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Anderwelt von John Brosnan

Rezension von Heike Rau

 

Travis Thomson ist Journalist. Eigentlich ist er gerade dabei, die Machenschaften von Leonard Prenderghast, einem Hersteller für Computerspiele zu entlarven, als er sich in einer seltsamen, mittelalterlich anmutenden Welt wiederfindet. An seiner Seite ist Jack, ein fledermausähnlicher Dämon mit großer Klappe, und das Pferd Wiplash. Der Dämon macht Travis klar, dass er hier feststeckt, es sei denn, er findet den Schlüssel. Es bleibt ihm also nichts anderes übrig, als danach zu suchen, auch wenn er nicht weiß, wo er anfangen soll. Wenigstens ist Jack mit einer Zauberwaffe ausgestattet, einer Pistole, der nie die Munition ausgeht.

 

Um an Geld zu kommen, will Travis eine Prinzessin retten, die einem Drachen als Opfer dargebracht werden soll. Die Prinzessin ähnelt, genau wie erwartet, Walt Disneys Schneewittchen. Der Drachen ist allerdings riesengroß. Statt einer Pistole hätte Travis sich hier lieber einen Raketenwerfer gewünscht. Zu seiner Überraschung verwandelt sich der Drachen vor der Prinzessin in einen alten nackten Mann, der ein Zauberer ist. Travis hat keine Mühe, mit ihm fertigzuwerden.

 

Die Prinzessin will allerdings nicht wieder nach Hause, um sich gegen Gold austauschen zu lassen. So nehmen sie Sir Rodneys Geldbörse, der seinerseits gekommen ist, um die Prinzessin zu retten. Travis hat nichts dagegen, dass die Prinzessin sich ihm anschließt. Vielleicht ist sie sogar der Schlüssel. Man kann nie wissen.

 

Weiter geht es zu Prinz Valeries Reich. Doch schon im Gasthaus gerät Travis mit einem Barbaren aneinander, der ihn zu einem Kampf auf Leben und Tod herausfordert. Travis besiegt ihn mit einem wohlüberlegten Trick. Doch die Anwendung seiner Waffe halten die anderen für Zauberei und darauf steht der Tod. Zum Glück hebt Prinz Valerie, der die Prinzessin kennt, die Strafe wieder auf. Allerdings findet Travis heraus, dass Prinz Valerie ein Vampir ist. Dieses Geheimnis muss um jeden Preis gewahrt bleiben. Lebendig kommt Travis hier also nicht wieder weg.

 

Das Buch ist sehr kurzweilig geschrieben. Man amüsiert sich gut. Der erste Teil spielt in der Anderwelt, einer märchenhaften Welt voller Magie und Überraschungen. Der zweite Teil spielt dann in London in der Gegenwart. Doch auch hier haben Magie und Zauberwesen längst Einzug gehalten.

Die Charaktere sind gut gezeichnet. In ihrer Persönlichkeit sind alle sehr übertrieben dargestellt. So gibt es jede Menge grotesker Szenen und unmöglicher Dialoge. Der Autor bedient viele Klischees, was Frauen und Männer betrifft, und überzieht gnadenlos. Das verfehlt seine Wirkung nicht. Es ist echt lustig, wenn man diese Art Humor mag, aber leider lassen die Witze und Gags mit der Zeit in ihrer Wirkung stark nach. Man schmunzelt eher, als dass man lacht, wenn man sich nicht gerade vor Verwunderung an den Kopf greift.

Das Buch ist einfach zu lesen und kein bisschen anspruchsvoll. Auch die Handlung selbst ist wenig beeindruckend, wenn auch über alle Maßen fantasievoll und verrückt. Man wird ganz gut unterhalten und das ist auch schon alles.

 

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Buch:

Anderwelt

Autor: John Brosnan

Broschiert: 446 Seiten

Verlag: Heyne (Februar 2005)

ISBN: 3453530292

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 28.09.2006, zuletzt aktualisiert: 08.11.2019 08:38