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Amok von Tom Bale

Rezension von Julia

 

Rezension:

Amokläufe sind nicht länger Erfindungen der Filmindustrie oder der Bücherwelt, sie geschehen tatsächlich, verletzen und töten Menschen und traumatisieren zahlreiche weitere. Viele kommen niemals darüber hinweg auf diese Art und Weise jemanden verloren zu haben, der ihnen wichtig war, andere verarbeiten diese Erlebnisse nicht und bekommen ihr Leben nicht mehr in den Griff. Dem ganzen liegt ein Schatten des Unverständnis und der Hilflosigkeit über. Somit eignet sich das Thema sehr, um einen spannenden Thriller daraus zu machen und genau das hat Tom Bale getan.

 

In Sussex gibt es ein ruhiges, kleines Dorf, in dem der Alltag Einzug gehalten hat. Die Menschen gehen zur Arbeit, erledigen ihre Angelegenheiten, Schüler pilgern zur Schule. Auch an jenem bestimmten Morgen geht alles seinen regulären Lauf, als plötzlich ein Mann austickt, Amok läuft, Menschen ermordet. Wahllos scheint er auf verschiedene Leute zu schießen, immer auf der Flucht vor der Polizei, er findet zwölf Opfer, bevor er die Waffe gegen sich selbst richtet und sich damit allen Fragen und allen Bestrafungen entzieht.

Ein Teil dieser Geschichte ist Juli Trent, die sich ebenfalls unbedarft in dem Dorf bewegt, auch wenn sie sich der Aufgabe gegenübersieht, das Haus ihrer Eltern zu räumen, die vor kurzem verstorben sind, bis sie die erste Leiche sieht. Zunächst glaubt sie an einen Unfall, der ja jederzeit geschehen kann, doch als sie plötzlich auf mehrere Leichen stößt, wird ihr langsam aber sicher klar, das etwas nicht stimmen kann. Schnell wird gewiss, dass jemand in den Straßen herumjagt und Menschen erschießt, auf dem Gehsteig, in den Häusern.

Juli wird entdeckt und verfolgt, den Mörder treibt eine perverse Lust an einem Katz- und Maus-Spiel und doch schafft es Juli sich zu verstecken. So kommt es auch, dass sie den zweiten Täter sieht, mit dem sich der erste bespricht. Dennoch wird sie entdeckt und der zweite weiß, bevor er fliehen muss, das sie ihn gesehen hat. Juli überlebt schwerverletzt, wie durch ein Wunder und durch jede Menge Glück und berichtet der Polizei ihre Entdeckung. Die jedoch möchte ihr nicht glauben, schiebt alles auf den Schock, den sie sicherlich erlitten hat.

Hilfe und Gehör findet Juli nur bei Craig, der seinen Vater bei dem Massaker verloren hat und ihr glaubt. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem zweiten, denjenigen, der weiter töten möchte und sein Visier auf Juli gerichtet hält, um die unliebsame Zeugin loszuwerden.

 

Es ist schwierig den Inhalt wiederzugeben, ohne zuviel zu verraten. Der Klappentext meint, das es um Juli Trent und Craig Walker geht, aber die beiden sind nicht die einzigen, denen schreckliches widerfährt und aus deren Sicht dieses Buch geschrieben ist. Vielmehr trifft man zahlreiche andere Menschen und Schicksale, die sich in den vielfältigen Kapiteln wiederfinden.

Das Buch und die Geschichte um den Amoklauf und um das, was danach geschieht, ist brutal. Vor allem zu Beginn und zum Ende der Geschichte hin. Zarte Gemüter werden mehr als einmal schlucken und das Buch vielleicht auch beiseite legen müssen. Ansonsten ist das Buch recht solide, kein großartiger Thriller, aber unterhaltsam für zwischendurch, wenn man einmal etwas Spannendes lesen möchte. Es gibt die altbekannten Logiklücken, die in jedem Thriller zu finden sind und auch die Momente in denen man sich fragt, ob das alles tatsächlich so ablaufen muss.

Ansonsten ist der Stil in Ordnung für diese Art von Buch, er ist nicht sonderlich gut, aber lesenswert und passt zu der Geschichte.

 

Damit ist das Buch insoweit lesenswert, wenn einem brutale Szenen und zahlreiche mit einfließenden Geschichten nichts ausmachen. Ein solider Thriller.

 

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Roman:

Amok

Originaltitel: Skin and Bones

Reihe: -

Autor: Tom Bale

Verlag: Goldmann Verlag (August 2009)

Taschenbuch: 512 Seiten

ISBN-10: 3442468191

ISBN-13: 978-3442468195

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 19.11.2009, zuletzt aktualisiert: 14.09.2018 13:51