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All Star Batman (Bd. 2)

Rezension von Martina Klein

 

„Willkommen zur zweiten Ausgabe von ALL STAR BATMAN, liebe Leser! In diesem Heft führen wir die Geschichte fort, die in Band 1 von den geschätzten Machern Frank Miller und Jim Lee begonnen wurde. Wir erleben hier einen Batman, der noch am Anfang seiner Laufbahn steht, und der sich bei der Verfolgung seiner Ziele als ausgesprochen fies und entschlossen zeigt... jedes Mittel scheint ihm recht zu sein!“... steht hinten im Heft. Was eine ziemlich treffend beschreibende Einführung ist. Batman ist gründlich entstaubt worden und wird hier in einer sehr frischen und modernen Form präsentiert, die sehr gelungen ist und auch für Neu-Leser einen guten Einstieg bietet.

 

Doch vorerst zum Inhalt:

 

Dieses Heft beginnt eigentlich gar nicht direkt mit Batman selbst. Wir sehen vielmehr einen „ganz normalen“ Abend in Gotham City... Die Geschichte (oder vielmehr die dritte Episode der Geschichte „Der Wunderknabe“) beginnt in einer wirklich üblen und heruntergekommenen Bar. Wir beobachten die schöne Barkeeperin (Oh, Mann, sie ist wirklich schön und unglaublich sexy! – Es handelt sich übrigens um Black Canary!) bei ihrer allabendlichen Arbeit. Wie üblich wird sie den ganzen Abend über übel angebaggert und angegrabscht – bis ihr urplötzlich der Kragen platzt: Sie rastet völlig aus und schlägt alles – das Mobiliar und die Gäste! – kurz und klein, raubt den Gästen sämtliche Wertsachen (sogar das Motorrad des einen!) und – „kündigt“! Doch: „Nein. Nein. Deshalb war sie nicht so explodiert. Nicht wegen der Beleidigungen, die dieses Pack als flirten bezeichnete. ... Sondern wegen eines Mannes. Eines einzelnen Mannes.“ ... Nämlich wegen Batman...

 

Zeitsprung – Das alles geschah vor sechs Monaten. „Jetzt“, also sechs Monate später, sehen wir ihn endlich: Batman hatte im vorangegangenen Band einen stark traumatisierten Jungen entführt, um ihn für seine Zwecke zu benutzen: Dick Grayson, zwölf Jahre alt und ein äußerst talentierter Akrobat beim Zirkus. Noch dazu ist er überaus schlau (er war Klassenbester in fast jeder Schule, in die sein Zirkusleben ihn führte) und erlangte den „schwarzen Gürtel“, bevor er neun wurde – also der perfekte „Partner“ für Batman! Oder, wie Batman es selbst ausdrückt: „Er hat das Zeug.“

 

Dick wirkt einsam, verstört und (besonders später in Batmans riiiieesiger - siehe dem Heft beigeheftetes Poster! - „Bathöhle“!) irgendwie völlig verloren. Seine Eltern sind tot (der Grund für sein starkes Trauma!). Wenn er alleine ist, führt er Selbstgespräche und sagt Dinge wie: „Mom. Dad. Ihr Blut spritzte auf meine Füße.“

 

Da Batman vor 19 Jahren seine Eltern auf ähnliche Weise verlor (Sie wurden vor seinen Augen von einem Straßendieb umgebracht!), fühlt er sich jetzt für den Jungen verantwortlich. Er hatte ihn zwar aufgrund seiner übergroßen Talente schon länger im Visier, hätte ihn sich aber sonst, wenn die Eltern des Jungen noch leben würden und sein Leben somit noch „normal“ wäre, erst ein paar Jahre später geholt.

 

Batman trainiert sein „Mündel“ in der Benutzung des „Batmobils“, wobei sich der Junge erwartungsgemäß sehr geschickt anstellt. Ende von Episode 3 und...

 

... Anfang von Episode 4: Wir springen zu einer Nebenhandlung mit der Journalistin Vicki Vale, die im Heft zuvor eine größere Rolle spielte: Batman, oder besser: Bruce Wayne, hat mit ihr gemeinsam den Zirkus besucht, in dem Dick Grayson am Trapez auftrat. Dann wurden sie Zeugen, wie Dicks Eltern während der Vorführung ermordet wurden. Im darauffolgenden Chaos schlich sich Wayne weg und kehrte als Batman zurück. Er entführte den Jungen, um ihn vor einem bestochenen Polizisten zu retten, der ihn wie seine Eltern ebenfalls töten sollte. Unglücklicherweise wurde die mutige Vicki – die versuchte, Batman und seinem Batmobil zu folgen – Opfer eines Autounfalls und ringt nun in einem Krankenhaus mit dem Tod. - Soviel steht hinten im Heft (übrigens: Der Text unter dem Titel „Einleitung“ ist suuuper zum Verständnis der Geschichte und liefert prima Hintergrundwissen zu den Personen!)

 

Jetzt in dieser Episode liegt Vicki Vale immer noch schwer verletzt im Krankenhaus. Und wir wissen immer noch nicht, ob sie überleben oder sterben wird...

 

Doch zurück zur Haupthandlung: Währenddessen übt Batman mit Dick Grayson, seinem späteren Robin, weiter das Fahren, Fliegen und Tauchen mit dem Batmobil. Später „zu Hause“ in erwähnter Bathöhle überlässt Batman den Jungen dann sich selbst. Apropos die Höhle: Das beigefügte und auf dem Titel des Hefts angekündigte Panorama-Poster de Bathöhle ist nett: Es ist nicht einfach nur so in die Mitte des Hefts geheftet, sondern in die Storys integriert – netter Einfall! – Doch zurück zur Handlung:

 

Dick fühlt sich einsam und hat Hunger. Doch Batman geht mit den Worten „Wie gesagt, die Höhle ist groß. Du wirst schon was finden.“ einfach weg und lässt ihn alleine zurück. Aber: „Es gibt hier wohl doch einen netten Menschen.“ Nämlich Alfred Pennyworth, Batmans Butler, Berater, Sanitäter – kurz: „Mädchen für alles“ – aber, nein! – NICHT sein Sklave! – worauf Alfred selbst ausdrücklich besteht. Er hat Erbarmen mit dem Jungen. („Dieser Junge wird keine Ratten essen, Sir.“ So wie es der neue „Ersatz-Vater“ Batman selbst tut! Igitt...!) Sehr zum Unwillen seines Chefs („Er muss überleben lernen.“) versorgt er den Jungen mit Cheeseburgern, womit dieses Heft dann erst mal endet – leider wieder mitten in der Geschichte! Das ist bei diesen Heften immer schade! Und ausgerechnet natürlich immer dann, wenn’s gerade interessant wird...

 

Neben den Hauptpersonen hat auch noch Superman, alias Clark Kent einen Gastauftritt. Und wir erfahren, dass – zumindest in dieser Version des DC-Universums! – Batman sehr wohl die wahre Identität von Superman kennt (ganz im Gegensatz dazu Superman hingegen völlig ahnungslos ist, was Batman anbelangt!) und von diesem Wissen sicherlich später noch Gebrauch machen wird...

 

Die Reihe „All Star Batman“ ist eben in vielerlei Hinsicht anders als die alten Batman-Geschichten, was in erster Linie am Autor Frank Miller liegt. Dazu ein Zitat aus dem Text „Hinter den Sternen“, der sich auch hinten in diesem Heft befindet: „Wir haben es hier mit einem Autor zu tun, der sich wild grinsend auf das DC-Universum stürzt, und alle Figuren verwendet, die er möchte, ohne sich dabei um irgendwelche Kontinuitätsprobleme scheren zu müssen. Denn – das wurde im Verlauf der letzten Monate klar und ist nun auch offiziell: Die ‚All Star’-Reihen, inklusive ‚All Star Superman’, spielen nicht in der derzeitigen Kontinuität des DC-Universums.“ Miller zeigt uns also seine Vision des DC-Universums – sozusagen losgelöst von Zeit und Raum und vor allem von allen bisherigen Batman-Geschichten. Und da das äußerst gut gemacht und gelungen ist, ist das auch legitim!

 

Die Geschichte ist voll trockenem Humor und gutem Wortwitz. Als Beispiel sei hier Dicks (gedachte) Sicht auf Batman genannt: „Er versucht, wie Clint Eastwood zu klingen. Er ist verrückt.“ Und das unmittelbar bevor sie (scheinbar!) an eine Felswand zu krachen drohen...! Das kommt in der Geschichte viel trockener rüber, als es sich hier liest, und ist wirklich komisch!

 

Um noch mal aus dem oben genannten Text zu zitieren und noch ein paar interessante Infos zum Autor Frank Miller zu liefern: „Oh, falls ihr neu hier seid, lasst mich (also den Panini-Redakteur Christian Grass!) kurz erklären, wer dieser Frank Miller ist, über den ich so schwadroniere. Er hatte seinen ersten richtigen Durchbruch im Comic-Geschäft, als Jim Shooter, der damalige Chefredakteur von Marvel, dem ‚jungen Lümmel’ 1979 die Chance gab, ‚Daredevil’ zu zeichnen. Miller kümmerte sich bei der Serie um den grafischen Aspekt und erdachte auch häufig gemeinsam mit Autor Roger McKenzie die Geschichten. Doch ab Ausgabe 168 wurde Miller dann sowohl zum Zeichner als auch zum Hauptautor von ‚Daredevil’. Eine Legende war geboren.“

 

Grafik:

 

Das Heft ist zeichnerisch und grafisch wirklich „allererste Sahne“! Die Zeichnungen sind von dem begnadeten Jim Lee. Mann, kann der zeichnen!! Hinten im Heft gibt es noch eine tolle „rohe“ (also ungetuschte) Zeichnung von ihm und ein fertig „getuschtes“ Bild (Scott Williams ist übrigens der Tuscher!), das Dick Grayson am Trapez zeigt.

 

Das Titelbild ist sehr dynamisch! Fast spürt man Black Canarys Absatz im Gesicht! Der Druck des Umschlags ist sehr hochwertig mit abgesetzter „glänzend/matt“-Optik.

 

Fazit:

 

Unbedingt kaufen!!! Der Preis von 5,95 € ist angemessen und erschwinglich. Und auch wenn ihr bisher noch nicht so aus diese Superhelden-Comics abgefahren seid, nach diesem Heft werdet ihr es mit Sicherheit! Die Story wird witzig erzählt, und die Zeichnungen sind sooo cool!

 

Eure Meinung:


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Comic:

All Star Batman (Bd. 2)

Episoden: Batman und Robin: „Der Wunderknabe“ / Episode 3 & 4

Autor: Frank Miller

Zeichner: Jim Lee

Inker: Scott Williams

Verlag: Panini Comics

Format: Heft, Prestigeformat

Sprache: Deutsch

Seitenzahl: 52 Seiten

Extra: Panorama-Poster der Bathöhle

ISBN-Code: keine ISBN

EVT: 10.08.2006

Erhältlich bei Panini Comics


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Erstellt: 19.09.2006, zuletzt aktualisiert: 03.11.2018 18:20