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Anne Freaks (Bd.1)

Rezension von Martina Klein

 

„Anne, Yuri, Mitsuba – drei Teenager, deren Beziehung geprägt ist von Abhängigkeit, Misstrauen und Manipulation, starten eine mörderischen Rachefeldzug durch Tokyo.“ – besagt der Klappentext.

 

Die Geschichte beginnt mit einem Mord, oder besser gesagt unmittelbar danach: Yuri, einer der drei Protagonisten dieses Mangas, ist dabei, die Leiche einer Frau, die er offensichtlich kurz zuvor umgebracht hat, zu verscharren. Man erfährt erst nicht, wer sie ist, bzw. war. Erst später stellt sich heraus, dass es wohl seine Mutter gewesen sein muss.

 

Dann steht plötzlich Anne neben ihm. Er glaubt sich auf frischer Tat ertappt, doch sie schlägt ihm einen Deal vor: Sie hilft ihm, die Leiche verschwinden zu lassen. Dafür muss er einen Pakt mit dem Teufel schließen: Anne verlangt als Gegenleistung von ihm, dass er ihren verhassten Vater tötet.

 

Damit beginnt der erwähnte mörderischer Trip durch Tokyo, bei dem sich noch Mitsuba anschließt, der völlig verbittert auf Rache sinnt, da seine geliebte Schwester und sein Vater ermordet wurden. Soviel zum Inhalt!

 

Der ganze Manga ist sehr atmosphärisch und wirkt wie ein einziger, nicht enden wollender Alptraum. Nie weiß man so recht, was wirklich passiert oder sich nur in den Köpfen der drei Jugendlichen abspielt. So wird Yuri immer wieder von seiner toten Mutter heimgesucht, genauso wie Mitsuba von seiner ermordeten Schwester. Dadurch verschwimmt die Handlung stark, was sehr beklemmend wirkt, nicht nur auf den Leser, sondern auch auf die drei Protagonisten selbst. Die beiden Jungs werden von Anne manipuliert und agieren oft so, als ob sie gar nicht richtig begreifen, was um sie herum geschieht.

 

Die düstere und unheimliche Stimmung spiegelt sich auch in den Zeichnungen wieder: Tokyo wirkt kalt und seltsam leer, die Figuren meist irgendwie melancholisch. Zum Glück ist Mangablut schwarz und nicht rot, sonst wäre die dargestellte Brutalität oft sehr drastisch.

 

Was mich persönlich an dieser Art von Mangas immer ein wenig stört, ist, wie leichtfertig und oftmals im Vorbeigehen gemordet wird. Aber trotzdem muss ich doch sagen, dass das Buch mich stark in seinen Bann gezogen hat. Es ist wirklich spannend erzählt, besonders weil man bei dieser Gratwanderung zwischen Realität und Einbildung oft in die Irre geführt wird.

 

Der Zeichenstil ist, wie von Mangas nicht anders gewohnt, technisch perfekt und passt gut zur erzählten Geschichte. Er wirkt optisch sehr genretypisch und folgt damit in gewisser Weise dem allgemeingültigen hohen Manga-Zeichen-Standard.

 

Natürlich liest man von hinten nach vorne. Das Buch ist bis auf 4 farbige Seiten am Anfang schwarzweiß und kostet 7,50 €.

 

Alles in allem kann ich mich eigentlich nur den Worten eines anonymen Rezensenten aus den Weiten des Internets anschließen: „Also, wer es düster mag, sollte auf jeden Fall zugreifen.“ Für Leute mit schwachen Nerven ist dieser Manga nur bedingt etwas, da er Potential für Alpträume in sich birgt.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Anne Freaks (Bd.1)

Autor: Yua Kotegawa

Zeichner: Yua Kotegawa

Verlag: Carlsen Comic

Format: Softcover

Sprache: Deutsch

ISBN-Code: 3551782113

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 14.10.2005, zuletzt aktualisiert: 15.09.2018 12:40