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Am Ende der Zeit von Aileen P. Roberts

Reihe: Thondras Kinder Band 2

 

Rezension von Christel Scheja

 

Nach „Die Zeit der Sieben“ nun endlich der zweite und abschließende Band der Geschichte um „Thondras Kinder“ mit dem Titel „Am Ende der Zeit“ erschienen ist. Hier führt Aileen P. Roberts hinter der sich eigentlich die Autorin Claudia Lössl versteckt die Abenteuer von Ariac, Rijana und den anderen Auserwählten zu einem guten Ende.

 

Schon mehrere Male in der Geschichte der Welt haben sieben Gefährten im Auftrag des Kriegsgottes Thondra dafür gesorgt, dass das Böse keinen Fuß in ihrer Heimat fassen konnten. Aus diesem Grunde wurden sie mehrfach wiedergeboren, so auch jetzt. Denn niemals ist es ihnen wirklich gelungen, die Finsternis einzudämmen, weil immer wieder Verrat aus den eigenen Reihen und Intrigen von außen dafür sorgten, dass ihre Siege weder vollständig waren noch alle am Ende überlebten.

Nun, nach tausend Jahren des Friedens zieht neue Gefahr herauf, und die Gefährten werden erneut geboren. Diesmal aber hat man sie erwartet. Zwei Könige suchen gezielt nach den Auserwählten, um sie für ihre Zwecke zu missbrauchen. Der eine ist der grausame und despotische König Scurr, der mit ihnen die Macht über die ganze Welt gewinnen will, der andere sind die Zauberer und der Herrscher von Camasann, die den Sieben die bestmögliche Ausbildung geben wollen.

Diesmal stammen die sieben Kinder Thondras aus unterschiedlichen Schichten und Welten. Es gelingt den Zauberern, sechs von ihnen in Sicherheit zu bringen, nur einer, der Steppennomade Ariac gerät in die Gefangenschaft Scurrs. Im Gegensatz zu der Lehrzeit der anderen ist seine brutal und grausam. Doch auch Gewalt und Demütigungen können ihn nicht brechen. Dennoch misstraut man ihm, als es ihm gelingt zu fliehen und zu den anderen zu stoßen. Nur eine Einzige vertraut ihm, Rijana, das Bauernmädchen, mit dem er sich angefreundet hatte, bevor er entführt wurde. Dagegen misstraut ihm der Sohn des Köngis von Camasan vollständig und bringt es sogar fertig, ihn zu verraten. Denn Scurr will Ariac unbedingt zurück haben.

In der Folgezeit erkennen die Sieben jedoch, dass auch die Menschen, denen sie vertraut haben mehr von ihnen erwarten als dass sie nur ihre Pflicht erfüllen. Auch sie wollen die jungen Leute nur benutzen.

Allein die Steppenvölker, die Piraten und einige der nichtmenschlichen Rassen stehen ohne Wenn und Aber zu den Auserwählten und helfen ihnen in der Folgezeit zusammen zu halten. Denn eines haben die Sieben gelernt. Wenn sie bestehen und jemals wieder frei sein wollen, dann müssen sie zusammenhalten, auch wenn Liebe und Eifersucht, Hass und Misstrauen ihnen zu schaffen machen. Denn nur so können sie gegen ihre inneren und äußeren Feinde bestehen.

 

Wie schon im ersten Band setzt Aileen P. Roberts nicht darauf eine dramatisch-epische Geschichte zu erzählen, sondern konzentriert sich auf die Charaktere und das nähere Umfeld. Es geht um Leidenschaften und Liebe zwischen den Gefährten, die sich dabei nicht scheuen, auch Grenzen zu übertreten, jetzt, wo sie nichts mehr zu verlieren haben. So finden der Sohn des Piratenanführers und eine junge Edeldame zusammen und Rijana schwankt noch immer zwischen Falkrann dem Königssohn und Ariac dem Steppennomaden.

Vor allem letzterer muss einiges durchmachen, gerät er durch Verrat doch mehrfach in die Hände seiner Peiniger und wird wieder gedemütigt. Aber im Gegensatz zu früher gibt es keinen Verräter mehr unter den Gefährten. Sie wissen jetzt, wo ihre Feinde sich befinden und handeln dementsprechend. Allerdings setzt die Autorin nur dann Gewalt ein, wenn sie es für nötig hält, List und Diplomatie sind die wichtigsten Handwerkzeuge der Helden.

Trotzdem sollte man bei all dem keine tiefschürfende Charakterentwicklung erwarten. Zwar entwickeln sich die Figuren ein wenig weiter, das alles geschieht allerdings nur auf einer sehr oberflächliche Art und Weise. Die Handlung ist eher von vielen kleinen Abenteuern geprägt, die die Helden bestehen müssen, um an Ende stark genug zu sein. Viel zu oft reagieren die Figuren nur auf das, was ihnen geschieht und werden nicht selbst aktiv.

Alles in allem verläuft die Handlung auch in diesem zweiten Band eher geradlinig und überrascht nur an wenigen Stellen. Zum Ende hin wird es sogar ein wenig unglaubwürdig, da die jungen Helden weniger mit dem Showdown zu tun haben als man denkt und die Autorin zu sehr die göttliche Macht bemüht.

 

Dennoch ist auch „Am Ende der Zeit“, ein solide geschriebener Fantasy-Abenteuerroman, der vor allem junge Fantasy-Leser begeistern dürfte, die noch nicht viele charakterzentrierte Romane kennen, ein wenig Romantik mögen und sich gut in die jungen Charaktere hinein versetzen können, die nur selten das volle Potential ihrer Fähigkeiten ausschöpfen.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Am Ende der Zeit

Reihe: Thondras Kinder Band 2

Autorin: Aileen P. Roberts

Taschenbuch, 509 Seiten

Goldmann Verlag, Dezember 2009

Titelbild: Chris Strong

 

ISBN-10: 3442471435

ISBN-13: 978-3442471430

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 08.02.2010, zuletzt aktualisiert: 08.11.2019 08:38