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Asche von Lori Handeland

Reihe: Die Phönix-Chroniken, Band 1

Rezension von Christel Scheja

 

Die amerikanische Autorin Lori Handeland ist den deutschen Lesern in erster Linie durch ihre ebenfalls bei Lyx erschienenen Werwolf-Romane bekannt. Mit den „Phönix-Chroniken“ wendet sie sich nun voll und ganz der Urban Fantasy zu. Aber auch hier ist ihre Heldin eine selbstbewusste und starke junge Frau, die bei der Polizei arbeitet und durchaus auch im Kampf ihren Mann stehen kann.

 

Elizabeth Phoenix arbeitet bei der Polizei von Milwaukee, seit sie ihre übersinnlichen Fähigkeiten entdeckt hat. Allerdings hängt sie diese nicht an die große Glocke. Statt dessen stellt sie ihr Licht lieber unter den Scheffel.

Eines Tages ruft sie ein unbestimmtes aber nicht gerade positives Gefühl in der Mittagspause nach Hause. Und dort entdeckt sie ihre sterbende Pflegemutter Ruthie. Diese kann ihr noch einen verwirrenden Satz zuflüstern, dann stirbt sie in Liz’ Armen.

Auch diese verliert das Bewusstsein. Als sie wieder zu sich kommt, befindet sie sich im Krankenhaus und erfährt, dass ihr Ex-Freund, der Fotograf Jimmy Sanducci, den sie schon ewig kennt, der Tat dringend verdächtigt wird und sich auf der Flucht befindet.

Liz weiß nicht, was die davon halten soll. In der Folge hat sie immer wieder seltsame Träume und Visionen, die von Kampf, Blut und Tod erzählen. Doch erst als ein geheimnisvoller Mann auftaucht, der sich als alter Freund von Ruthie vorstellt, erfährt sie mehr über den letzten Satz ihrer Mutter und ihre Wahrnehmungen.

Sie ist nicht mehr länger nur eine Empathin, sondern die Erbin von Ruthies Seherkräften und damit ein Teil der Welt, die neben der normalen Welt existiert. Sie erfährt von den abtrünnigen Engeln, den Grigori, die unter anderem die bösartigen Nephilim und andere Kreaturen wie Vampire in die Welt setzten, von den anderen Zauberwesen, die nicht nur Mythos sondern Wirklichkeit sind, so wie die Feen und den schon lange dauernden Kampf um die Seelen der Menschen und das Heil der Welt.

Und auch Jimmy ist ein Teil davon, war sein Vater doch ein Vampir. So könnte es durchaus sein, dass er längst auf die Seite des Bösen übergewechselt ist und Ruthie das Leben genommen hat. Doch Antworten bekommt sie nur, wenn sie Jimmy vor allen anderen findet.

Und so macht sich Liz auf die Suche nach der Wahrheit und gerät dabei in tödliche Gefahr, weil sie zum falschen Zeitpunkt ihre Gegner unterschätzt.

 

Wie auch in den Werwolfromanen setzt Lori Handeland auch im ersten Band ihrer „Phönix-Chroniken“ mit dem Titel „Asche“ mehr auf eine actionreiche Thriller Handlung als auf eine romantische Liebesgeschichte.

Jimmy und Liz fühlen sich zwar von einander angezogen, aber ihre Beziehung ist von wilder Leidenschaft und nicht unbedingt zärtlichen Gefühlen geprägt. Überhaupt präsentiert die Autorin eine kalte und gnadenlose Welt, in der mit harten Bandagen gekämpft wird und Gewalt mit dazu gehört. Selbst die Heldin kann sich nicht davon frei sprechen.

Kämpfe gibt es reichlich, auch wenn die entsprechenden Szenen nicht so stimmungsvoll ausgearbeitet sind wie sie sein könnten, denn der Autorin mangelt es an Erfahrung oder Recherche. Eine größere Schwäche ist jedoch, dass sie einen sehr interessanten Hintergrund entwickelt, diesen aber nicht wirklich in Fleisch kleidet. Es wird gerade so viel erwähnt, dass die Geschehnisse begründet werden, aber der richtige Funke will nicht überspringen, weil die Beschreibungen zu schwammig bleiben.

Auch die Figuren sind weit davon entfernt in irgendeiner Form sympathisch zu wirken. Liz ist oft zu kaltschnäuzig um als Identifikationsfigur zu dienen und die meisten anderen Personen bleiben zu blass um überhaupt so etwas wie einen Charakter zu entwickeln.

Heraus kommt ein Buch, dass sich nicht wirklich entscheiden kann, ob es ein „Urban Fantasy“-Thriller sein will oder nun doch eine leidenschaftliche Liebesgeschichte erzählen.

 

Alles in allem wirkt „Asche“, der erste Band der „Phönix-Chroniken“ noch recht unausgegoren, da die Geschichte zu viele Ideen verschenkt, für einen Liebesroman zu brutal ist und für einen Thriller zu oberflächlich. Nur wer mit so einer Mischung leben kann, wird Spaß an dem Buch haben, für alle anderen werden die Schwächen all zu deutlich ins Gewicht fallen.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Asche

Reihe: Die Phönix-Chroniken, Band 1

Autorin: Lori Handeland

broschiert, 332 Seiten

Egmont Lyx, Köln, erschienen August 2009

Übersetzung aus dem Englischen von Petra Knese

Titelbildgestaltung von Hildendesign, Motiv von shutterstock

ISBN-10: 3802582349

ISBN-13: 978-3802582349

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 22.09.2009, zuletzt aktualisiert: 08.11.2019 08:38