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Arthur und die Minimoys (NintendoDS)

Rezension von Björn Backes

 

Inhalt:

Im Gegensatz zum gleichnamigen Titel für die Playstation 2 handelt es sich bei der Adaption des Kinoschlagers „Arthur und die Minimoys“ für den Nintendo DS nicht um ein klassisches Jump ’n’ Run. Stattdessen müssen sich die Spieler an Arthurs Seite durch zahlreiche kleine Minispiele kämpfen und dabei stetig neue Charaktere frei schalten. Unterdessen tauchen auch die Mül-müls wieder auf. In bewährter „Nintendogs“-Tradition erhalten sie im neuesten Atari-Titel ihre eigene Zucht und darüber hinaus zahlreiche Utensilien, die es ebenfalls während der Minispiele zu erkämpfen gilt. Und wie sich alsbald herausstellt: Diese ungewöhnliche Mischung funktioniert!

 

 

Spielaufbau:

„Arthur und die Minimoys“ ist grundsätzlich ein schlichtes Spiel; man bewegt sich mit dem Touchpen durch mehr oder minder anspruchsvolle Minispiele, kämpft sich bis zu einem Boss-Level vor und löst somit das Ticket für die Welt des nächsten Charakters. Insgesamt stehen 30 dieser Spiele zur Verfügung, wobei die Auswahl völlig unabhängig vom Level jederzeit willkürlich per Zufallsprinzip erfolgt. Es ist demnach möglich, dass zum Beispiel im ersten Kapitel mehrere Level gleich konstituiert sind und man auf dem Weg zum Boss mehrmals die gleichen Aufgaben absolvieren muss.

Die Spiele unterscheiden sich in ihrer Machart indes recht deutlich. Es gilt, Mül-müls mit dem Mikro anzupusten, die plüschigen Bällchen mit dem Touchpen gehörig durchzuschütteln, Insekten per dauerhaftem Schlagen des Pens peitschenartig anzutreiben, Gegenstände zu verschieben, kleine Denksportaufgaben zu lösen, Dinge zuzuordnen, und, und, und. Das Brisante dabei: Man hat kaum Zeit, sich auf die jeweils nächste Herausforderung vorzubereiten, soll heißen ohne blitzschnelle Reaktionen auf die Aufgabenstellung hat man oftmals kaum noch Zeit, deren Vorgaben Folge zu leisten.

 

Mit jedem freigespielten Charakter bzw. in den jeweils neuen Levels des Spiels werden die Anforderungen dann ein wenig größer; so muss man in der Welt des Königs der Minimoys bereits zwanzig Minispiele erfolgreich absolvieren, um bis zum Boss vorzudringen. Wer währenddessen dreimal scheitert und all seine Leben verliert, scheidet vorzeitig aus und muss einen weiteren Versuch starten.

Neue Charaktere bedeuten aber auch neue Spiele; die Auswahl wächst mit stetem Fortschritt immer weiter und fordert immer mehr Flexibilität vom Spieler, nicht zuletzt dadurch, dass bereits bewährte Spiele in ihrem Umfang ausgedehnt werden, jedoch in der gleichen Zeit gelöst werden müssen. Dies macht aber auch den besonderen Reiz des Spiels aus, da man hier wie kaum irgendwo anders lernt, seinen Touchpen geschickt und schnell zu kontrollieren. Man wird nämlich immer nur kurz auf die Aktion des nächsten Levels vorbereitet und muss dann in Windeseile die geforderten Bewegungen umsetzen.

 

Zur Erholung bietet sich die Zucht neuer Mül-müls an, niedliche Tierchen, die insgeheim an die einstige Tamagochi-Epidemie erinnern. Man kann sie füttern, mit frisch erspielten Utensilien versorgen und so für ihr Wohlbefinden sorgen. Sicher kein neuer Modus, aber als Ergänzung zum temporeichen Geruckel eine recht nette Idee.

 

 

Technik:

In Sachen Handling ist „Arthur und die Minimoys“ eine absolute Wonne. Der vielfältige Einsatz mit dem Touchpen ist eine echt tolle Herausforderung, bei der die Möglichkeiten der innovativen DS-Steuerung mal wieder voll ausgeschöpft werden. Die Geschicke werden ausschließlich über den Touchscreen respektive über das eingebaute Mikro gelenkt, dies jedoch auf recht innovative Art und Weise. Ein derartiger Mechanismus wirkt selbst auf dem kleinen Handheld sehr erfrischend.

Die Grafik hingegen ist bestenfalls okay, was angesichts des ungewöhnlichen Spielsystems aber eher unerheblich ist. Nervig ist einzig der Sound; die Melodie weicht nie vom selben anstrengenden Grundthema ab und verlangt gerade dazu, die Lautstärke ganz herunter zu setzen.

 

 

Spielspaß:

Man sollte meinen, der Spielspaß sei aufgrund der Limitationen der Minispiele recht eingeschränkt. Doch in dieser Hinsicht belehrt das Spiel den Skeptiker eines Besseren! Nachdem man erst einmal die Verständnis-Hürde überwunden hat – in den ersten Runden ist oftmals noch unklar, wie die einzelnen Spiele aufgebaut sind – steigt die Motivation zu neuen Highscores und weiteren Herausforderungen exponentiell, ebenso wie der allgemeine Spaßfaktor. Begünstigt wird dies zudem von den vielen witzigen Ideen, die die Designer in „Arthur und die Minimoys“ untergebracht haben. Man pustet kleine Mül-müls durch das Mikrofon in die Lüfte, rubbelt, schrubbt, schießt, schlägt, lenkt und wurschtelt sich durch die skurrilsten Kapitel und sammelt ganz nebenbei noch einige Extras für die hauseigene Mül-mül-Zucht. Auch wenn man schlussendlich in relativ kurzer Zeit alle Level freigespielt und somit das eigentliche Spiel durch hat, geht der grundsätzliche Reiz nicht verloren – und dabei sollte man meinen, „Arthur und die Minimoys“ sei lediglich für das jüngere Publikum entwickelt worden. Diese Einschränkung gilt vielleicht für die Fütterung der Mül-müls und deren steter Züchtung, nicht jedoch für die teils kniffligen Spielchen.

 

 

Fazit:

„Arthur und die Minimoys“ präsentiert sich auf dem DS vollkommen runderneuert und als eigenständige Adaption des cineastischen Erfolgs. Zwar fehlt damit bisweilen die thematische Orientierung, jedoch scheint diese aufgrund des eigenwilligen Spielwitzes auch gar nicht notwendig. Die Minispiele bringen schließlich eine ganze Menge Spaß und fesseln einen unbewusst für mehrere Stunden an den kleinen Liebling. Und das ist definitiv eine ganze Menge mehr, als man nach den ersten bescheidenen Eindrücken erwarten konnte.

 

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Arthur und die Minimoys (NintendoDS)

von ak tronic

Plattform: NintendoDS

USK-Einstufung: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gem. 14 JuSchG

ASIN: B000VBISOI

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 15.01.2008, zuletzt aktualisiert: 16.02.2017 13:47