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Athyra von Steven Brust

Reihe: Vlad-Taltos-Zyklus

Rezension von Ramona Schroller

 

Klappentext:

Vlad Taltos, einst ein gefürchteter Draufgänger und Messerheld, ist auf der Flucht vor seinen Mördern. Vergebens. Von einer Übermacht bedrängt gelingt ihm in letzter Sekunde der rettende Teleport. Doch sein Kontrahent Loraan, der als Untoter noch zaubermächtiger ist, weiß inzwischen, wo Vlad Taltos sich verbirgt. Dieser allerdings war trotz seiner Wunden nicht untätig. Denn es gibt einen Weg und ein Mittel, den Zauberer zu vernichten.

 

Noch nie hatte Vlad ein solches Abenteuer auf Leben und Tod zu bestehen, und sein einziger Helfer ist ein Junge, schwach und verängstigt. Wird er im entscheidenden Moment Loraan standhalten können?

 

Inhalt:

Vlad Taltos kommt in eine merkwürdige Gegend. Hier brauchen Menschen sehr lange, um erwachsen zu werden, so tut es auch nicht Wunder, daß der Junge Savn, mit dem er sich anfreundet, in Wahrheit wenigstens sein Vater sein könnte, doch so jung und unschuldig ist wie ein Heranwachsender.

 

Vlad nutzt die Gunst der Stunde und verhext die Eltern von Savn, um diesen für seine Zwecke einsetzen zu können. Savn aber durchschaut das Ganze. Und der Junge kann einfach nicht glauben, was Vlad ihm da von seinem Fürsten berichtet.

 

Doch dann wird Vlad angegriffen und schwer verwundet. Der einzige, der ihm helfen könnte, ist Savn. Wird er es tun? Und wird er Vlad auch im entscheidenden Kampf gegen Loraan, dem untoten Herrscher, beistehen? Ein Kampf, der Savn vielleicht mehr kosten würde als dieser bereit ist zu zahlen?

 

Rezension:

Es ist nicht immer leicht, einen Zyklus irgendwann in der Mitte oder später zu beginnen. Doch manchmal bleibt einem als Rezensenten nichts anderes übrig, wenn sich niemand findet, der diese Reihen kennt und bereit ist, sein Votum abzugeben. Man hat auch nicht immer die Zeit, sich vor der Lektüre des betreffenden Buches die anderen zu holen, um richtig in den Zyklus finden zu können, vor allem, wenn da noch mehr zu besprechende Texte auf dem Tisch lauern.

 

Nun, mir wurde schon einmal vorgeworfen, ich könnte keinen Zyklus bewerten, wenn ich ihn nicht von Anfang an kenne. Dagegen halte ich noch heute, daß ich Bücher eigentlich auch so kaufe, wie sie mir in die Hände fallen. Ärgerlich, wenn man dann nach Hause kommt und feststellt, daß das gerade erworbene Teil eines Zyklusses ist. Dennoch gibt es dann immer noch viele Bücher, die durchaus die Neugier auf mehr wecken und nicht der Anfang sind. Nach fast dreißig Jahren Leseerfahrung kann ich da so manches Liedchen trällern ...

 

Nun, um es kurz zu machen, dieses Buch gehört eindeutig in die Kategorie „fortgeschrittener Zyklus„, aber ebenso in die Nischen „macht neugierig„ und „funktioniert„. Steven Brust gelingt es, den Leser neugierig auf das zu machen, was bisher geschehen ist, gleichzeitig aber steht das Buch auch gut für sich allein. Eine abgeschlossene Handlung mit Hinweisen darauf, daß es da noch mehr gibt. Nun, was gibt es besseres für Buch und Autor, wenn ein Band neugierig auf mehr macht?

 

Dabei muß ich leider auch gestehen, daß der Anfang etwas spannender hätte sein können. Der Leser sieht durch die Augen des jungen Savn und erlebt dessen Alltag mit - nicht gerade sehr spannend. Das einzig irritierende sind die Altersangaben, die verwirren (oder hat man schon mal von einem Jugendlichen um die 80 gehört?), doch auch daran gewöhnt man sich recht schnell und findet mehr und mehr heraus, welche Region auf Brusts erfundener Welt man betreten hat.

 

Der Anfang nimmt mit fast der Hälfte des Buches schon ein gewaltiges Stück ein. Dieses ist aber auch notwendig, um wirklich verstehen zu können, was da eigentlich vor sich geht. Als etwas negativ empfand ich die vielen Gespräche, besser die vielen eintönigen Gespräche. Savn lebt auf dem Lande, da haben die Menschen in der Erntezeit anderes zu tun, als sich groß auszulassen über alles mögliche. Zum Verständnis des Buches und der Region ist das nachvollziehbar, doch auf den Leser wirkt es etwas ermüdend.

 

Im zweiten Teil der Handlung scheint sich dafür alles mehr oder weniger zu überschlagen und man muß sich etwas mehr konzentrieren, um wirklich nachvollziehen zu können, was genau wann passiert. Also das genaue Gegenteil von dem, was sich am Anfang tut. Dafür macht das Lesen dann Spaß, wenn mir persönlich auch eine genaue Schilderung des Endkampfes lieber gewesen wäre. Aber im Dunkeln sieht man eben wenig.

 

Das Ende dann ist überraschend, zeigt Vlad doch, daß er mehr ist, als es bisher den Anschein hatte. Nun gut, es schimmerte auch schon zu Beginn durch, als er sich Savns annahm. Dennoch kommt das ganze denn etwas überraschend, vor allem in Hinblick auf Vlads Vagabundenleben, zu dem er gezwungen ist.

 

Alles in allem ein interessantes Buch, das Lust auf mehr macht. Den beschriebenen Witz habe ich zwar nicht wirklich gefunden, aber auf jeden Fall ist es wert, sich die anderen erschienen Bände zu besorgen.

 

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Titel: Athyra

Reihe: Vlad-Taltos-Zyklus

Autor: Steven Brust

Klett-Gotta Verlag, Stuttgart, 2005

295 Seiten

ISBN: 3-608-93649-1

Erhältlich bei: Basilisk Verlag

Weitere Infos:


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Erstellt: 31.10.2005, zuletzt aktualisiert: 08.11.2019 08:38