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Apokalypse - Zeit der Abrechnung

Rezension von Andreas Hoinisch

 

Auf den ersten Blick betrachtet ist das Buch von Aussen gesehen in den werwolftypischen Rottönen gehalten. Das Bild auf dem Cover (Ron Spencer) verspricht brennende Städte, atemberaubende Schlachten und einen roten Stern. Davon sieht man beim ersten durchblättern allerdings nichts. Das Buch ansich ist eher schlicht gehalten, hat aber mir seinen 218 Seiten in Hardcover gebunden, eine durchaus akzeptable Seitenzahl.

 

Das erste was sich offenbart wenn man den Einband aufschlägt ist ein Text mit dem Titel "Die Legenden der Garou" (Carl Bowen) Sehr stimmungsvoll geschrieben führt er den Leser literarisch ins Szenario ein ohne wirklich etwas zu verraten. Insgesamt beinhaltet das Buch 6 Kapitel (wobei sich 4 als Endzeitszenarien erweisen) und nebst den im Index eigenst aufgeführten "Legenden der Garou" noch einen Appendix und einen Epilog. Die Illustrationen im Buch ( John Bridges, Steve Ellis, Brian LeBlanc, Larry ;MacDougal, Steve Prescort, Jeff Rebmer, Alex Sheikman, Ron Spencer, Melissa Uran) entsprechen dem Werwolfstil und scheinen auf den ersten Blick weder ein besonderer Augenschmaus noch besonders misslungen zu sein.Ebenso weisst das Layout des Buches nichts auf, dass wirklich bemerkenswert wäre. Auch scheint weder eine besonders strenge Ordnung noch ein offensichtliches Chaos der Texte vorzuliegen.

 

Wie sich also recht schnell zeigt muss der "Wert" des Buches im Inhalt liegen auf welche nun eingegangen werden soll.

 

Die Einleitung "Die erste Salve" (Seite 13-19) ist ein Kapitel wie es in den "Zeit der Abrechnung"-Büchern nicht unüblich ist. Es scheint eine Rechtfertigung für das nun Folgende zu sein, wobei erklärt wird warum man die Welt nun enden lassen will und wie die in diesem Buch geschilderten Ereignisse zu verstehen sind. Es enthält ebenso eine kurze aber präzise Inhaltsangabe der enthaltenen Texte. Beschlossen wird sie durch einen Text von Oliver Hoffmann, welcher rethorisch schön zu lesen ist aber als eher nutzlos eingestuft werden muss.

 

Auf den Seiten 19-33 eröffnet sich dem Leser dann das erste Kapitel, geschrieben, wie auch die Einleitung, von Riock Jones, mit dem Titel "Die Endzeit". Das Kapitel befasst sich ausgibig mit der Welt der Dunkelheit vor dem wirklichen Ende. Zusammenhänge werden erklärt und diverse Ereignise berichtet an denen man die Spieler teilhaben lassen kann. Große Zusammenhänge werden sehr schön dargelegt und Bögen zu anderen Systemen der Welt der Dunkelheit geschlagen. Auch die anderen Fera werden kurz angerissen - schließlich könnte man ja auch mit diesen das Ende der Welt erleben wollen.

 

Sean Riley ist der Verfasser des 2. Kapitels "Das letzte Schlachtfeld" (Seite 33-75). Dies ist das erste von 4 Endzeitszenarien, die dem Spielleiter in diesem Buch zur Hand gegeben werden. Die Thematik is die in Garoulegenden angesprochene sagenumwobene letzte Schlacht. Das Szenario hat viele Geschehnisse, welche dem Finale vorrausgehen. Es ist ein Szenario, welches ein verhältnismäßig sanftes Ende hat. Die Apokalypse findet natürlich statt, jedoch sind die Auswirkungen nicht so fatal wie es der Begriff Apokalypse suggeriert. Sprachlich schön, strukturell gut aufgebaut scheint dieses Szenario eher ein "Baukastenprinzip" zu haben. Es werden verschiedene Ereignisse vor der letzten Schlacht geschildert, die allerdings nicht zwingend in der dort dargelegten Reihenfolge gespielt werden müssen.

 

"Der Fall eines Stammes" (James Kiley, Seite 75-113) schildert eine Variante der Apokalypse wie sie wohl die wenigsten erwartet hätten. Ein Stamm der Garou wird mitsamt seines Totems zum Wyrm gezogen. Dieses Szenario muss allerdings nicht die apokalypse bilden sondern kann auch in eines der 3 anderen Szenarien überleiten. Es hat multiple Ausgänge, wobei jeder ein anderes Ende mit sich bringt. Vom Ansatz her durchaus interessant und gut durchdacht bietet es sowohl beim Lesen als auch beim Spielen eine Menge Spaß.

 

Kapitel 4 (113-138) trägt den Titel "Herrin der Netze" und bildet das 3. Szenario. Geschrieben von Chris Campbell befasst es sich mit dem Weltuntergang der mit dem Sieg der Weeberin endet. Es ist ein Szenario welches rollenspielerisch ihren Spielern wohl am meisten abverlangt. Zweifel und Unsicherheit sind Gefühle, die bei diesem Abenteuer allgegenwärtig sind und nicht zuletzt dieses Szenario zu einem wirklich spielenswerten machen. Eingefleischten Werwolfspielern könnte es bei diesem Szenario durchaus passieren, dass sie ihr "Weltbild" korrigieren müssen.

 

Das letzte und wohl direkteste aller Weltuntergangsszenarien stellt "Ragnarök (James Corner, Seite 138-174) dar. Dies ist wirklich eben jene große weltvernichtende Schlacht wie man sie sich für Werwolf vorstellt. Das Ende ist unausweichlich und keine Tat, und sei sie noch so heldenhaft, kann es abwenden. Und das Ende ist auch nicht der Beginn von etwas Neuem - es ist das Ende. Das Szenario soll hier jedoch nicht übersimplifiziert werden - es birgt für den Erzähler einige durchaus nicht einfach zu lösende Gradwanderungen und der eine oder andere Spieler wird sicherlich an seinen Entscheidungen zweifeln.

 

Kapitel 6: "Die letzten Legenden" (Harry Heckel) bietet 15 Seiten (Seite 174-189) geballte Informationen und Hilfen. Es wird auf viele Fragen eingegangen, die man sich als Erzähler sonst wohl gestellt hätte. Es liefert Regeln für die Erschaffung mächtiger Garous, behandelt die Problematik von Chroniken, die mit der Vernichtung enden und gibt gute Ratschläge wie man das Ende auf seine Chronik passend modifizieren kann.

 

Der Appendix liefert dem Erzähler die Beschreibung aller wichtigen Personen und/oder Gegenstände. Nach Szenarien sortiert kann der Erzähler dort Personenbeschreibungen, Fetische, Gaben und Riten finden, welche wichtig sind. Sehr schön und logisch strukturier bildet der Appendix ein sehr gutes Hilfsmittel.

 

Trotz des schlichten Aufbau des Buches ist es mein persönlicher Favorit der Endzeitbücher. Ich selbst habe mit meiner Gruppe das Ende gespielt und die Wahl des Szenarios war nicht einfach, da alle ihren Reiz haben. Sehr gut sind sowohl Sprache als auch logische Aufbaustruktur des Werkes. Die Geschichten sind allesamt sehr gut durchdacht und liefern nahezu die Garantie für gelungene Abende. Lediglich vielleicht das Fehlen graphischer Highlights kann einen kleinen Schatten auf das Werk werfen. Ich kann wirklich empfehlen es zu kaufen und selbst ein Erzähler, der mit Werwolf nicht alllzu vertraut ist wird diese Szenarien leiten können. Ich hatte bereits die englischsprachige Version in meinem Besizt und kann nun vergleichend sagen, dass die deutsche Übersetzung dem Original in nichts nachsteht.

 

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Apokalypse - Zeit der Abrechnung

Eine Chronik der Zeit der Abrechnung für Werwolf: Apokalypse

224 Seiten, Hardcover

ISBN: 3931612007

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 18.07.2005, zuletzt aktualisiert: 01.02.2015 13:19