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Anwältin der Engel von Mary Stanton

Reihe: Die überirdischen Fälle der Bree Winston, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Inzwischen weiß Bree, dass sie die Kanzlei ihres Großonkels in Savannah nicht ohne Grund geerbt hat. Die junge begabte Anwältin hatte eigentlich nur vor sich in der Fremde aus dem Schatten ihres eigenen Vaters frei zu strampeln, dass sie aber gleich mit Klienten zu tun hat, die nicht mehr so ganz von dieser Welt sind, das hat sie eher nicht vermutet.

Sie hat Menschen zu vertreten, die gerade erst gestorben sind, sich in ihrem irdischen Dasein allerdings so einiges an Todsünden geleistet haben, bevor sie dann – scheinbar durch einen Unfall oder Selbstmord aus dem Leben geschieden sind.

Unterstützt wird sie bei ihrer Arbeit durch eine Schar himmlischer Helfer, die in die Rollen kauziger Mitmenschen geschlüpft sind.

 

In „Anwältin der Engel“ wird Bree erstmals mit einer Klientin konfrontiert, die nicht tot ist. Lindsay ist zwar die Tochter wohlhabender Eltern, was sie aber auch nicht daran hindert, eines Tages zwei kleine Pfadfinderinnen zu überfallen und das Geld zu stehlen, das diese durch den Verkauf von Keksen erworben haben. Da dies auf einem Parkplatz und unter den Augen vieler Zeugen passiert ist, kann sich das Mädchen auch nicht besonders gut aus der Sache herausreden.

Bree schaut sich die Familie zwar an, will aber den Fall ablehnen – just in diesem Moment meldet sich der erst vor ein paar Wochen verschiedene Vater und Ehemann ihrer möglichen Klienten zu Wort und bittet um Hilfe.

So bleibt ihr nichts anderes übrig, als zuzusagen, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass die Probleme der Lebenden oft genug auch noch mit denen der Toten zusammen hängen. Und das ist auch diesmal so, denn nicht nur, dass der Verstorbene einiges auf dem Kerbholz hat und im Neunten Kreis der Verdammnis gelandet ist, auch seine Tochter reitet sich immer mehr in Schwierigkeiten und scheint schließlich auch noch an einem Mord beteiligt zu sein.

Die Sache verkompliziert sich schneller, als Bree denkt – doch dann entdeckt sie, dass Lindsay vielleicht nicht nur Täterin, sondern auch ein Opfer ist und ihr Vater vielleicht sogar einiges an Schuld dabei aufgeladen hat.

 

Wie schon im ersten Band „Im Namen der Engel“ so ist auch in „Anwältin der Engel“ der phantastische Anteil der Geschichte eher gering. Es dreht sich in erster Linie um das Schicksal das jungen Mädchens, das scheinbar dem Klischee der rebellischen, wenn auch verwöhnten Göre entspricht, die den Wert von Rücksichtnahme und Respekt gegenüber anderen nicht kennt, hinter dem aber viel mehr steckt.

Was das ganze mit ihrem „himmlischen“ Fall zu tun hat, enthüllt sich allerdings erst nach und nach.

Bis dahin muss sich Bree aber erst einmal mit ganz irdischen Dingen herumschlagen: Zeugen, die entweder gar nichts oder nur die halbe Wahrheit sagen und gar kein Interesse daran haben, der ehemaligen Freundin zu helfen, eine Klientin, die gar nicht daran interessiert zu sein scheint, dass man ihr hilft und nicht zuletzt eine Öffentlichkeit, die ihr Urteil schon gefällt hat.

Das ist sehr spannend gehalten und treibt auch die Entwicklung der Heldin voran, die von Seite zu Seite sicherer agiert und diesmal die ganzen Verwicklungen mit mehr Ergeiz und Kraft aufklärt als noch im ersten Roman der Reihe. Man nimmt es der Autorin deshalb auch nicht übel, dass sie weiterhin sehr sparsam mit den übersinnlichen Elementen umgeht und diese auch nur gezielt einzusetzen.

Auch diesmal gibt es noch keine Romanze. Bree mag zwar so etwas wie Beziehungen zu ihren neuen Weggefährten entwickelt haben, doch das wirkt eher wie Vertrauen und Freundschaft, hat weniger mit Liebe zu tun.

Da die Autorin diesmal nicht mehr so lange für die Einführung braucht, sondern ziemlich sofort loslegt ist auch die Spannung höher als im ersten Band.

 

„Anwältin der Engel“ ist zwar immer noch nicht so phantastisch wie der Titel vermuten lässt, der Band ist aber weitaus unterhaltsamer als „Im Namen der Engel“ der Auftakt der Serie um „Die überirdischen Fälle der Bree Winston“. Die Autorin bleibt zwar ihrer Linie treu, vor allem die Charaktere und die Atmosphäre weiter entwickeln zu wollen, bietet diesmal aber auch mehr Aufregung und Unterhaltung beim Lesen.

 

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Kommentare:

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Buch:

Anwältin der Engel

Reihe: Die überirdischen Fälle der Bree Winston Band 2

Autorin: Mary Stanton

Piper, August 2010

Broschiert, 397 Seiten

Übersetzung: Michael Koseler

Titelbild: Anke Koopmann

 

ISBN-10: 3492267246

ISBN-13: 978-3492267243

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 06.10.2010, zuletzt aktualisiert: 08.11.2019 08:38