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Apocalypse au Chocolat von Christian von Aster

Rezension von Bine Endruteit

 

Inhalt:

Wieder einmal ist passiert, was sich in unserer verderben Welt scheinbar nicht zu vermeiden lässt: Eine Gruppe von Hobbysatanisten hat den Teufel höchstpersönlich beschworen. Mit allerlei bösartigen Hilfsmitteln, die sie zu einem großen Teil über das Internet erworben haben, ist es ihnen gelungen den Herr der Hölle dazu zu bewegen auf der Erde zu manifestieren. Auch wenn die verantwortlichen davon nicht das geringste mitbekommen und enttäuscht von dannen ziehen. Erscheint Satan doch nicht wie erwartet in ihrer Mitte, sondern genau 666 Meter entfernt in der benachbarten Bäckerei Semmelgerber. Hier nun hat der Teufel so mitten in der Nacht natürlich keine große Auswahl, was er sich als Körper erwählen soll, denn schließlich ist er nur von Backwerk umgeben. So fällt denn seine Wahl auf einen wenigstens dunklen Schokomuffin vom Vortag, dem prompt Hörner wachsen. Mehr ist aber nicht drin und so kann der Teufel weder sprechen noch laufen, sondern lediglich die Schokoglasur runzeln. Aber natürlich bleibt seine Ankunft auf der Erde nicht unbemerkt und es dauert nicht lange, bis sich die kampferprobten Gegner des Satans und Diener des heiligen Stuhls in der Bäckerei Semmelgerber einfinden und sich Auge in Auge, Verzeihung, Auge in Schokostückchen gegenüberstehen...

 

Rezension:

Einmal mehr beweist sich Christian von Aster mit dieser kurzen Geschichte als ein Meister der deutschen Sprache und Experte in der humorvollen Nutzung von selbiger. "Apocalypse au Chocolat" ist schwarzer Humor der feinsten Sorte und man hat gar keine Wahl, als immer wieder zu schmunzeln oder sogar laut aufzulachen. Zwar ist diese kleine Episode des satanistischen Seins nur etwas über 45 Minuten (mit Bonusmaterial 59 Minuten) lang, aber gerade das macht sie zu einem absoluten literarischen Highlight, das man einfach mal zwischendurch genießen kann. Ganz wie einen Schokomuffin zum Beispiel.

 

Von Aster hat ein feines Gespür für Themen, die dem geneigten Leser, bzw. Hörer bereits begegnet sind und die er durch ungewöhnliche "Was wäre wenn...?"-Fragen zu fast selbstverständlichen Dingen ins Absurde führt. Diesmal ist es natürlich die Grundidee "Was wäre, wenn der Teufel in einem Muffin auf der Welt manifestieren würde?" im Mittelpunkt. Aber das ist natürlich nur ein kleiner Teil der ganzen Geschichte, wenn auch ihr Mittelpunkt.

 

Die Geschichte wird von Christian von Aster persönlich gelesen und es gelingt ihm, ihr durch seinen trocken-ernsthaften Vortrag noch mehr aberwitzige Facetten abzugewinnen. Außerdem befinden sich auf der CD ein Musikstück und ein Interview, welches weitere, brisante Informationen zur doch eher ungewöhnlichen Erscheinungsform des Satans preisgibt und uns einen urigen Vertreter unter den Auskennern im okkulten Bereich vorstellt.

 

Immer wenn man glaubt, nun könne es aber wirklich nicht noch dicker kommen, überrascht die Geschichte einen mit weiteren grausamen Details der Realität, zum Beispiel mit der Wahrheit über Spam-Mails, dem Geheimnis über die Dinge, die sich auf belegten Brötchen befinden oder der Allwissenheit der christlichen Kirche. Man kommt aus dem Staunen über diese Vielfalt an satirischem Humor in so wenigen Minuten gar nicht mehr heraus. "Apocalypse au Chocolat" ist auf jeden Fall einen Blick wert. Aber Vorsicht, bitte waschen sie sich vorher die Hände machen sie keine Schokoladenflecken auf das Cover!

 

Hinweis: Es lag zur Rezension lediglich die CD vor, Buch und Extras konnten deswegen nicht bewertet werden.

 

 

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Eure Meinung:

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Hörbuch:

Apocalypse au Chocolat

Eine gebäckwärtige Geschichte vom Ende der Welt

Autor: Christian von Aster

Broschiert: 47 Seiten

Verlag: Periplaneta

Buch mit CD (Mai 2010)

Laufzeit mit Bonusmaterial: 59 Minuten

 

ISBN-10: 3940767530

ISBN-13: 978-3940767530

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:

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Erstellt: 04.02.2011, zuletzt aktualisiert: 29.04.2019 09:41