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Avatar: Die Legende von Korra, Buch 4 – Gleichgewicht, Vol. 2

Rezension von Christel Scheja

 

„Die Legende von Korra“ war zwar in der gleichen Welt wie „Avatar – Der Herr der Elemente“ angesiedelt, erzählte aber eine wesentlich erwachsenere Geschichte. Das hat der Saga vermutlich auch auf dem eher auf jüngere Zuschauer ausgerichteten Sender Nickelodeon das Genick gebrochen – die Folgen der vierten Staffel wurden bereits nur noch online ausgestrahlt. Immerhin kann der deutsche Fan froh sein, dass die Geschichte mit dem zweiten Volume der vierten Staffel nun komplett auf DVD vorliegt und so keine Lücken bleiben.

 

Kuvira, die junge Frau, die es übernommen hat, das in viele kleine Staaten zerfallene Erdkönigreich für den jungen Erben wieder zu vereinen, hat selbst die Macht ergriffen. Als Anführerin des Erdimperiums plant sie nun den letzten noch unabhängigen Staat in die Knie zu zwingen, nachdem sie auch das mächtige Zaofu, ihre eigene Heimatstadt in die Knie zwingen konnte.

Also versammelt sie ihre Truppen, um sie gegen Republica zu schicken, wähnt sich siegessicher, da auch Avatar Korra bisher nichts gegen sie ausrichten konnte. Und sie hat noch eine mächtige Waffe in der Hinterhand.

Derweil sammelt sich „Team Avatar“ um Korra. Man ist sich der Gefahr bewusst und hofft, Stadt und Land noch retten können, aber die Nachrichten, die nach und nach eintrudeln verheißen Schlimmes. Jetzt bleibt nur noch eines – die Bevölkerung so schnell wie möglich zu evakuieren und sich auf den Entscheidungskampf vorzubereiten.

Auch Korra weiß, dass sie etwas tun muss, wenn die Welt, die sie liebt, nicht untergehen soll. Aber sie kann immer noch nicht das volle Potential ihrer Kräfte entfalten. Deshalb wendet sie sich schließlich an denjenigen, der ihr Schlimmes angetan hat. Doch wird die erneute Begegnung mit Zaheer ihr wirklich helfen können?

Derweil müssen auch die anderen Helden rund um den jungen Avatar ihren eigenen Weg finden. Mako muss sich der Frage stellen was er wirklich will, und der junge Prinz Wu beweisen, dass er mehr sein kann als ein verzärtelter Adliger.

Denn in der Stunde der größten Gefahr müssen alle über sich hinaus wachsen und zusammenarbeiten, bereit sein, das größte Opfer zu bringen, um Kuvira aufzuhalten.

 

Die letzten sechs Folgen der vierten Staffel von „Die Legende von Korra“ verfolgen einen klar überschaubaren Weg. Natürlich ist Kuvira im Moment die überlegene im Kampf um Freiheit und Gleichgewicht, unbesiegbar durch ihre neuartige Waffe und konsequent in der Durchführung ihrer Pläne, was man mehr als einmal merkt.

Aber genau das erweist sich am Ende auch als größte Schwäche – Größenwahn und Verblendung lassen sie die Grenzen überschreiten, die schließlich ihren Niedergang einleiten.

So gesehen mag die Handlung vorhersehbar sein, in diesem Fall macht das aber nichts aus, da der Weg sehr interessant gestaltet ist. Korra ist nicht mehr unbedingt die zentrale Heldin, die im Mittelpunkt jeder Folge steht. Tatsächlich bekommt jeder den Moment, in dem er sich bewähren muss und kann. Dadurch treten auch die Figuren in den Vordergrund, die vorher etwas stiefmütterlicher behandelt wurde.

Und nicht zuletzt verändern sich Beziehungen. Jemand, von dem man es am allerwenigsten vermutet hat, findet den Weg vor den Traualtar. Korras Liebe gilt überraschenderweise keinem der Jungs aus ihrer Mitte – nun wird etwas, was sich schon am Anfang der Staffel abgezeichnet hat, zur Gewissheit.

Der besondere Reiz besteht darin, dass die Macher genau diesen Fakt nicht an die große Glocke hängen, sondern Zurückhaltung wahren. Wieder stehen die allein Figuren im Mittelpunkt der Geschichte, bekommen den Raum sich weiter zu entwickeln und Entscheidungen für ihr späteres Leben zu treffen.

Nicht nur Korra wird so erwachsen und schafft es nun endlich, ein Avatar aus vollem Recht zu sein, auch andere aus ihrem Umkreis entwickeln sich interessant weiter und wissen auch noch kurz vor Schluss zu überraschen. Immer wieder werden dabei auch ernstere Themen angesprochen und Wahrheiten in Frage gestellt. Wie immer sind es gerade die jungen Leute, die als erste dazu bereits sind, neue Wege zu gehen und zu handeln.

Heraus kommt eine überraschend vielschichtige Geschichte, die aber letztendlich die Action auch nicht vergisst. Denn der glänzend animierte Showdown weiß schon gehörig in Atem zu halten und kostet nicht nur die Helden einiges an Nerven. Die Animation weiß auch hier wieder zu gefallen und erweist sich zugleich als Hommage an japanische Animes, in denen ein ähnlicher Zerstörungsdrang ausgelebt wird. Allerdings achtet die Serie bewusst darauf, jugendfrei zu bleiben und die Gewalt nicht zu verharmlosen.

Bild und Ton sind wie immer auf der Höhe der Zeit. Allein die Extras sind ein wenig enttäuschend, neben Audiokommentaren zu zwei Folgen gibt es diesmal nur die erste Folge einer Webserie, in der die jungen Brüder Mako und Bolin die Hauprolle spielen.

 

 

Fazit:

 

Alles in allem findet „Die Legende von Korra“ im zweiten Volume von „Buch 4: Gleichgewicht“ einen spannenden und dramatischen, aber zugleich auch unerwartet vielschichtigen Abschluss. Helden und Schurken haben noch einmal die Chance, weitere Facetten ihres Seins zu zeigen und sich dabei weiter zu entwickeln. Es gibt einen epischen Showdown, aber auch Überraschungen, die die Spannung bis zum Ende garantieren. Auch diesmal ist die Serie kein Kinderkram, sondern eine unterhaltsame, atmosphärische Fantasy-Saga, die Zuschauer ab zehn Jahren bis ins hohe Alter durchweg zu fesseln vermag.

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Eure Meinung:

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DVD:

Avatar: Die Legende von Korra, Buch 4 – Gleichgewicht, Vol. 2

Crew: Janet Varney ., Dee Bradley Baker, David Faustino, P.J. Byrne, J.K. Simmons

Format: HiFi Sound, PAL, RC 2

Sprache: Niederländisch, Italienisch, Deutsch, Spanisch (DD 2.0 Stereo), Englisch (DD 5.1 Surround)

Untertitel: Deutsch, Niederländisch, Englisch, Italienisch, Spanisch

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Studio: Paramount Home Entertainment

Erscheinungstermin: 5. November 2015

Produktionsjahr: 2014

Spieldauer: 131 Minuten

ASIN: B0157R7LP2

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 03.11.2015, zuletzt aktualisiert: 02.08.2020 16:26