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Amandus Greif und die Spur des Prinzen von Frank Bardelle

Rezension von Carina Schöning

 

Amandus Greif hat es schon nicht leicht. Der gelernte Astronom und Magier dritten Grades leidet seit kurzem unter Gedächtnislücken. Scheinbar ohne Grund hat er sich von seinem Freund und Alchimisten Grauling eine magische Truhe aus Eibenholz anfertigen lassen und sie mit sieben verschiedenen Zaubertränken gefüllt. Warum er das tat, weiß er selbst nicht genau. Anscheinend hängt alles mit der derzeitigen Situation am Fürstenhof von Grüntal zusammen. Denn plötzlich sind seine beiden Schüler, die Prinzen Jarchin und Boaz verschwunden und während der Fürst Vito todtraurig und verzweifelt ist, plant der hinterlistige Hofmagier Borengar schon die Übernahme des Throns. Er lässt sich vom Fürsten mit allerlei Sonderrechten ausstatten und beschuldigt öffentlich seinen Erzfeind Amandus Greif an dem Desaster. Nur mit Hilfe der Zaubertränke kann der Verräter aus dem Kerker entkommen. Die Truhe folgt ihm auf wundersame Weise überall hin und eine der Flüssigkeiten lässt ihn auf Däumlingsgröße schrumpfen. So flieht er nach draußen zu dem stämmigen Grauling, der als Frau getarnt schon auf ihn wartet. Scheinbar hat Amandus dies alles genau geplant, leider kann er sich jedoch nicht mehr daran erinnern. Gemeinsam mit der pelzigen Waldwesen-Kriegerin Rava machen sie sich auf gen Westen, um die Spur der verschwundenen Prinzen aufzunehmen und Amandus´ Unschuld zu beweisen.

 

Nach seinem Krimi-Debüt „Mordskarrieren“ präsentiert der deutsche Autor Frank Bardelle nun mit „Amandus Greif und die Spur der Prinzen“ eine fast schon klassische Fantasygeschichte mit Sword and Sorcery-Anleihen und eine guten Portion Humor. Der kurze Roman fängt schon ungewöhnlich an, denn der sympathische Magier hält sich für einen gewöhnlichen Trödelhändler und kann sich über die seltsamen Personen um ihn herum nur wundern. Auf seiner Reise quer durch den Wald Miriquuidi und der Steppe des Graslandes macht es immer wieder Klick und einige komische Erinnerungen kommen wieder. Er lernt jede Menge unterschiedlicher Wesen kennen und kann über seine neu entdeckten Fähigkeiten nur stauen.

Die Handlung des knappen Romans setzt sich dabei aus den gängigen und altbekannten Versatzstücken der Fantasy zusammen. Der deutsche Autor gab dem Ganzen jedoch eine humoristische Note, so dass der kurzweilige Roman zwar nicht besonders innovativ, dafür aber witzig ist und einfach Spaß macht. In einem lockeren und auch selbstironischen Ton wird von Amandus´ Abenteuern und der Besonderheiten von Land und Leute erzählt. So bietet Grüntal zum Beispiel eine ganz besondere Sehenswürdigkeit: einen versteinerten Drachenkothaufen. Auch die Darstellung der liebenswerten Figuren kann überzeugen. Die Rollenspiel-typischen Klassen wie Magier und Krieger werden hier etwas überspitzt dargestellt und mit einigen Eigenheiten ausgestattet. Nach nur 245 Seiten ist dann jedoch schon Schluss und das Ende fällt dabei zwar etwas vorhersehbar aus, ist aber durchaus geschickt gemacht.

 

Insgesamt ist „Amandus Greif und die Spur der Prinzen“ ein vergnüglicher und kurzweiliger Fantasy-Roman mit witzigen Figuren. Hoffentlich werden weitere Abenteuer von dem vergesslichen Magier und seiner Crew folgen.

 

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Buch:

Amandus Greif und die Spur des Prinzen

Autor: Frank Bardelle

Originalausgabe 2008

Otherworld Verlag

Titelbild Folko Streese

Taschenbuch, 246 Seiten

ISBN 978-3-902607-13-3

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 03.12.2008, zuletzt aktualisiert: 08.11.2019 08:38