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Avengers: Heldenfall von Brian M. Bendis und David Finch

Rezension von Ingo Gatzer


 

Rezension:

Die Avengers sind zwar das mächtigste Superheldenteam im (Marvel-)Universum, aber auch nicht vor Unglück, Skandalen und Niederlagen gefeit. Das müssen Captain America & Co auf die harte Tour lernen. Alles beginnt mit der Rückkehr eines tot geglaubten Team-Mitglieds und bald scheinen sogar außerirdische Invasoren die Erde heimzusuchen. Zudem scheinen Superhelden wie Iron Man oder She-Hulk ihre Emotionen plötzlich nicht mehr im Griff zu haben und schaden damit nicht nur dem Ruf der Avengers. Erst Dr. Strange kann etwas Licht in die mysteriösen Ereignisse zu bringen – doch das kommt für einige Helden leider zu spät.

 

Der Sammelband „Avengers- Heldenfall“ startet mit dem berühmten 500. Band der Avengers-Reihe und umfasst die komplette Mini-Story „Chaos“ inklusive des unbetitelten Finales. Die Bände sind in den USA zwischen September 2004 und Januar 2005 erschienen und dürfen längst als moderne Klassiker gelten.

 

Hauptverantwortlich für die Story ist Brian Michael Bendis, der nicht nur für Marvels Erfolgsserie Guardians of the Galaxis verantwortlich ist, sondern auch die Geschicke der X-Men und Avengers als Autor lenkte. Für die Avengers-Jubiläumsausgabe erhielt Bendis weitreichende Freiheiten, was dem Comic richtig gut tut. Was am Anfang ein ganz normaler Tag im Hauptquartier der Avengers zu werden scheint, wird nämlich bald zu einem temporeichen Alptraum, der sich für das Superhelden-Team immer schlimmer entwickelt. Der Auftakt mit den vielfältigen kleinen und großen Katastrophen ist einfach mitreißend gestaltet. Dabei macht Bendis - ohne an dieser Stelle bereits viel verraten zu wollen – auch davor nicht halt, was als klassisches Tabu vieler Genre-Werke galt und teilweise noch immer gilt: der Tod von Superhelden. Das betont nicht nur die verletzliche Seite der Figuren, sondern erhöht auch die Spannung. Allerdings hat die Geschichte mindestens einen echten Durchhänger als Dr. Strange die Ereignisse umständlich und langatmig erklärt. Das Finale bietet zahlreiche schlaglichtartig dargestellte Rückblicke auf Großereignisse rund um die Avengers, die Fans schmunzeln lassen dürften. Leider ist das Ende recht kitschig geraten.

 

Die meisten Zeichnungen stammen von David Finch, der zusammen mit Brian Michael Bendis bereits an den X-Men gearbeitet hatte, aber sich auch durch seine Arbeit an der Verfilmung des Kultcomics „The Watchmen“ einen Namen machte. Finch geht mit seinen hervorragenden Zeichnungen das hohe Tempo, das Finch vor allem zu Beginn vorlegt, toll mit. Beeindruckend gestaltet er vor allem den ersten Schock, den die Avengers hinnehmen müssen. Hier wechselt er unvermittelt von kleinen zu seitenfüllenden Panels und setzt bei Farbdesign und Perspektive auf deutliche Kontraste. Dadurch wirken die Bilder noch expressiver. Auch die Erklärungen von Dr. Strange illustriert er visuell ansprechend, auch wenn diese Sequenz insgesamt deutlich zu lang geraten ist. Lediglich bei der Gestaltung einiger seiner Figuren haben einige Zeichner in der Vergangenheit teilweise bessere Arbeit geleistet – etwa bei Tony Stark. Hier spielt aber auch der persönliche Geschmack eine Rolle. Der vierte Teil der Chaos-Reihe und das Finale bieten visuell eine Überraschung, weil hier verschiedene Zeichner im Wechsel Ihre Kunst beweisen dürfen. Dabei sind auch Legenden wie Stan Lee oder Jack Kirby zu bewundern. Besonders ansprechend sind hier die historischen Erlebnisse der Avengers seitenfüllend umgesetzt.

 

Fazit:

„Avengers - Heldenfall“ ist vor allem in der ersten Hälfte mitreißend, temporeich und spannend inszeniert, wobei die Zeichnungen fast durchweg auf Top-Niveau sind. Allerdings leistet sich die Story später einige kleinere Durchhänger.

 

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Comic

Batman: Avengers: Heldenfall

Autor: Brian M. Bendis

Zeichner: David Finch u. a.

Erscheinungsdatum: April 2015

Softcover - Panini Comics - 164 Seiten

ISBN-10: 3957983851

ISBN-13: 978-3957983855

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 02.05.2015, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:40