum Ende hin an Bedeutung.

Alles in allem sollte man aber eine Menge Geduld mitbringen, um den Roman auch wirklich in allen Facetten genießen zu können, die die Handlung schreitet nur langsam voran und fordert doch einiges an Sitzfleisch.


Gerade durch das Setting und die poetische Stimme der Autorin besitzt „Alif der Unsichtbare“ einen besonderen Zauber und ist durchaus einen Blick wert, wenn man einmal Lust auf Urban-Fantasy hat, die aus den gewohnten Bahnen ausbricht.


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Eure Meinung:

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Buch:

Alif der Unsichtbare

Original: Alif the Unseen, 2012

Autorin: G. Willow Wilson

Taschenbuch, 524 Seiten

Fischer Tor, Januar 2018

Übersetzung: Julia Schmeink

 

ISBN-10: 3596299365

ISBN-13: 978-3596299362

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B072DV83FX

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.07.2018, zuletzt aktualisiert: 08.11.2019 08:38