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Avatar – Der Pfad des Feuers (Wii)

Rezension von Björn Backes

 

Zweimal durfte der Avatar bereits seine Abenteuerlust auf der Wii befriedigen und seine Fähigkeiten als „Herr der Elemente“ unter Beweis stellen. Nun folgt mit dem wahrscheinlich letzten Teil der Videospiel-Trilogie das Äquivalent zur dritten Staffel der gleichnamigen Trickfilm-Serie und ersten Meinungen zufolge auch die spektakulärste Ausgabe des THQ-Action-Programms. Allerdings ist diese Aussage mit Vorsicht zu genießen, denn auf dem Konsolenmarkt hat sich der populäre Protagonist Aang bislang alles andere als souverän gezeigt. Welchen Stellenwert hat die angekündigte Steigerung im vorzeitigen Serienabschluss also tatsächlich?

 

 

Inhalt:

Spieltechnisch hat sich dabei jedoch nicht sonderlich viel geändert: „Der Pfad des Feuers“ ist erwartungsgemäß ein reines Action-Spiel mit einigen Jump & Run-Einlagen und diversen Rätselaufgaben, die mit den besonderen Fähigkeiten des Avatars zu meistern sind. Letztere beziehen sich vorrangig auf das Überqueren und Bewältigen diverser Hindernisse und einzelnen Explorationsaufgaben. So gewinnt das Ganze hier und dort sogar ein paar Adventure-Qualitäten, da man die direkte Umgebung immerzu genau erkunden muss, um sich mit einzelnen, nützlichen Hilfsmitteln zu verstärken. Zwar sind die unterschiedlichen Rätsel in Sachen Kniffel-Faktor jederzeit auf einem simpel lösbaren Niveau, aber hier und dort muss man schon einmal seinen Grips anstrengen, um in den einzelnen Level-Welten vorwärts zu kommen.

Im Actionbereich bzw. im eigentlichen Hauptmodus gibt es dann die ersten echten Neuerungen: as Spiel ist nicht mehr auf konkrete Missionsziele ausgerichtet, sondern auf das Erreichen des jeweiligen Zielabschnitts. Dadurch steigert sich das Tempo relativ deutlich, zumal die Kampfpassagen in „Der Pfad des Feuers“ an Gewicht zunehmen. Oftmals wird man regelrecht von Gegnern überlagert und muss sich schon ganz schön anstrengen, mit klassischen Martial-Arts-Attacken und magischer Unterstützung die nervigen Kontrahenten vom Leibe zu halten. Dies kann mitunter recht anspruchsvoll sein, was jedoch mehr an der Quantität der Feinde als am taktischen Spielkonzept festzumachen ist. Man ist an manchen Stellen gewissermaßen gezwungen, auf die Tasten zu hämmern, so dass die scheinbar so vielseitig aufgebaute magische Offensive in diesen Punkten ein wenig zu kurz kommt. Anders sieht es da schon bei den kleinen Knobeleinlagen aus, bei denen die Entwickler sich wirklich einige originelle Aufgaben ausgedacht haben, die zudem ähnlich spektakulär präsentiert werden wie in der gleichnamigen TV-Serie. Schade eben, dass sich die Kreativität im Gamedesign weitestgehend auf diesen Part des Spiels bezieht. Die Tendenz zum Action-Adventure mit kleinem Backing-Inventar und überschaubarem Strategieanteil wurde jedenfalls nicht konsequent ausgearbeitet.

Enttäuschend ist ferner auch, dass die Story innerhalb der anständigen Präsentation der Actionszenen nicht wirklich in den Vordergrund rücken kann. Gerade mal ein minimales Intro ohne wirklichen Content wird voran geschoben, bevor man den Avatar auf seinem vorerst letzten Abenteuer begleitet – bei einem Lizenztitel, bei dem die Handlung eigentlich eine gewichtige Rolle spielen sollte, ist dies schon ein bisserl wenig. Hinzu kommt ein verhältnismäßig geringe Spielumfang: Die Missionen sind durch die Vernachlässigung der Missionsziele viel kompakter gestrickt und erfordern keine spezifischen Resultate, so dass man durch die meisten Levels im Prinzip nur durchmarschiert. Temporeich mag das sein – befriedigend aber nur für den weniger anspruchsvollen Spieler!

 

Technik/Grafik:

Auf optischer Ebene hat das dritte Abenteuer des Avatars indes einen Zacken zugelegt. Die Animationen sind zwar bei weitem nicht auf dem Niveau der Konkurrenz von Microsoft und Sony, fließen aber butterweich und bieten Freunden den Serien zumindest in den Action-Sequenzen eine ganze Menge fürs Auge. Die Grafik erweist sich im weiteren Verlauf aber auch generell als das Prunkstück von“ Der Pfad des Feuers“. Ähnlich schaut’s beim Handling aus: Die Tastenbelegung geht gut von der Hand, wobei die Bewegungsfunktionen der Wiimote hier und dort etwas lebendiger hätten eingesetzt werden. Doch grundsätzlich erhält man ein recht gutes Feeling für den lebhaften Action-Mix.

Die Background-Technik hingegen ist nicht so fein ausgeprägt. Die Spielmenüs präsentieren sich ziemlich karg, und da man bei der Wahl der Spielmodi keine Alternativen hat, ist die Geschichte mit dem geringen Spielumfang gleich noch brisanter. Auch die ersehnte deutsche Sprachausgabe ist nicht inbegriffen, vom dürftigen Sound mal ganz zu schweigen – technisch bietet auch der dritte Teil der Serie ein ständiges Auf und Ab, wenngleich nicht mehr ganz so verheerend wie noch zuletzt.

 

 

Spielspaß:

Die Wii-Version des Spiels bietet grundsätzlich eine Menge Spaß, gerade in den fordernden Kampfsituationen, in denen schnelle Reaktionen und eine gute Spielübersicht gefragt sind. Andererseits flaut das gute Gefühl mit Blick auf die dürftige Quantität schnell wieder ab: Gerade mal einen Nachmittag bedarf es bei geübten Spielern, um Aang ans Ziel zu steuern, bedingt durch den nicht ganz so hohen Schwierigkeitsgrad, vor allem aber wegen der spärlichen Levelaufbauten. In Sachen Langzeitmotivation hat „Der Pfad des Feuers“ entsprechend wenig zu bieten, gerade weil es an weiteren Spielmodi hapert. Und da es insgesamt auch nicht wirklich viel Bonusstoff zu entdecken gibt, der die Missionen auch nachträglich noch attraktiv gestalten könnte, kommt erneut jener halbgare Eindruck zustande, der sich allgemein durch diese Reihe zieht, auch wenn – wohlgemerkt – einige kleine Verbesserungen zu verzeichnen sind. Aber ein Highlight in der Historie der Wii wird auch dieser dritte Part nicht werden!

 

 

Fazit:

Der Herr der Elemente wird auch in „Der Pfad des Feuers“ nicht zum Herren des Videospiels. Auch wenn die Action-Sequenzen nett sind und das Spieltempo ein ganz ansprechendes Niveau aufweist, fehlt es an Spannungsmomenten und ein bisschen mehr Anspruch. Die guten Eindrücke der TV-Serie werden hier jedenfalls nur bedingt bestätigt!

 

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Avatar – Der Pfad des Feuers

Publisher: THQ

System: Nintendo Wii

USK-Einstufung: Freigegeben ab 6 Jahren gem. 14. JuSchG

Erscheinungsdatum: 31. Oktober 2008

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 07.01.2009, zuletzt aktualisiert: 23.02.2015 23:32