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Außer Kontrolle – Katastrophen, die die Welt in Atem hielten

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

Der Mensch glaubt seit Beginn des 20. Jahrhunderts dank der wissenschaftlichen Erfolge, die Natur beherrschen zu können. Doch immer wieder belehren ihn große und kleine Katastrophen eines besseren.

Mögen gelegentlich auch nur wenige betroffen sein – die Unglücke machen auch auf Fehler und Versäumnisse aufmerksam, die bisher übersehen wurden und eröffnen neue Wege, um ähnliche Unglücke zu verhindern.

 

Die BBC-Dokumentation erzählt in sieben Folgen auf zwei DVD’s von solchen Ereignissen und beginnt mit einem eher kleinen Unglück. Im Jahr 1958 schafft es ein Passagierflugzeug in München nicht abzugeben und es kommt zu einem Crash mit einem Gebäude. Das tragische daran ist, dass die Fußballmannschaft von Manchester United, die gerade erst ins Halbfinale der Liga der Landesmeister eingezogen ist, ihre besten Spieler verliert. Menschliches Versagen des Piloten oder aber tragisches Einwirken der Natur. Der beginn eines fast zehn Jahre dauernden Rechtsstreites führt zum Umdenken.

1980 flog der Mount St. Helens in die Luft. Seither achten Vulkanologen genauer auf die Vorzeichen und versuchen sie besser einzuschätzen.

Besonders tragisch ist der Super-GAU im Atomkraftwerk Tschernobyl. Weil die Verantwortlichen die Kernschmelze lieber unter den Tisch zu kehren versuchten und zu lange schwiegen, wurden viele Tausende von Menschen stark verstrahlt und leiden auch heute noch Millionen unter den Folgen dieser Tage.

Die Autobahn wird zur Todesfalle bei einem schweren Erdbeben im Jahr 1989. Hätten die Fernstraßen nicht vielleicht sicherer gebaut werden können? Und unter welchen Gesichtspunkten handelte der Katastrophenschutz bei der Bergung der unter dem Beton Eingeschlossenen?

Weitere Unglücke die genauer unter die Lupe genommen werden, sind ein transatlantischer Sturm im Jahr 1979, der die Teilnehmer eines Bootsrennens in tödliche Gefahr brachte, der Untergang der Fähre Estonia und die Operation Eagle Claw, die zu einem Desaster in der Wüste führte..

 

Die sieben Folgen sind im Stil eines Dokudramas gestaltet. Akribisch wird nachgestellt, wie es zu dem entsprechenden Unglück kam und/oder wie sich die Menschen danach verhielten? Warum wurde im Fall von Tschernobyl so lange geschwiegen und wie gingen die Menschen damit um. Dabei mischen die Macher Spielszenen mit echten Aufnahmen, die entsprechend gekennzeichnet wurden.

So kann man als unbeteiligter Zuschauer noch einmal an Schicksal einiger Menschen mitverfolgen, wie diese durch den schrecklichen Moment aus ihrem alltäglichen Leben gerissen wurden und wie sie damit umgingen, wenn sie ihn überlebten. Sofern noch Überlebende existieren, berichten sie persönlich von ihren eigenen Erlebnissen und Erfahrungen. Die Episoden werden damit abgeschlossen, dass kurz zusammengefasst wird, welche Schlüsse Ermittler und Behörden aus dem ganzen zogen, und welche Schutzmaßnahmen für Flugzeuge und Schiffe eingeführt wurden, um ähnliche Katastrophen noch einmal zu verhindern.

Die Darstellung der Ereignisse bewegt sich zwischen bieder – gerade was die kleinen alltäglichen oder zwischenmenschlichen Szenen in Manchester angeht bis hin zu reißerischen Momenten, in denen Vulkane in die Luft fliegen oder echte Aufnahmen des in Trümmer liegenden Reaktors in Tschernobyl gezeigt werden. Durch die Einzelschicksale werden auch die Emotionen der Zuschauer angesprochen, man nimmt so automatisch mehr Anteil am Geschehen als wenn nur aus distanzierter Sicht berichtet würde.

Alles in allem sind die Folgen sehr spannend aufgebaut, so dass es keine Längen gibt. Manchmal wird ein wenig zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt, aber meistens finden die Macher doch genau den richtigen Ton, um das dramatische Ereignis in Erinnerung zu bringen und zum Nachdenken anzuregen.

 

 

Fazit:

Alles in allem bietet „Außer Kontrolle – Katastrophen, die die Welt in Atem hielten“ eine sehr interessante Aufbereitung von dramatischen Ereignissen der letzten fünfzig Jahre, die zum Teil schon lange vergessen waren, aber bis heute Auswirkungen auf die Sicherheitsprotokolle vieler Länder haben. Spannend, manchmal reißerisch und gefühlsgeladen bieten die Macher eine interessante Rekonstruktion der entscheidenden Momente und ihrer Folgen.

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 2023020519100047e6b717
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DVD:

Außer Kontrolle – Katastrophen, die die Welt in Atem hielten

Surviving Disaster, GB 2006

Format: PAL, Surround Sound,Region 2

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 2

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Studio: Polyband/WVG

Erscheinungstermin: 29. Juni 2012

Spieldauer: 350 Minuten

ASIN: B007VLHQAS

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 12.07.2012, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01